Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Daten reinigen bei der Termin- und Kapazitätsplanung

Produktion planen, Datenqualität im Blick

Daten automatisch pflegen ist möglich

Stammdatenpflege: Ein Vergleich von Stammdaten wie Wiederbeschaffungszeiten und Durchlaufzeiten kann Abweichungen zwischen diesen, für die Planung relevanten Daten und den tatsächlichen, aus der Historie abgeleiteten Ist-Daten aufzeigen. Durch die Betrachtung der Wiederbeschaffungszeiten in den vergangenen Perioden für einen Artikel und den dazugehörigen Lieferanten kann eine Prognose über die Entwicklung der Wiederbeschaffungszeiten dann erfolgen, wenn hier Trends erkennbar sind. Auch ein funktionaler Zusammenhang zwischen Lieferzeiten und allgemeinen Entwicklungen, zum Beispiel Konjunkturindizes für die jeweiligen Branchen, kann vermutet, überprüft und in entsprechende Vorschläge zur zukünftigen Wiederbeschaffungszeit münden. Ob diese automatische Pflege von Wiederbeschaffungszeiten allerdings gewünscht wird, muss durch Befragung der Anwender erst noch geklärt werden. Aus zahlreichen Industrieprojekten lässt sich die Erkenntnis ableiten, dass die Pflege der Wiederbeschaffungszeiten aufgrund der weitreichenden Auswirkungen auf Lieferfähigkeit und Bestandsentwicklung als eine sehr wichtige Aufgabe in der Beschaffung angesehen wird. Diese Pflege, die nach Auffassung der verantwortlichen Mitarbeiter ein hohes Maß an Erfahrung und Fingerspitzengefühl erfordert, wird man vermutlich nur dann mit Hilfe von künstlicher Intelligenz lösen können, wenn zumindest der Mensch als Kontrollinstanz fungiert. Neuste Projekte zeigen jedoch, dass die automatische Pflege von Wiederbeschaffungszeiten durch den Einsatz moderner Machine Learning-Verfahren bereits eine durchschnittlich bessere Voraussage erlaubt, als es mit manuell aktuell gepflegten Wiederbeschaffungszeiten der Fall ist.

Historiendaten für bessere Taktung der Fremdfertigung

Des Weiteren kann eine Auswertung der Historiendaten zur Anpassung der Durchführungs- und Durchlaufzeiten externer Arbeitsgänge führen. Generell werden für externe Ressourcen im Rahmen der Terminplanung meist feste Durchlaufzeiten herangezogen. Hierbei wird jedoch vernachlässigt, dass auch bei externen Ressourcen im Rahmen der Fremdfertigung Kapazitäten betrachtet werden. Diese werden durch unterschiedliche Aufträge mit Verbindung mit Werkstückdimensionen, Stückzahlen, Bearbeitungsumfang je Stück, aktuelle Auslastung des Fremdfertigers, Verfügbarkeit eventuell notwendiger Werkzeuge und Vorrichtungen beim Fremdfertiger unterschiedlich stark belastet. Allein dadurch werden in der Praxis auch unterschiedliche Belegungszeiten in Abhängigkeit des jeweiligen Arbeitsgangs resultieren. Zusätzlich hängen Durchlaufzeiten auch von der aktuellen Auslastungs- und Warteschlangensituation ab. Auf diesem Teilgebiet der Planung können durch intelligente Analysen der Vergangenheitsdaten flexible Dauern für externe Bearbeitungsgänge abgeleitet werden. Auch hier unterstützen Machine Learning-Verfahren bereits in der Praxis.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass eine EDV-gestützte Datenbereinigung durchaus in gewissen Teilbereichen möglich ist. Eine automatische Fehlerkorrektur ohne Beteiligung der Mitarbeitenden erscheint jedoch kritisch. Eine minimale Beteiligung in Form einer ‚Information mit Widerspruchsmöglichkeit‘ ist aus Sicht der Anwender erforderlich, um die erforderliche Basis für eine Akzeptanz der automatischen Datenbereinigung zu schaffen.


Hinweis:

Die im Beitrag diskutierten Beispiele stammen aus Praxisbeispielen, die der Autor in verschiedenen Industrieunternehmen mit dem Steuerungssystem Felios der Aachener Softwarefirma Inform GmbH gemacht hat.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wird weniger Energie verbraucht, sinken Betriebskosten ohne Produktivitätsverlust. Gerade im Verteilzentrum könnte viel Sparpotenzial brach liegen. Denn dort haben technische Fortschritte die Leistung, aber auch den Energiebedarf, in die Höhe getrieben. Daher sind zuletzt viele Materialflusshersteller an ihre Reißbretter zurückgekehrt, um energiesparende Varianten ihrer Fahrzeuge, Kräne und Managementsysteme herzustellen.‣ weiterlesen

Hat das ERP-System einmal den Anschluss verpasst, muss nicht immer gleich etwas Neues her. Sasse Elektronik gelang mit seinem IT-Partner Cosmo Consult das Re-Engineering der Business-Anwendung. Der Lohn bestand in deutlich kürzeren Prozessen bei erheblich weniger Papier im Büro.‣ weiterlesen

ERP-Lösungen spielen eine zentrale Rolle in den Unternehmen und das tun sie gut. So die Erfahrungen von 2.089 Anwenderunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die im Zuge der aktuellen Studie ‘ERP in der Praxis‘ durch die Analysten der Trovarit mittlerweile zum 10. Mal befragt wurden. Die Studie weist Zufriedenheitsbewertungen von mehr als 40 ERP-Lösungen aus.‣ weiterlesen

Insbesondere Unternehmen der Fahrzeugbau- und Elektroindustrie besitzen großes Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs in ihrer Produktion. Daher haben die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und Limtronik als Mitglieder des SEF Smart Electronic Factory e.V. einen Use-Case entwickelt, in dem Wartungsintervalle eines energieintensiven Reflow-Ofen sensorgestützt optimiert werden.‣ weiterlesen

Edge Computing ist für die industrielle IT grundsätzlich nichts Neues. Seit Jahrzehnten werden Geräte und Monitore in der Produktion weit entfernt von zentralen Rechenzentren betrieben. Das aktuelle Revival des Begriffes ist auch technologischen Innovationen geschuldet, die Latenzen auf wenige Millisekunden senken.‣ weiterlesen

Auch durch Bewegungen wie Fridays for Future und extreme Wetterphänomene befassen sich Unternehmen intensiver mit dem ökologischen Wandel. Doch während Energieeffizienzprojekte bereits häufig betrieben werden, stehen die Möglichkeiten zum Materialsparen eher selten im Fokus. Dieser Artikel liefert Impulse entlang der Wertschöpfungskette, Ressourcen erst gar nicht zu verbrauchen.‣ weiterlesen

Die Gründungsmitglieder der Gaia-X-Initiative haben die Gründungsurkunden zur Gaia-X AISBL unterzeichnet. Interessierte Unternehmen und Initiativen sind aufgerufen, sich an der gemeinnützigen Vereinigung zu beteiligen.‣ weiterlesen

Mit Microsoft Dynamics 365 Online und einer CRM-Branchenlösung von Orbis hat Triflex den Grundstein zur Harmonisierung der IT-Landschaft und für durchgängige Datenflüsse und Prozesse im Vertrieb und im Marketing gelegt. Datenverwaltung in der Cloud schafft jetzt die Transparenz für effizienteren Vertrieb und zum Heben neuen Absatzpotenzials.‣ weiterlesen

Der TÜV-Verband fordert in einem Positionspapier KI-gestützte Anwendungen und Systeme — etwa automatisierte Fahrzeuge oder Roboter — in Abhängigkeit vom Risiko zu regulieren.‣ weiterlesen

Wenn Unternehmen Digitalisierungsprojekte angehen, tun sie dies oft mit einem externen Partner. Die Frage ist nur mit Welchem? IFS hat in einer Studie ermittelt, welche Faktoren bei der Auswahl eine Rolle spielen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige