Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

ERP-Prozesse zur nachhaltigen Produktion

Umschalten auf Kreislaufwirtschaft

Wenn Nachhaltigkeit weniger Trend als Notwendigkeit ist, dürfte auch bei Fertigern die Kreislaufwirtschaft ins Blickfeld rücken. Dabei werden Produkte nicht mehr nur produziert, sondern auf möglichst lange Nutzung ausgelegt und danach wiederverwertet. Es gibt eine Reihe von IT-Systemen, die solche Prozesse weitreichend digital abbilden.

 (Bild: ©Countrypixel.stock_adobe.com)

(Bild: ©Countrypixel.stock_adobe.com)

Mit der Verknappung von Ressourcen, unterbrochenen Lieferketten und dem Streben nach mehr Nachhaltigkeit liegt das Augenmerk auf einer möglichst langen Nutzung sowie Wiederverwertung von Produkten und Rohstoffen. Damit bewegt sich die Fertigungsindustrie in Richtung einer Kreislaufwirtschaft, und diese liegt gleichermaßen im Interesse der Kunden. Hersteller denken verstärkt darüber nach, wie sie ihre Produkte mit möglichst wenig Abfall entwerfen und produzieren, ausliefern und schließlich zum Ende des Produktlebenszyklus in den Reparatur- und Recyclingmarkt einführen können. Neben geringerer Umweltbelastung bringt diese auch geschäftliche Vorteile mit sich: verbesserte Effizienz, eine bessere Reputation in der Öffentlichkeit, gegenüber Aktionären und Investoren und damit auch eine bessere Mitarbeiterbindung. Doch das erfordert Veränderungen.

Enterprise Resource Planning

Dabei kommt ERP-Systemen eine wichtige Rolle zu. Sie verwalten den Lebenszyklus der Produkte – einschließlich Wartung, Wiederaufbereitung und Recycling. So kann eine ERP-Software etwa Tools für das Management des ökologischen Fußabdrucks bereitstellen, um diesen über den Produktlebenszyklus hinweg zu erfassen und Informationen zu liefern, die bei der Entscheidungsfindung helfen. Beispielsweise kann die ERP-Lösung Informationen über den prozentualen Anteil des Post-Consumer-Abfalls eines Produkts, der beim Verbraucher entsteht, bereitstellen. Dadurch können Hersteller wiederum beim Design eines Produkts nachbessern und es nachhaltiger gestalten. Die Unternehmenssoftware sollte außerdem Einblick in das Kosten- und Ertragsprofil des Produktlebenszyklus bieten. In vielen Fällen sind Funktionen für das Vertrags- oder Gewährleistungsmanagement in der ERP-Software ebenfalls unverzichtbar, damit Reparaturen oder Überholungen in Rechnung gestellt und die mit den Kunden bestehenden Garantien und Wartungsvereinbarungen eingehalten werden.

Servicegeschäft ausbauen

Servitization – die Erweiterung des Portfolios um Dienstleistungen oder eine Kombination von Produkt und Service – ist für Fertigungsunternehmen ein weiterer Baustein zur Weiterentwicklung des eigenen Geschäftsmodells. Daneben kann Servitization auch ein Anreiz für Unternehmen sein, Produkte bereits in der Design-Phase langlebiger zu gestalten.

Enterprise Asset Management

Um die Lebensdauer von Produkten zu erhöhen, können Unternehmen zudem eine Lösung für Enterprise Asset Management (EAM) einsetzen. Bereits verkaufte Produkte werden so während der gesamten Lebensdauer überwacht und können so besser gewartet werden. Auch können Unternehmen ihre Produkte mit Sensoren ausstatten und sie so IoT-fähig machen. Die dadurch gesammelten Daten können wiederum dazu genutzt werden, um Prozesse wie Nachbestellung, Organisation von Rücksendungen oder Ersatzlieferungen zu automatisieren.

Rücknahmelogistik

Wahrscheinlich eines der am schwersten zu lösenden Probleme für Unternehmen, die ein Kreislaufmodell einführen, ist die Rückführung der Produkte zur Wiederverwendung und Wiederaufbereitung. An dieser Stelle kommt die Rücknahmelogistik ins Spiel. Dabei muss für Anwender erkannbar sein, dass die Rückgabe eines Produkts Vorteile mit sich bringt. Eine Software für die Rücknahmelogistik kann komplexe Vorgänge verwalten, beispielsweise den Restwert eines Artikels feststellen, der nachbearbeitet oder repariert werden muss. Eine solche Software muss zudem auch den Standort, das Eigentum und den Status der in Reparatur befindlichen Komponenten nachverfolgen können, einschließlich derjenigen, die an Dritthersteller oder Serviceanbieter gegangen sind. Zudem soll die Lösung die Auswirkungen der Reparatur eines Artikels im Vergleich zum Austausch abbilden können. Verpackungen können ebenfalls durch die ERP-Software zurückverfolgt werden. Die Software kann beispielsweise Geolokalisierung oder Barcode-Scanning nutzen, um die Eigentumsverhältnisse von Assets zu erfassen und zu verfolgen. Unabhängig davon, ob es sich um wiederverwertbare Verpackungen oder zu reparierende Produkte handelt, ist die Rückwärtslogistik einer der wichtigsten Vorgänge, um das Modell der Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

Nützliche Daten für Entwickler

Für Hersteller ist die Entwicklung und Produktion von Produkten für das Recycling oft ein solider Business Case. Ein Unternehmen, das seine Produkte zurücknimmt und Rohstoffe recycelt, kann seine Kosten häufig signifikant senken. Falls Hersteller einen Großteil ihrer Einnahmen nach dem Verkauf erzielen, sollten sie die Daten zu den Produkt-Lebenszykluskosten zudem der Engineering-Abteilung zugänglich machen. ERP-, EAM- und Field Service Management-Lösungen können dabei helfen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Werkzeugmanagement eröffnet das Kennzeichnen von Assets mit Data Matrix Codes die Möglichkeit, Werkzeuge zu tracken und mit ihren Lebenslaufdaten zu verheiraten.‣ weiterlesen

Google Cloud gab kürzlich die Einführung der beiden Lösungen Manufacturing Data Engine und Manufacturing Connect bekannt. Mit den Tools lassen sich Assets einer Fertigungsumgebung vernetzen, Daten verarbeiten und standardisieren.‣ weiterlesen

Virtuelle multicloudfähige Plattformen können in Fertigungsbetrieben das Fundament bilden, um IT-Infrastruktur und Betriebsabläufe zu modernisieren und effizient zu betreiben. Denn das nahtlose Zusammenspiel von Cloud-Anwendungen, Softwarebereitstellung sowie Remote Work lassen sich mit digitalen Plattformen vergleichsweise einfach und global orchestrieren.‣ weiterlesen

Wibu-Systems ist Anwendungspartner im Projekt KoMiK. Im Mai wurde das Projekt abgeschlossen und der Karlsruher Lizensierungsspezialist hat zusammen mit den Projektpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft Empfehlungen zur Auswahl eines digitalen Kooperationssystems erarbeitet, inklusive eines Screening-Tools.‣ weiterlesen

MES-Lösungen verfügen über unterschiedliche Erweiterungsmodule, etwa für das Qualitätsmanagement. Der Ausbau der Basisfunktionen sorgt jedoch oft für Aufwand. Eine Alternative versprechen Cloudlösungen.‣ weiterlesen

Bei ihrer digitalen Transformation adaptieren Fertigungsunternehmen Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning und digitale Zwillinge. Cloud Computung hilft, dafür erforderliche Kapazitäten skaliert bereitzustellen.‣ weiterlesen

Mit mehreren neuen Partnern erweitert der Softwareanbieter ZetVisions sein Partnerangebot. Unter anderem sollen Pikon und People Consolidated das Beratungsangebot des Heidelberger Unternehmens ergänzen.‣ weiterlesen

Viele Deep-Learning- und Machine-Vision-Anwendungen stellen hohe Ansprüche an die eingesetzten Industrie-Rechner. Für den Einsatz in diesem Umfeld hat Hardware-Spezialist Spectra die PowerBox 4000AC C621A ins Programm genommen.‣ weiterlesen

Mit Hybrid Cloud-Lösungen wollen Firmen die Vorteile des privaten und öffentlichen Cloud-Betriebs erschließen. Managed Cloud Service Provider sind darin geschult, Fallstricke bei der Cloud-Nutzung solcher Infrastrukturen zu bewältigen.‣ weiterlesen

Per Low-Code-Tool können Anwender Prozesskonfigurationen selbst umsetzen. Im MES-Bereich ist dieser Ansatz noch selten zu finden, doch einige Lösungen gibt es bereits.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige