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Ausfallzeiten durch engmaschiges Monitoring senken

Im Hinblick auf ihre Lieferketten-Anforderungen zählt die Automotive-Industrie zu den anspruchsvollsten Branchen. Um die gleiche Zuverlässigkeit, wie sie von der Logistik erwartet wird, auch im Fertigungsumfeld aufrechterhalten zu können, lassen sich Instandhaltungsprozesse detalliert in Spezialanwendungen abbilden und optimieren.

Bild: Liebstückel

Kaum eine Industrie unterliegt einem so großen Automatisierungsgrad wie die Automobil-Branche: Maschinen und Anlagen müssen reibungslos laufen, um den Takt zu halten. Denn bei Störungen fallen nicht nur Kosten für die Störungsbehebung an, sondern auch durch Qualitätseinbußen und Produktionsausfälle. Nielsen Research befragte im Jahr 2005 Verantwortliche bei Autobauern und Lieferanten zu möglichen Verlusten: Durchschnittlich kosten Produktionsstörungen demnach 22.000 US-Dollar pro Minute. Einige Manager bezifferten die Schäden sogar auf bis zu 50.000 Dollar pro Minute. Entsprechend hoch ist der Druck auf die Instandhaltung, Ausfallzeiten zu reduzieren und den Betrieb rasch wiederherzustellen – und die Notwendigkeit, Optimierungspotenzial auszuschöpfen.

Impulsgeber für zuverlässige Produktionsnetzwerke

Gleichzeitig zeigt ein Blick in die Branche, dass die Instandhaltung nicht immer mit dem Fortschritt in der Supply-Chain Schritt gehalten hat. Oft gibt es nur wenige Synergien mit den häufig ausgefeilten Prozessen in Karosseriebau, Lackiererei oder Montage. Zudem sind IT-seitig vielfach noch ‚Stand Alone‘-Systeme im Einsatz, dadurch fehlt häufig der Überblick über Bestände und Aufwände. Mitunter werden Ausfälle, Laufzeiten und Ursachen nicht oder nur manuell dokumentiert. Hohe Kosten sind die Folge, wenn etwa unnötig Ersatzteile vorrätig gehalten werden. In einigen Unternehmen bewegen sich die Lagerwerte für Instandhaltungsaufgaben im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.

Viele Firmen reagieren zudem lediglich auf Störungen. Maßnahmen zur vorbeugenden Instandhaltung hingegen können Impulse für eine zuverlässige Gestaltung des Produktionsnetzwerks liefern. Diese Strategie setzt auf regelmäßige und vorsorgliche Aktivitäten auf der Grundlage von Datenerhebung und Auswertungen, um den reibungslosen Ablauf aufrechtzuerhalten. So können Störungen weitgehend vermieden und eine schnelle Behebung von Ausfällen angestrebt werden.

Wartungsprozesse situationsgerecht steuern

Die Software SAP Enterprise Asset Management (EAM) unterstützt vor diesem Hintergrund Fertigungsunternehmen dabei, Instandhaltungsprozesse zu steuern. Die Anwendung erlaubt eine Integration des Aufgabenbereichs in das führende Enterprise Resource Planning-System (ERP) eines Unternehmens. Das gestattet den Blick auf Prozesse etwa in Lager, Einkauf, Controlling und Buchhaltung und zeigt Potenzial für Synergien auf, auch über Standorte hinweg. Die Anwendung ist darauf ausgelegt, die Struktur ganzer Werke und Anlagen mit ihrem Maschinen-Fuhrpark, Messgeräten und Gebäuden abzubilden. Zu den unterstützten Geschäftsprozessen gehören Inspektionen, Wartungen, Instandsetzung und Modernisierungen. Zentrale Funktionen umfassen Kalkulation, Bedarfsermittlung und Verfügbarkeitsprüfung.

Dabei werden auch Abläufe wie Fahrzeugverwaltung, Aufarbeitungsprozesse und Kalibrierung von Prüfwerkzeugen unterstützt. Auch eine situationsorientierte Instandhaltung mit elektronischen Benachrichtigungen etwa bei Anlagenausfall oder Erreichen von Wartungszyklen kann das Programm abbilden. Der Funktionsumfang ist auch auf den Einsatz in mittelständischen Unternehmen ausgelegt. Als Ergänzung gestattet das Modul Pool Asset Management (PAM) zudem die Verwaltung von gleichartigen Vermögensgegenständen – etwa Poolfahrzeugen – von der Bedarfsanforderung bis zur Abrechnung der Leistung. Eine Plantafel unterstützt Anwender bei planerischen und steuernden Funktionen, entsprechende Auswertungen stellen beispielsweise Ist-Kosten und -Aufwände den Soll-Werten gegenüber oder dokumentieren Ausfallhäufigkeit und Reaktionszeit.

Bedarfsorientierte Instandhaltungskonzepte

Mit der Gesamtlösung lassen sich verschiedene Strategien für Wartung und Reparatur umsetzen: So kann neben einer traditionellen, ausfallorientierten Instandhaltung auch die Instandhaltung über Wartungsintervalle hinsichtlich Terminierung und Ressourcen gesteuert werden. Über die Anwendung des Walldorfer Softwarekonzerns können dazu Inspektions- und Wartungszyklen geplant und an die Auslastung gekoppelt werden. Dafür lassen sich Grenzwerte für die Nutzung von Verschleißteilen anlegen. Ist beispielsweise eine definierte Anzahl von Bohrungen, Stunden oder Hüben erfolgt, meldet das System, dass die Komponente instandgesetzt oder ausgetauscht werden muss. Das verringert die Risiken von Ausfällen und gestattet kürzere Reaktions- und Bearbeitungszeiten durch feste Regeln für die Störungsbehebung. Von einer entsprechend zuverlässig organiserten Instandhaltung können dann auch Supply Chain-Strategien wie ‚Just-in-Sequence‘ profitieren.

 

Change-Management sorgfaltig planen

Bei Software-Integrationsprojekten in der Instandhaltung gilt es zu berücksichtigen, dass die Umsetzung nicht als reines IT-Projekt realisierbar ist. Im Rahmen einer solchen Umstrukturierung kommen Aufgaben hinzu oder fallen weg, Zuständigkeiten wechseln. Diesen Vorgang mit Change-Management zu begleiten, sollte daher von Anfang an eingeplant werden. Die Implementierung erfordert auch eine enge Einbindung der Fachbereiche: Sie liefern wertvolle Informationen zu den Prozessen und unterstützen Standardisierungsprozesse. Betroffene Abteilungen und Mitarbeiter sollten Gründe, erwartete Vorteile, aber auch punktuell notwendigen Mehraufwand kennen. Diese Mitarbeiter können als Multiplikatoren und Trainer die Vorteile an ihre Kollegen weitergeben und so die Akzeptanz im Fachbereich erhöhen. Zielkonflikte können dadurch häufig im Vorfeld entschärft werden. Geführt werden sollte das Gesamtteam von einer Gruppe aus erfahrenen Projektmanagern, Vertretern der IT und externen Spezialisten, wenn etwa Drittunternehmen in das Projekt einbezogen sind. Über weitere Gremien mit Abteilungs- und Bereichsleitern sollte das Projekt zudem für Rückhalt im Management sorgen. Auf oberster Ebene können so notwendige Entscheidungen rasch getroffen werden.

Ausfallzeiten durch engmaschiges Monitoring senken
Bild: Liebstückel



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