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Change Management

Systemeinführung gezielt begleiten

Bei der Auswahl und Einführung eines Manufacturing Execution-Systems ist die Kontrolle von Veränderungsprozessen, die mit den beteiligten Abteilungen abgestimmt werden sollten, ein wesentlicher Punkt. Denn gerade für die Umsetzung branchenspezifischer Prozesse kann sich die gezielte Analyse bestehender Fertigungs- und Organisationsabläufe im Vergleich zum branchenüblichen Vorgehen bezahlt machen.

Bild: Rockwell Automation

Um festzustellen, welche wesentlichen Aspekte ein Einführungsprojekt abdecken soll, sollten zunächst die durch den Software-Einsatz zu erreichenden Ziele festgelegt werden. Dazu müssen die Geschäftsidee, die daraus entstehenden Anforderungen, die Produktions- und IT-Ziele sowie die jeweils damit verbundenen Erfordernisse betrachtet werden. Aus dieser Perspektive lassen sich Prinzipien, Anforderungen und eine Abbildung der Ist-Situation ableiten. Aus dem Blick auf Unternehmens- und daraus resultierende Ziele für den Produktionsbereich ergeben sich die Anforderungen aus Prozess- und IT-Sicht. Durch einen Vergleich der aktuellen und gewollten Architektur lassen sich dann zugehörige Vorteile definieren sowie der erforderliche Weg und die einzelnen Schritte, um diese ‚Benefits‘ und gesteckten Ziele zu erreichen. Diese sind wiederum von Bereich zu Bereich unterschiedlich. Aus IT-Sicht sind Harmonisierung und flexible Interoperabilität sowie ein hoher Sicherheitsgrad und schnelle Reaktionszeiten auf Anfragen nur Beispiele für die zahlreichen Aspekte, die es zu beachten gilt.

Zugriff auf praxisbewährtes Branchen-Know-how

Um bei der Prozessgestaltung nicht in eine gewisse ‚Betriebsblindheit‘ zu verfallen, empfiehlt es sich, in diesen Ablauf einen externen Berater oder ein Unternehmen mit entsprechender Erfahrung einzubinden. Diese ‚Sicht von außen‘ stellt sicher, dass auch Wissen aus vergleichbaren Märkten in der Gesamtlösung berücksichtigt wird. Es gibt Anbieter, die sich auf ‚vertikale‘ Lösungen spezialisiert haben und beispielsweise im Bereich Pharmazie, Food & Beverage oder Automobile bereits über das entsprechende Branchen-Know-how verfügen.

Dadurch können die Integratoren aus praktischer Erfahrung die Vorteile darstellen, die sich für Unternehmen der jeweiligen Branche etwa durch den Einsatz von MES ergeben können und auch, welche finanziellen Auswirkungen die Einführung einer solchen IT-Lösung in Anwender-Unternehmen erzielt hat. Weiterhin steht bei branchenerfahrenen Anbietern in der Regel eine Sammlung von Anforderungen, Vorteilen und Nutzen zur Verfügung, die sich auf verschiedene Funktionen in einem Prozessablauf oder auf Unternehmensbereiche herunterbrechen lassen.

Diese ‚Best Practices‘ bilden die Basis für eine Analyse, um die Situation vor Ort in Vergleich zum ‚Industriestandard‘ zu setzen. Dabei werden Anforderungen und Lösungsvorteile aus dem spezialisierten Industriesegment mit der Situation des Unternehmens verglichen. Diese sogenannte Gap-Analyse betrachtet nicht nur bestehende Prozesse und ihren finanziellen Einfluss auf Produktion oder Wertschöpfung der Produkte, sondern zeigt gleichzeitig auch Verbesserungspotenziale auf. Im Vergleich mit den Marktbedürfnissen und den erfolgreichsten Unternehmen im Markt werden auch die Visionen des Unternehmens unter der Fragestellung berücksichtigt, wie diese im Marktumfeld zu betrachten sind.

Kritischer Blick auf Kosten und Anforderungen

Diese Vorgehensweise ermöglicht es in kurzer Zeit, ein anbieterneutrales, kostenoptimiertes Pflichtenheft zu erstellen, das die üblichen Marktanforderungen und die Anforderungen des Unternehmens abbildet. Darüber hinaus können finanzielle und unternehmerische Aussagen über den Projektbereich getroffen werden, in dem die Initiative oder das Projekt begonnen werden sollte. Nicht zuletzt zeigt sich in diesem Schritt, welche Initiative die schnellste Amortisation oder den höchsten ‚Return on Investment‘ (ROI) verspricht.

Damit die Anforderungen des Unternehmens mit einem MES umgesetzt werden können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehört, dass der ausgewählte Anbieter nicht nur eine Gesamtlösung bieten kann. Der Software-Integrator sollte bei Bedarf in der Lage sein, Funktionsschwerpunkte wie die beispielsweise im Bereich Lebensmittel und Getränke häufig geforderten Module Performance Management, Qualitätsmanagement oder Produktionsmanagement einzeln oder auf einander aufbauend einzuführen. Dieses Vorgehen gestattet dem Unternehmen, nach Bedarf und berechnetem Optimierungspotential andere Bereich sowie weitere Funktionen, wie etwa Material- oder Energiemanagement, sukzessive durch IT-Einsatz zu unterstützen. Gerade beim Thema Energiemanagement verspricht eine modulare Lösung in Verbindung mit produktionsnaher IT Mehrwert, da sich so die Energiekosten pro Produkt oder Maschine sowie bezogen auf die Produktionsleistung analysieren lassen. Für dieses Vorgehen bildet eine offene Manufacturing Operational Management-Plattform (MOM) eine wesentliche Grundlage.

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