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Produktdaten umfassend nutzen

Produktkonfiguratoren in der Smart Factory

Ob Gabelstapler, Reinigungsfahrzeug oder Maschinenstraße – mehr als je zuvor entscheidet heute die individuelle Anpassung von Lösungen, Produkten und Services über den Verkaufserfolg. Mithilfe neuer Technologien und CRM in Kombination mit Produktkonfiguratoren entwickeln sich für produzierende Unternehmen neue Anwendungsbereiche.

 (Bild: ©SFIO Cracho /stock.adobe.com / CAS Software AG)

(Bild: ©SFIO Cracho /stock.adobe.com / CAS Software AG)

Für Anbieter komplexer und variantenreicher Produkte oder Dienstleistungen ist es heutzutage erfolgsentscheidend, individuelle Produkte und erstklassigen Service zu bieten. Um Kundenwünsche passgenau zu erfüllen, braucht es eine zentrale Datenbasis mit allen relevanten Informationen und den nahtlosen Datenaustausch über alle Systeme hinweg. Das bedeutet wiederum: Datensilos müssen aufgebrochen und Brücken zwischen den Systemen gebaut werden.

Kundenwünsche erfüllen

Um dies zu erreichen, sind Unternehmen auf Software angewiesen, die das gesamte Produktwissen bündelt, für Mitarbeiter zugänglich macht und so die Pflege des Produktwissens wesentlich vereinfacht. So können etwa Hersteller variantenreicher Produkte bereits im Kundengespräch mithilfe von CRM-Systemen persönliche Wünsche festhalten und individuelle Optionen präsentieren. Auf dieser Basis lässt sich etwa eine neue Anlage so zusammenstellen, dass sie in die Fertigungsstraße passt und allen technischen Anforderungen entspricht. Die Auswirkungen von Veränderungen im Konfigurationsprozess werden sofort sichtbar – sowohl im Bereich der Konstruktion als auch im Bereich der Kosten. In Kombination mit integrierten Drittanwendungen, etwa CRM- und ERP-Lösungen können zudem Folgeaufgaben wie der Versand eines Verschleißteils angesteuert werden.

Zusatznutzen für Vertrieb und Lager

Im Laufe der Jahre kann sich vieles ändern: neue Richtlinien, Anschlüsse und Verwendungsformen von Produkten. Der Einsatz eines Konfigurators ermöglicht es, eine bestehende Maschine auch nach vielen Jahren an neue Bedürfnisse anzupassen. Das bietet Möglichkeiten für das Cross- und Upselling. Hinzu kommt, dass intelligente Konfiguratoren den passenden Lagerbestand zu einer Wunschlösung aufgrund von Ähnlichkeitsprüfungen empfehlen können. Der Anwender kann nun entscheiden, ob ihm die schnelle Lieferzeit gegenüber einer minimalen Abweichung zur Wunschlösung wichtiger ist. Außerdem ermöglicht zusätzliches Wissen über optimale Materialeigenschaften im Produktkonfigurator automatisierte Produktion z.B. in additiven Fertigungsszenarien mittels 3-D-Druck.

Konfigurieren in der Smart Factory

Die produktbezogenen Datenpools könnten künftig auch genutzt werden, um Maschinen, Roboter und andere cyberphysische Systeme in der Produktionsumgebung anzusprechen und sogar eine autonome Produktion zu starten. Einzelne Teile der Produktkonfiguratoren werden dazu in die Fertigung an die richtigen Maschinen und Anlagen gesendet. Damit kann der Produktionsprozess automatisiert gestartet werden, sobald die dafür benötigten Ressourcen verfügbar sind. Gerade bei der kundenindividuellen Massenproduktion, auf englisch Mass Customization, ließen sich Produktkonfiguratoren hervorragend einbinden. Ein Projekt dazu treibt der Software-Hersteller CAS voran. Anhand einer Fabriksimulation kann dort die Integration des eigenen Produktkonfigurators über Standards wie OPC UA und MQTT an einen vernetzten Produktionsverbund beobachtet werden. Die Integration ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation mit dem gesamten System. Einerseits kann die Produktion von konfigurierten Produkten oder Bauteilen nach Bestellung oder Freigabe aus dem Produktkonfigurator direkt gestartet werden. Anhand der internen Konfigurationsdaten und Daten externer Systeme soll es künftig möglich sein, den Produktionsprozess noch besser zu steuern, zu überwachen und zu optimieren. Andererseits werden Daten aus der Produktion in der Produktkonfiguration verwendbar gemacht. Beispielsweise können auf diese Weise Produktionskosten oder die Produktionsdauer, involvierte Maschinen und Prozessschritte oder Standorte und Lagerbestände in die Konfiguration bzw. in die Preisberechnung mit einfließen. Damit kann etwa die Materialversorgung und Auftragsverteilung von Produktionsstandorten verbessert werden. Lieferzeiten lassen sich besser abschätzen. Und es kann agil auf Veränderungen durch den Markt (vertriebsgesteuert) reagiert werden. Die Transparenz, Flexibilität, Produktivität und der Automatisierungsgrad der Produktion wird deutlich erhöht. Das Ziel ist die kundenindividuelle Massenproduktion bei gleichzeitiger Kostenreduktion. Parallel wird im CAS-Projekt der Einsatz von Simulations- und Optimierungswerkzeugen für die Produktkonfiguration erprobt: Dies unterstützt den Vertrieb dabei, valide Entscheidungen über Materialeigenschaften, wie etwa thermische, mechanische und auch ökologische Eigenschaften zu treffen.

(Bild: CAS Software AG)

(Bild: CAS Software AG)


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