Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Synchrone Prozesse bei Gebhardt Fördertechnik

Vollautomatische Produktionsplanung

Zwar werden Industrie 4.0, Smart Factory und KI seit Jahren diskutiert, ihre Produktion planen mittelständische und Großunternehmen in Deutschland dennoch häufig mit Excel – selbst nach Integration einer MES-Lösung. Hier setzt das algorithmische Planungssystem von Asprova an. Es kann die Planung per Tabellenkalkulation durch eine durchgängige und funktionsübergreifende Orchestrierung der Prozesse ersetzen.

 (Bild: Gebhardt Fördertechnik GmbH)

(Bild: Gebhardt Fördertechnik GmbH)

Die Produktionsplanung bildet das Gehirn einer Fertigung und sämtliche Organe des Unternehmens sind darauf ausgerichtet, ihre jeweiligen Tätigkeiten just-in-time auszuführen. Ist die Produktionsplanung mangelhaft, entstehen teure Verschwendungen. Zwar gibt es eine Reihe von Anbietern für Advanced-Planning-and-Scheduling-Software, doch viele fragmentierte Portfolios von funktional unabhängigen Anwendungen stoßen in Bezug auf die Planungsergebnisse an Grenzen. Zudem werden zahlreiche Industrie-4.0-Anwendungen erst mit vollautomatischen Funktionen zur Produktions- und Lieferkettenplanung (APS/SCP) möglich. Solche Lösungen ermöglichen es, horizontale, durchgängige und funktionsübergreifende Prozesse zu orchestrieren. Diese Fähigkeiten wollte auch die Gebhardt Fördertechnik GmbH entwickeln, als sie das algorithmische Planungssystem der Asprova AG implementierte.

Hohe Fertigungstiefe

Gebhardt produziert in hoher Fertigungstiefe Systemlösungen für die innerbetriebliche Logistik. Dabei werden nicht nur Güteraufzüge, Behälter-, variable Palettentransportsysteme und Robotertechnik (fahrerlose Transportsysteme) hergestellt, sondern ganze Lagersysteme für Großhandelsunternehmen und Automobilhersteller. Zu den Stärken des Unternehmens zählt es Software, Elektronik, Roboter und Anlagen aus einer Hand liefern zu können. Bis zur Einführung von Asprova APS 2016 wurde in der Fertigung mit Excel geplant und gesteuert. Doch bei den komplexen Fertigungsprozessen, wie Laserschneiden, Stanzen, Biegen, Drehen, Fräsen, Schweißen, der Vor- und Endmontage sowie der elektrischen Montage, war es den Mitarbeitern unmöglich mithilfe von Excel eine optimale Reihenfolgeplanung zu erstellen. Zumal die Auswärtsfertigung etwa für die Galvanisierung und Lackierung ebenfalls berücksichtigt werden musste.

Planung immer komplexer

Mit der Zeit erkannte das Unternehmen eine Reihe von Nachteilen, die direkt mit der mangelhaften Planung zusammenhingen. So entstand das Planungswissen fast ausschließlich im Kopf des Produktionsleiters und die Komplexität der Planungsprozesse nahm mit zunehmendem Produktportfolio und steigender Projektanzahl kontinuierlich zu. Der Starttermin für Produktionsaufträge wurde auf der Grundlage von Erfahrungswerten festgelegt und entsprach einer Push-Produktion. Auf Zuruf wurden Starttermine ständig neu festgelegt. Die asynchrone Fertigung der einzelnen Komponenten führte darüber hinaus zu oft langen Durchlaufzeiten – und die Stagnation in der Fertigung verursachte hohe Bestände, besonders bei den Halbfabrikaten. Vor dem Hintergrund beständigen Unternehmenswachstums trieb die steigende Zahl an Aufträgen die Planungskomplexität immer weiter in die Höhe. Ab einem gewissen Maß war eine Optimierung der Prozesse beinahe zwingend erforderlich.

Anforderungen formuliert

Um die Planung effizienter gestalten zu können, ermittelte der Intralogistik-Spezialist spezifische Regeln und Restriktionen, die das Feinplanungswerkzeug abbilden sollte. Dazu zählten eine Multi-Level-Finit-Kapazitätsplanung. Künftig sollten für alle einzelnen Prozesse die Hauptressourcen und Subressourcen gleichzeitig geplant werden – unter Berücksichtigung der verfügbaren Ressourcen. Alternative Ressourcen sollten sich im APS-System automatisch wählen lassen. Außerdem wollten die Verantwortlichen bei Gebhardt die Parallelprozesse sowie zusammenführende Prozesse synchronisieren. Die Verfügbarkeit von Rohmaterial und Halbfabrikaten sollten künftig in die Planung einfließen. Und schließlich wollte man die Planungsanwendung sowohl mit dem Schichtkalender der Mitarbeiter als auch der Auswärtsfertigung verbinden.

Genaues Abbild der Prozesse

Zur Einführung von Asprova APS fand Anfang Januar 2016 ein Kickoff-Workshop statt. Im Anschluss daran wurde die Schnittstelle zum ERP-System des Produzenten eingerichtet. Einmal pro Tag werden Daten von der SAP-Anwendung als Differenzialimport in das Asprova-System übertragen. Das betrifft etwa die Kundenaufträge, Plan- und Fertigungsaufträge, Arbeitspläne, Stücklisten, Materialstammdaten, Materialbestände, Materialbestellungen und den Arbeitsfortschritt in der Produktion.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Konsolidierung großer Datenmengen, um damit KI-Anwendungen für Produktionsprozesse zu entwickeln, fällt vielen Unternehmen noch schwer. Im Projekt ExDRa sollen Lösungen entstehen, die diesen Prozess spürbar vereinfachen. Dieser Text ist der Auftakt zu einer Artikelreihe zu den produktionsbezogenen Initiativen des vom BMWi geförderten Technologieprogramms Smarte Datenwirtschaft.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat einen neuen CTO. Zum 1 Juli hat Cyril Perducat das Amt des Chief Technology Officers übernommen.‣ weiterlesen

Um schon vor der Lieferung einer Werkzeugmaschine Einblicke in ihre Leistungsfähigkeit zu ermöglichen, arbeitet die Schweizer Starrag-Gruppe mit der NC-Simulationslösung Vericut. Anhand der ermittelten Daten lassen sich die für später angedachten NC-Programme feinjustieren, noch bevor die Maschine ihr Werk verlässt.‣ weiterlesen

Viele Firmen befassen sich gerade mit der Neuausrichtung Ihrer Lieferketten. Dabei bietet das europäische Estland auf einer Fläche so groß wie Niedersachsen beispielhafte Digitalisierungs- und Fertigungsexpertise. Zusammen mit dem vergleichsweise einfachen Marktzugang, der räumlichen Nähe und dem Rahmen der EU-Gesetzgebung dürfte das kleine Land ein zunehmend wichtiger Partner der hiesigen Industrie bei ihrer digitalen Transformation werden.‣ weiterlesen

Änderungen in Personalzeitwirtschaft und Entgeltabrechnung gehören im HR-Management zu den oft ungeliebten, aber dennoch regelmäßig anstehenden Aufgaben. Jede Änderung in den Betriebsvereinbarungen, Gesetzesnovellen oder tarifliche Neuregelungen verlangen die Überarbeitung von Schemen und Regeln in den Personalabteilungen. Und auch Adhoc-Änderungen müssen unmittelbar umgesetzt werden.‣ weiterlesen

ERP-Branchenlösungen sollen Standardgeschäftsprozesse und Spezialfunktionen unter einen Hut bringen. Innovachem für mittelständische Chemieunternehmen verbindet den Systemkern aus Basis von SAP S4/Hana etwa mit Modulen zur Rezepturentwicklung und Compliance-Prüfung. Das erspart so manche Programmierarbeit und Schnittstellenpflege.‣ weiterlesen

Aras Software hat einen neuen Geschäftsführer. Peter Schoppe hat mit Wirkung zum 1. Juli die Leitung des Plattformanbieters übernommen.‣ weiterlesen

Er ist schnell, leicht und verbraucht wenig Treibstoff: Der Hochgeschwindigkeits-Helikopter Racer kann Fluggeschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen. Die Schalenbauteile seiner Außenhaut werden mit einem neuartigen Fertigungsverfahren hochautomatisiert hergestellt. Ein Forscherteam des Fraunhofer IGCV hat die Methode gemeinsam mit Airbus Helicopters entwickelt.‣ weiterlesen

Dualis hat den neuen Hauptsitz des Unternehmens in Dresden bezogen. Der reguläre Arbeitsbetrieb begann am 19. Juli.‣ weiterlesen

Kawasaki Gas Turbine Europe plant, produziert, installiert und wartet Gasturbinen. In Bad Homburg befindet sich das europäische Zentrallager des Tochterunternehmens von Kawasaki Heavy Industries. Um dort fehleranfällige Prozesse abzulösen, hat das Unternehmen eine Lagerwirtschaftslösung eingeführt, die alle Transportbewegungen dokumentiert.‣ weiterlesen

Störungen in der Lieferkette können schnell zu Problemen führen. Jaggaer hat vier Tipps zusammengestellt, wie Unternehmen Schwachstellen in der eigenen Lieferkette identifizieren können.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige