Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Betriebsdatenerfassung pro Maschinenressource

Werkstatt-Integration

Um im Unternehmenssystem schnell auf Informationen aus der Werkhalle zugreifen zu können, setzt die Felsch Spritzguß GmbH eine integrierte Betriebsdatenerfassung ein. Informationen vom Werker-Arbeitsplatz stehen dem Produktionsmanagement somit zeitnah zur Verfügung. Im Gegenzug lassen sich am Maschinenterminal fertigungsrelevante Informationen und Dokumente abrufen.

Bild: Felsch Spitzguß GmbH

Das 1988 gegründete Familienunternehmen Felsch Spritzguß GmbH stellt vorwiegend technische Kunststoffteile für industrielle Anforderungen im Spritzgussverfahren her. Die Produkte kommen in zahlreichen Bereichen des Geräte- und Maschinenbaus, der Elektroindustrie, der Medizintechnik oder der Werbung zum Einsatz. Als Dienstleister und Zulieferer liefert das Unternehmen neben dem reinen Fertigungsverfahren des Spritzgießens komplette Baugruppeneinheiten, die in der hauseigenen Montageabteilung kundenwunschorientiert zusammengesetzt und verpackt werden. So ist es möglich, dass das Unternehmen sich speziell auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden einstellt, bevor die Kunststoffprodukte und Systembaugruppen in Serienproduktion gehen.

Um das Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen wie Spritzgussfertigung, Montage, Werkzeugbau und Warenlager zu optimieren und übersichtlicher zu gestalten, führte das Unternehmen 2006 die Enterprise Resource Planning-Lösung (ERP) Proalpha ein. Neben den Standardmodulen Vertrieb, Einkauf und Finanzbuchhaltung wird bei Felsch mit den Modulen ‚chaotische Lagerhaltung‘, ‚Automatische Fertigungsterminfindung‘ (APS) und ‚Lohnbuchhaltung gearbeitet‘.

Daten dort erfassen, wo sie anfallen

Um Informationen vor Ort in der Werkhalle aufnehmen zu können, hat das Unternehmen als Erfassungsgeräte einfache Windows 7 Tablet-PCs aufgestellt. Jede Spritzgussmaschine hat ihr eigenes Terminal. Durch diese feste Verdrahtung von Erfassungsgerät und Maschine werden nicht nur unnötige Laufwege eliminiert. Auskunfts- und Auftragsvorratsfunktionen werden so gefiltert, dass an den Terminals ausschließlich Daten zu sehen sind, die auch an der Maschine benötigt werden. Prüf- und Messdatenerfassung der laufenden Fertigung sind heute Standard eines jeden Serienfertigers. Teile werden direkt an der Maschine vermessen und über die Messdatenerfassung in der Betriebsdatenerfassung (BDE) des Anbieters ISM – Integral Systemtechnik GmbH dokumentiert. Diese können direkt im ERP-System ausgelesen werden.

Für Maschinenressourcen werden in der Software spezielle Buchungsfunktionen bereitgestellt, sowie eine Informationsfunktion für den Maschinenpark. Im Gegenzug lassen sich fertigungsspezifische Dokumente wie Einstellblätter, Qualitätssicherungsdokumente oder Arbeits- und Prüfanweisungen am Tablet-PC an der Maschine anzeigen. Die Dokumente sind im Dokumentenmanagement (DMS) des Unternehmenssystems hinterlegt. Somit stellt das BDE-Portal dem Werker genau die passenden Dokumente bereit. Touch-Funktionen unterstützen dabei ein zielsicheres Navigieren, etwa beim Zoomen durch das Spreizen von zwei Fingern.

Die Maschine gibt den Takt an

„Betriebsdatenerfassungssoftware gibt es viele. Die überwiegende Anzahl der Hersteller geht davon aus, dass die menschliche Person im Vordergrund der Erfassung steht. Im Zeitalter der Automatisierung hat sich die Art der Arbeitsweise deutlich verändert. Es ist die Ressource Maschine, die den ‚Takt‘ angibt und der Mensch überwacht nur noch. Aus diesem Grund kommt eine ‚personalbezogene‘ BDE, bei der ein und derselbe Mitarbeiter den Auftrag an- und abmelden muss, nicht in Frage. Vielmehr haben wir Ressourcen, wie eine Spritzgussmaschine, die den Auftrag führen. Der Mensch überwacht den Fertigungsprozess, der auch mal über mehrere Schichten oder Tage dauern kann“, erläutert Rüdiger Felsch, kaufmännischer Leiter und Verantwortlicher für die Datenverarbeitung.

Für Felsch Spritzguß ist der Maschinenbezug der BDE daher ein K.o.-Kriterium. Eine werkerbezogene BDE ist aber für nachgelagerte Produktionsprozesse wichtig. Dank der direkten Integration in das ERP-System gelangen die Daten ohne Medienbruch in das Unternehmenssystem. Zudem lassen sich Customizing, Schulung, Administration und Wartung an einer Plattform ausrichten. Überall, wo Menschen Maschinen überwachen, ist der Maschinenstatus dieser oder anderer Ressourcen ersichtlich. So kann ein unerwünschter Zustand deutlich schneller abgestellt und der Leistungsgrad der Fertigung erhöht werden. Allein die entfallende Bereitstellung von Papierunterlagen ermöglicht die Einsparung von arbeitstäglich rund vier Stunden in der Arbeitsvorbereitung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit der Übernahme des IoT-Spezialisten Bright Wolf, will der IT-Dienstleister Cognizant seine Expertise im Bereich Internet of Things erweitern.‣ weiterlesen

Vorherzusagen, wann ein Werkzeug kaputt geht, ist nicht leicht. Mittels der Messung von Schallemissionen ist dies zwar möglich, aber auch teuer. Kombiniert man jedoch gängige Verfahren mit neuen Technologien, ergeben sich immer bessere und schnellere Verfahren.‣ weiterlesen

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die europäische Datenschutzgrundverordnung, meist nur DSGVO genannt. Der IT-Sicherheitsspezialist Rohde & Schwarz Cybersecurity berichtet, wie es um die Umsetzung in der hiesigen Industrie steht.‣ weiterlesen

In vielen Ländern Europas scheint sich der Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Darauf deuten die Zahlen des Europäischen Arbeitsmarktbarometers hin, das nun erstmals veröffentlicht wurde.‣ weiterlesen

Eine IoT-Sicherheitsarchitektur sollte sowohl in IT- als auch in OT-Umgebungen für mehr Transparenz sorgen und Prozesse schützen. Dazu müssen die Daten aus dem IoT-Edge erfasst und extrahiert werden. Auf dieser Grundlage können Unternehmen effizienter agieren, bessere Geschäftsentscheidungen treffen und Digitalisierungsprojekte beschleunigen.‣ weiterlesen

GBTEC und Proalpha haben angekündigt, zukünftig in den Bereichen Process Mining und Business Intelligence zusammenzuarbeiten. Kunden sollen so einen Mehrwert bei der digitalen Transformation erhalten.‣ weiterlesen

Beim Anlagen- und Werkzeugbau setzt die Volkswagen AG auf Datendurchgängigkeit. Die Projektmanagement-Software Coman vernetzt die Projektbeteiligten dazu durchgängig und digital, bis hin zu den Zulieferern. Denn wenn Manager Giuseppe Lo Presti früh erkennt, dass es in einem Gewerk gerade nicht rund läuft, können gezielte Maßnahmen erfolgen.‣ weiterlesen

Mehr als eine Milliarde Schadprogramme verzeichnet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im aktuellen Lagebericht. Und auch die Corona-Pandemie wirkt sich auf die aktuelle Sicherheitslage aus.‣ weiterlesen

Eine Voraussetzung bei der Entwicklung von industriellen KI-Anwendungen sind ausreichende Daten. Diese sind jedoch nicht immer in der benötigten Menge, Qualität oder Struktur vorhanden. Anhand eines konkreten Beispiels erläutert dieser Beitrag, wie sich ein Data Lake anlegen und mit Daten füllen lässt, bis er ein Fundament für quasi beliebige KI-Applikationen bildet.‣ weiterlesen

CIOs setzen auf Automatisierung und KI, um wachsende Kluft zwischen begrenzten IT-Ressourcen und steigender Cloud-Komplexität zu überbrücken. Dies geht aus einer Studie von Dynatrace hervor.‣ weiterlesen

Zahlreiche Geräte verbinden sich heutzutage mit dem Firmennetzwerk. Neben offensichtlichen Geräten wie Büro-PCs und Maschinensensoren gibt es meist auch solche, die keiner auf dem Radarschirm hat. In diesem verborgenen Internet of Things könnten Einfallstore für Cyberkriminelle sein.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige