Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Die Triade von Cash, Payback und Dominance

Wie Unternehmen die Covid-Krise bewältigen

Nicht alle Unternehmen sind gleich schwer von der Covid19-Pandemie betroffen und nicht in jedem Fall sind dieselben Schritte einzuleiten. Dieser Beitrag sieht Firmen in drei typischen Situationen – und beleuchtet jeweils die vielversprechendsten operativen und strategischen Maßnahmenkataloge.

(Bild: ü,ö. Strategie und Design GbR)

(Bild: ü,ö. Strategie und Design GbR)

Covid-19 hat heftig zugeschlagen, Planungen zerstört und bedroht nicht nur heute, sondern auch langfristig Millionen von Existenzen. Defizite hinsichtlich der eigenen Liquiditätssubstanz sowie der strukturellen Transformation wurden schonungslos offengelegt und müssen nun im Notfall-Modus gelöst werden. Unternehmen werden sich, das unterscheidet die heutige von vergangenen Krisen, auf längere Umsatzeinbrüche einstellen. Denn von einer schnellen Erholung der Wirtschaft ist nicht auszugehen. Die Kaufkraft der Konsumenten und die Investitionsbereitschaft sind auf niedrigem Niveau und eine rasche Erholung ist nicht zu erwarten. Gleichzeitig werden langfristige Planungen und somit Finanzierungslösungen aufgrund einer zunehmenden Instabilität, Volatilität und einer unsicheren Zukunft immer schwieriger.

Fehlender Payback und höhere Ausgaben

Mit den Hilfsprogrammen der Bundesregierung oder anderen Krediten sind die Zahlungsfähigkeit und somit das Überleben für das Erste gesichert. Doch diese Verschuldung bringt keinen nennenswerten Payback oder zukünftigen ROI. Dringend benötigte Innovationen, die gleichzeitig auch Resilienz-Substanz für kommende Krisen bilden, werden somit erst einmal zurückgestellt. Hinzu kommen zusätzliche unproduktive Kosten, die durch die zu ergreifenden Covid-19-bedingten Maßnahmen anfallen: die Umsetzung der Hygienekonzepte, eine sicherheitsorientierte Ausrichtung von Lieferketten oder Investitionen in die minimale Kollaborationsausstattung.

Drei Typen von Unternehmen

Nicht alle Unternehmen stehen derzeit finanziell mit dem Rücken zur Wand. Auch in dieser Krise gibt es diejenigen, die gut aufgestellt sind und den Fokus auf Wachstum legen können. Grundlegend können drei Typen von Unternehmen definiert werden, deren unternehmerischer Spielraum von sehr gering bis sehr hoch angesiedelt ist:

Cash is King – Diese Unternehmen befinden sich aktuell im Überlebensmodus. In der Regel waren sie bereits vor Corona unter Druck, der harte Existenzkampf wurde durch Covid-19 nun in aller Härte ausgelöst. Hier steht die Sicherung der Liquidität und der Existenz im Vordergrund, beispielsweise über Innenfinanzierungskraft, assetbasierte Liquiditätsschöpfung oder Staatshilfen.

Payback is King – Es besteht Liquidität, um handlungsfähig zu bleiben. Der Schwerpunkt dieser Unternehmen liegt auf Performance-Steigerung oder auf der strukturellen Transformation mit dem klaren Ziel der Zukunftssicherung.

Dominance is King – Dieser Teil der Unternehmen verfügt über erhebliche unternehmerische Spielräume, um ihre Marktposition weiter aktiv zu gestalten. Durch ihre finanzielle Substanz können sie die Karte der stabilen Zukunft und somit Supply-Chain-Sicherheit ausspielen und Marktanteile organisch gewinnen. Darüber hinaus verfügen sie über Mittel, aktiv in die Zukunft zu investieren, gegebenenfalls auch in Form von M&A-Transaktionen. In der aktuellen Situation hat sich die normale Verteilung infolge der Corona-Pandemie deutlich in Richtung Cash is King verschoben, da deutlich mehr Branchen unmittelbar von den Auswirkungen betroffen sind als in früheren Krisen. Im Juni reichte die Liquidität für rund 40 Prozent der Unternehmen nicht länger als zwei Monate in die Zukunft. Im April/Mai lag dieser Wert sogar bei 50 Prozent. Diejenigen hingegen, die mit einem guten Liquiditätspolster ausgestattet sind und ihren unternehmerischen Fokus nach wie vor flexibel selbst bestimmen können, bewegen sich im einstelligen Prozentbereich.


Das könnte Sie auch interessieren:

Ab und zu fehlte ein Schlüssel im Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd. Beim letzten Mal gab das den Impuls, anstatt neue mechanische Zylinder in die rund 220 Türen des Komplexes einzubauen, die alte Technik durch das Bluesmart-System von Winkhaus zu ersetzen.‣ weiterlesen

Mit 100,5 Punkten hält sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November stabil und liegt weiter im leicht über der neutralen Marke. Auf europäischer Ebene sank der Frühindikator allerdings erneut.‣ weiterlesen

In einer neuen Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 untersuchen das FIR an der RWTH Aachen und das Industrie 4.0 Maturity Center den Status-quo und die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie bei der Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung von industriellen Daten und geben Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt FabOS soll eine KI-Bin-Picking-Anwendung entstehen, die ein verbessertes Erkennen, Greifen und definiertes Ablegen von Blechteilen in der Produktion ermöglicht.‣ weiterlesen

Die Digitalisierung des Qualitätsmanagements stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Daher haben das Fraunhofer IPT und die FH Südwestfalen im Forschungsvorhaben 'Qbility - Quality 4.0 Capability Determination Model' ein datengetriebenes Reifegradmodell entwickelt, das die Anforderungen eines digitalisierten Qualitätsmanagements bei KMU adressiert.‣ weiterlesen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt sicherheitsrelevante Patches und Updates so schnell wie möglich, unter Abwägung des jeweiligen Risikos, einzuspielen, auch wenn im professionellen und insbesondere industriellen Umfeld automatisierte Software-Updates mit unerwünschten Einschränkungen der Funktionalität - etwa durch einen Neustart des Systems - verbunden sein können.‣ weiterlesen

Im Gegensatz zu anderen Cyberangriffen bieten Attacken mit Ransomware auf den ersten Blick einen einfachen Ausweg: die Zahlung des geforderten Lösegelds.‣ weiterlesen

Nach 84,5 Punkten im Oktober kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex im November auf 86,3 Punkte. Die Unternehmen blicken demnach weniger pessimistisch auf die nächsten Monate.‣ weiterlesen

In Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille bietet eine neue Software des Fraunhofer IGD digitale Unterstützung von Absortiervorgängen. Zusammengehörige Bauteile werden direkt im Sichtfeld der Beschäftigten an der Produktionslinie farblich überlagert. Anwender im Automotive-Bereich können so etwa durch beschleunigte Prozesse und eine minimierte Fehleranfälligkeit Kosten reduzieren.‣ weiterlesen

Edge Management, Digital Twin und Data Spaces bilden die Schwerpunkte einer Zusammenarbeit zwischen der Open Industry 4.0 Alliance und dem Labs Network Industrie 4.0.‣ weiterlesen