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Branchenprozesse im modularen System

Praxisnahe Lösung für Stahlbauer

Viele Stahlbau-Unternehmen setzen beim Enterprise Resource Planning auf Maschinenbaulösungen, die mehr oder weniger auf ihre eigenen Prozesse abgestimmt sind. Oder sie arbeiten noch mit Lösungen auf Excelbasis, Handzettel und Zeichnungen auf Papier. Schwevers & Raab nutzt hingegen eine Stahlbau-Branchenlösung, die Abläufe von der Angebotsverwaltung über die Auftragsabwicklung, den Einkauf und die Materialwirtschaft bis hin zu Fertigung, Lagerhaltung und Buchführung in einem System integriert.

Stahlbauer | ERP | Branchenlösung

Bild: IQSoftware GmbH

Die Schwevers & Raab Stahl -Hochbau GmbH ist seit über 80 Jahren Spezialist für Stahl- und Stahlhochbaulösungen im Gewerbe- und Industriebau. Von der Idee bis zum Schlüsselfertigbau realisiert das Unternehmen Produktions- und Lagerhallen, Bürogebäude und Verkaufshallen sowie Sport- und Freizeithallen. Mit der Produktion im firmeneigenen Werk hat sich das Unternehmen der Reaktionsfähigkeit auf neue Marktanforderungen im Stahlbau verschrieben. Um diesem Ziel auch auf Seiten der IT gerecht zu werden und so Technik, Abwicklung und Kalkulation zu unterstützen, suchte man nach einer Nischenlösung für Stahlbauer. Bisher basierten die Unternehmensprozesse auf einer eigens entwickelten Excellösung. Die Möglichkeiten in Excel stießen jedoch schnell an ihre Grenzen, sie konnten die Unternehmensprozesse nicht umfassend abbilden und waren zudem nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kam die Einführung der DIN EN1090, die höhere Anforderungen an die Dokumentation zur Produktionskontrolle und Qualitätssicherung stellte. Der entstehende Mehraufwand war in der unternehmenseigenen Lösung nicht mehr zu bewältigen. Bei einer Hausmesse kam man mit Alfredo Lemke, dem Geschäftsführer der Iqsoftware GmbH, ins Gespräch, der die auf den Stahlbau spezialisierte Lösung Iqsteel.ERP vorstellte. „Alle Features, die wir uns vorgestellt hatten, waren bereits als Module hinterlegt“, sagt Gert Schmetter, Leitung EDV bei Schwevers & Raab. Die Lösung bilde durchgängig alle Unternehmensbereiche ab und orientiere sich in Aufbau und Funktionalität stark an der Praxis im Stahlbau.

Durchgängige Kalkulation

Das ERP-System ist modular aufgebaut. Somit ist die Einführung einzelner benötigter Bausteine möglich, um das Programm jederzeit zu erweitern. Bei Schwevers & Raab sind heute die Module Angebots- und Auftragsverwaltung, die Betriebsdatenerfassung, Einkauf und Materialwirtschaft, Fertigung und Arbeitsvorbereitung sowie die Stücklistenverwaltung im Einsatz. Die Module Angebots- und Auftragsverwaltung arbeiten unabhägig voneinander und es wird erst dann ein Auftrag angelegt und mit dem Angebot verlinkt, wenn dieser auch erteilt wurde. Angebote können über eine GAEB-Schnittstelle für den Datenaustausch von Angeboten und Leistungsverzeichnissen im- und exportiert werden. Das Angebotsmodul unterstützt dabei beliebige Kalkulationsschemata und verfügt über gängige Stahlbauprofile, die vom Anwender für die Angebotserstellung übernommen und erweitert werden können. „Ein Vorteil für uns, die wir auch als Generalunternehmer auftreten, ist, dass man im Modul jegliche Positionen und Formeln hinterlegen kann. So können wir von Erdarbeiten bis hin zur schlüsselfertigen Halle alles in einem System kalkulieren“, so Gert Schmetter.

Stahlbauer - Schwevers & Raab tritt auch als Generalunternehmen auf. Dieses Geschäft muss die ERP-Anwendung ebenfalls unterstützen. (Bild: IQSoftware GmbH)

Bild: IQSoftware GmbH

Module sind verknüpft

Außerdem sind die Module der Lösung miteinander verknüpft, um abteilungsübergreifendes Arbeiten zu ermöglichen. Im Auftragsblatt werden alle erforderlichen Daten wie Termine, Gewerke, Vorgaben für die Fertigungsarbeitsplätze sowie etwaige Nachträge erfasst und eine Auftragskalkulation kann erstellt werden. Das Stücklistenmodul besitzt einen stahlbaubezogenen Artikelstamm in unterschiedlichen Güten, DINs und Ausprägungen und ermöglicht die Übernahme von Daten aus dem CAD über eine DSTV-Schnittstelle. Dabei ist das System in der Lage, Datenbezeichnungen aus dem CAD zu lernen und in DSTV-Artikel mit genormter Bezeichnung zu überführen, sodass die manuelle Artikelpflege entfällt. Hier können zudem erforderliche Listen für den Einkauf, die Fertigung oder beliebige Auswertungen erstellt werden. Das Fertigungsmodul unterstützt Anwender bei der Erstellung der Fertigungspapiere und ermöglicht Auswertungen zum Fertigungsprozess. So kann beispielsweise die bereits gefertigte Tonnage in Echtzeit abgefragt oder Ist-Soll-Vergleiche zu den Bearbeitungszeiten gezogen werden. Über angeschlossene Geräte zur Betriebsdatenerfassung (BDE) stehen Aufräge in Echtzeit an den festen und mobilen Terminals in der Fertigung zur Verfügung. Zudem erfassen die Mitarbeiter über die BDE die Produktionszeiten.

Materialwirtschaft stets im Blick

Das neueste Modul bei Schwevers & Raab ist seit Herbst die Lagerverwaltung. Jedes Teil im Lager ist nun mit einem Barcode ausgestattet, der von den Mitarbeitern bei Entnahme gescannt wird. Alle Lagertransaktionen werden im Protokoll festgehalten, um den Materialfluss nachvollziehen zu können. Bei geringen Beständen meldet das System dies direkt an das Einkaufsmodul, um Nachbestellungen anzustoßen. „Diese Form der Lagerverwaltung senkt die Fehleranfälligkeit in der Materialwirtschaft enorm. Wo der Mitarbeiter früher manuell eingeben musste, welche Menge er von welchem Stahlträger verwendet hat, übernimmt dies das System nun automatisiert via Barcode und wir sind im Sinne der DIN EN1090 in der Lage, stets zu belegen, welches Material in welcher Zusammensetzung und mit welcher Herkunft verbaut wurde“, erläutert Gert Schmetter.

Building Information Modeling

Seit der Einführung der neuen Lösung haben sich die Abläufe bei Schwevers & Raab stark vereinfacht: „Die manuelle Eingabe fällt jetzt in vielen Bereichen weg, wodurch wir die Fehleranfälligkeit unserer Prozesse deutlich reduzieren konnten“, sagt Schmetter. Zudem tauscht man sich mit dem Lösungsanbieter regelmäßig aus, um Ideen für die Praxis zu entwickeln und das System weiter an die Bedürfnisse der Anwender anzupassen. Etwa im Fall von IQIFC: Über genormte IFC-Daten ist so der Datenaustausch zwischen verschiedenen Software im Sinne des Building Information Modeling möglich. Außerdem sei es interessant, in Zukunft ein 3D-Modell des gesamten Bauprojekts zu nutzen, in dem man einzelne Bauabschnitte heranzoomen könne. So können Mitarbeiter zu jeder Zeit sehen, wo am Gesamtprojekt sie gerade tätig seien. Durch verschiedene Filterfunktionen könne man so in Zukunft unter anderem sowohl den aktuellen Bearbeitungsstand als auch das Gesamtprojekt zur geplanten Fertigstellung visualisieren.


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