ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Beitrag drucken

Folienproduktion

Inline-Überwachung für gleichbleibende Qualität

Folien sind in der Industrie vielseitig im Einsatz: Waren werden darin verpackt, Ladungen und Paletten mit Folien gesichert. Um den neuen Standards in der Transportsicherung gerecht zu werden und diese auch gemäß der neuen EU-Richtlinien nachweisen zu können, ist es wichtig, dass das Material eine gleichbleibende Qualität hat. Eine Innovation in der Produktion von flexibler Verpackung hilft nun, die Qualitätsstandards zu definieren, zu kontrollieren und stellt dem Folienkunden alle relevanten Parameter per Cloud zur Verfügung.

Bild: Filmex II Windmöller & Hölscher KG

Bild: Filmex II Windmöller & Hölscher KG

Der Verwerter der Folie kann keine Kompromisse bei der Beschaffenheit, und somit bei Stabilität und Sicherheit, eingehen. Für den Hersteller ist es allerdings eine große Herausforderung, Folien zu produzieren, die über den gesamten Prozess gleichbleibend gute Eigenschaften aufweisen. Mit dem Film Performance Monitor hat Windmöller & Hölscher als einer der führenden Hersteller von Maschinen zur Verpackungsmittelproduktion in Zusammenarbeit mit der Aixtrusion GmbH aus Arnsberg ein System zur Inline-Überwachung entwickelt und in die neue Gießfolienanlage Filmex II integriert.

Bisher nur Auszüge geprüft

Bisher werden ausschließlich Auszüge aus der Produktion in einem Labor geprüft, um die Qualität der Folien sicherzustellen. Diese Daten sagen als Stichprobe allerdings nur bedingt etwas über die Beschaffenheit der gesamten Charge aus. Eine höhere Probendichte ist aufgrund des höheren Ausschusses und Aufwandes unwirtschaftlich. Deshalb entstand die Idee, durch Messgrößen direkt aus dem Produktionsprozess Informationen zur Folienqualität zu generieren. In einem ersten Schritt wurden Prozessparameter ermittelt und zentral gespeichert. Daraus ergab sich, dass eine physikalische Größe, gemessen an einer bestimmten Stelle im Produktionsablauf, zuverlässige Aussagen über die zu erwartenden Folieneigenschaften möglich macht.

Kontinuierlich erfasst

Mit einem bei Aixtrusion entwickelten Messsystem wird diese Größe nun kontinuierlich erfasst und jeder produzierten Rolle zugeordnet. Die Daten werden zentral gespeichert, mit den Stichproben aus dem Labor zusammengeführt, die hinterlegten Qualitätsmodelle validiert und gegebenenfalls rekalibriert. Zur eindeutigen Identifizierung erhält jede Rolle einen maschinenlesbaren Code. Die Messwerte werden lokal gespeichert und individuell auftragsbezogen über eine Cloud-Plattform an den Kunden übermittelt. Diese können dann gezielt zur maschinellen Verarbeitung der Folie genutzt werden. Die durchgängige Informationskette gewährleistet beispielsweise eine qualifizierte Ladungssicherung.

Austausch über die Cloud

„Die Mandantenfähigkeit und die Sicherheit waren wichtige Themen“, erklärt Marcus Schlüter, Geschäftsführer bei Aixtrusion. Für die ‚Folienkunden‘ sind nur auftragsbezogene Daten verfügbar, die nach einer festgelegten Zeit gelöscht werden. Die Cloud dient als Austausch- und B2B-Plattform. „Eigenschaften wie Skalierbarkeit, Erweiterbarkeit mittels standardisierter Schnittstellen und die Nachverfolgbarkeit von Produkteigenschaften sowie die genannte Mandantenfähigkeit sind nicht nur hier, sondern in der gesamten Industrie 4.0 zentrale Aspekte“, so Schlüter.

Schnittstelle zum Entwickler

In der jetzigen Form liefert das System Daten lediglich ‚one way‘ in Richtung Kunden. Um die Qualität der Folie auch darüber hinaus im Auge zu behalten und die Vorhersagbarkeit der Eigenschaften weiter zu verbessern, ist als nächster Schritt eine Schnittstelle zum Wickelstretch-Automat angedacht. So kommen die Daten aus der direkten Anwendung zurück zum Hersteller. Dadurch soll zukünftig ein noch klareres Bild der Folienqualität entstehen.

Inline-Überwachung für gleichbleibende Qualität
Bild: Filmex II Windmöller & Hölscher KG



Das könnte Sie auch interessieren

Durch die Digitalisierung sollen hiesige KMU ihre Produktivität verbessern und auf dem weltweiten Markt mithalten können. Um auch Unternehmen mit weniger Ressourcen digitale Helfer zur Verfügung zu stellen, arbeiten Forschung, IT-Firmen und Produzenten im Rahmen des Projektes ‚Enable KMU‘ am Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie (IPT) derzeit an einer App-Plattform für industrielle Anwendungen. ‣ weiterlesen

Mittelstand ist fit für die vierte Revolution

Erfolgsgarant für die digitale Transformation in Deutschland ist die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um Ergebnisse aus der Spitzenforschung in die industrielle Anwendung zu bringen. Dieses Fazit zogen 280 Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft auf dem zweiten Fachkongress ‚Industrie 4.0 in der Praxis‘ am 11. und 12. Mai in Paderborn. Sie diskutierten Lösungen, Erfahrungen und künftige Herausforderungen auf dem Weg zur intelligenten Produktion.

‣ weiterlesen

Was muss smarte Robotersimulation können?

Roboter entwickeln sich im Zuge der digitalen Transformation zur festen Instanz im Privat- und Berufsleben. Insbesondere in der Produktion wird es einen Paradigmenwechsel geben. Und die nächste Generation des ‚Kollegen Roboter‘ steht schon in den Startlöchern: smarter, intelligenter, einfacher zu bedienen. Bei Einrichtung und Betrieb der Roboter ist höchste Präzision gefragt, um kostenintensive Ausfallzeiten zu vermeiden. Für entsprechende Planungssicherheit und Produktqualität sorgen Werkzeuge zur Robotersimulation. Welche Aufgaben muss solch eine Software beherrschen? ‣ weiterlesen

Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland setzt zunehmend auf das Servicegeschäft. Eine Studie des Beratungshauses Bearingpoint zeigt, dass in diesem Bereich noch viel Raum für Verbesserungen gibt.

‣ weiterlesen

Nach einer Studie hat gerade einmal ein Fünftel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland die digitale Transformation eingeleitet. Scheinbar benötigt ein Großteil der deutschen Firmen noch Unterstützung bei der Vernetzung von Prozessen, Services und Produkten. Hier will die DSAG, die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe, mit ihrem Angebot unterstützen. ‣ weiterlesen

Deutsch-australische Kooperation vereinbart
Vereinbarung zur engeren Deutsch-Australischen Kooperation im Bereich Industrie 4.0 auf der Hannover Messe 2017 . Mit dabei die deutsche Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und die australische Botschafterin Lynette Wood (Bild: Plattform Industrie 4.0)

Deutschland und Australien wollen bei der Entwicklung einer Industrie 4.0 künftig enger zusammenarbeiten. Während der Hannover Messe 2017 wurde hierfür eine umfassende Kooperation beschlossen.

0822 ‣ weiterlesen