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Energiekostenvergleiche für Großverbraucher

Onlineplattform zum Stromeinkauf

Häufig schenken Unternehmen ihrem Stromversorger und -tarif wenig Beachtung – bis der Vertrag ausläuft. Dann stehen sie vor der Frage: Erneut beim gleichen Versorger abschließen? Oder genauer hinschauen und Sparpotenzial suchen? Die Digitalisierung der Gewerbestrombeschaffung bietet Unternehmen dabei neue Möglichkeiten.

Energiekosten & Sparpotenzial: Onlineplattform zum Stromeinkauf

Bild: © Pressmaster/Fotalia.com

Unternehmen mit einem Stromverbrauch von mehr als 100.000 Kilowattstunden und einer registrierenden Leistungsmessung (RLM) stehen einmal im Jahr vor der Strom-Frage. Denn sogenannte RLM-Verträge sind meist zeitlich befristet. Die Entscheidung darüber, wie viel Zeit und Aufwand in die Recherche eines neuen Tarifs gesteckt wird, hängt entscheidend mit dem Stromverbrauch des Herstellers zusammen. Einen hohen Energiebedarf haben besonders Firmen, die viel kühlen, heizen oder Druckluft benötigen, aber auch solche, die viele energieintensive Maschinen im Einsatz haben. Dann können sich bereits Einsparungen im Zehntel-Cent- oder Cent-Bereich pro Kilowattstunde signifikant auswirken.

Was ist RLM?

Gewerbekunden mit einem Jahresstromverbrauch ab 100.000 Kilowattstunden werden mittels einer RLM ( registrierende Leistungsmessung) gemessen. Dafür verfügen sie über eine spezielle Messeinrichtung, die alle 15 Minuten den Leistungsmittelwert misst. Das ergibt 35.040 Messwerte im Jahr, die an den Netzbetreiber übermittelt werden. Von dort werden sie an den Stromanbieter weitergegeben, der damit die Stromversorgung planen kann. Über einen Zeitraum von einem Jahr entsteht so der Jahreslastgang, der dem Kunden abgerechnet wird. Diese Art der Strommessung erfordert eine technische Umsetzung, die die Werte in Echtzeit übermittelt. Das wird beispielweise per GPS, Internet oder über die Stromleitung selbst sichergestellt.

Drei Wege bis zum Abschluss

In der Vergangenheit haben sich drei Wege etabliert, wie Unternehmen und Energieversorger zusammenkommen. Erstens: Die Gewerbetreibenden fragen direkt bei bestimmten Versorgern an, die ihnen geeignet vorkommen. Dieser Weg ist mit einem hohen Zeit- und Personalaufwand verbunden, da der Lastgang des Unternehmens bei jedem Versorger einzeln eingereicht und das Angebotsformular ausgefüllt werden muss. Außerdem lässt sich ein guter Überblick über verschiedene Preismodelle nur dann gewinnen, wenn möglichst viele Angebote angefragt werden. Zweitens: Die Unternehmen schalten einen Agenten oder Vermittler ein, der Angebote einholt und – oftmals anonymisiert – weitergibt. Komfortabel, aber teuer, denn die Vermittlung wird durch eine Provision bezahlt. Zudem sind die Empfehlungen des Agenten wenig transparent. Als dritte Möglichkeit stehen Online-Vergleichsportale für Privatpersonen zur Verfügung, die auch Verträge an kleinere Unternehmen vermitteln. Dazu müssen Firmen jedoch weniger als 100.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen und somit nach dem SLP (Standardlastprofil) abgerechnet werden.

Bewegung im Strommarkt

Es ist jedoch Bewegung in den Gewerbestrommarkt gekommen. Die Digitalisierung der Strombeschaffung, die für Privatkunden durch Portale wie Verivox oder Check24 schon seit mehreren Jahr selbstverständlich ist, könnte sich auch in der Unternehmenswelt etablieren. Der Gewerbe-strom-Online-Marktplatz e.less erlaubt Unternehmen beispielsweise seit Anfang 2018, ihren Lastgang nur einmal hochzuladen, um eine Übersicht verschiedener Optionen und Tarife zu erhalten. Diese werden in Echtzeit auf Basis der Preise an der Leipziger Strombörse (EEX) ermittelt. Durch einen integrierten Vertragsgenerator können Unternehmen in wenigen Minuten einen neuen Stromvertrag abschließen. Davor haben Unternehmen die Möglichkeit, ihrer Suche verschiedene Präferenzen voranzustellen, etwa ob sie Wert auf regenerative Energiequellen oder einen persönlichen Ansprechpartner beim Versorger legen. Für Firmen mit mehreren Produktionsstätten kann es sinnvoll sein, verschiedene Rechnungsadressen angeben zu können. Für die Vermittlung schließlich erhält e.less vom Energieversorger eine Gebühr. Dem produzierenden Unternehmen entstehen hingegen keine Kosten durch die Nutzung des Online-Marktplatzes.

Sparpotenzial | Stromzähler: Die Kosten immer im Blick (Bild: © nordroden / Fotolia.com)

Stromzähler: Die Kosten immer im Blick (Bild: © nordroden / Fotolia.com)


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