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Echtzeit-Reporting mit Embedded Analytics

Operationales Reporting in S/4Hana

Operationales Reporting hilft Firmen, Entscheidungen mit Echtzeitdatenanalysen zu beschleunigen und abzusichern. Angesichts der aktuellen Krisen gewinnt der Ansatz an Bedeutung. Die SAP-Software für diese Aufgabe heißt Embedded Analytics. Was kann dieses Tool und wie unterscheidet es sich von SAP BW?

Bild: ©ra2 studio/stock.adobe.com

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Die weltweite Situation erfordert es, schnell Entscheidungen von enormer Tragweite treffen zu können, gerade im operativen Geschäft. Wollen Unternehmen das auf der Basis aktueller Daten tun, müssen sie im Reporting tendenziell mit steigenden Datenvolumen und heterogenen Datenquellen umzugehen wissen. Diesem Bedürfnis nach Echtzeitreporting kommt SAP in seiner S/4Hana-Suite mit neuen Technologien zur Datenhaltung und -verarbeitung entgegen.

Was ist Embedded Analytics?

In S/4Hana als Bestandteil des Embedded BW angesiedelt, verbindet Embedded Analytics Transaktionen mit Informationen und führt Analysen in Echtzeit durch. Das Reporting wird also im System aus- und durchgeführt. Die Ergebnisse der Analyse werden ohne lange Antwortzeiten nach der Belegbearbeitung angezeigt. Komplexe Abfragen mit großen Datenbeständen ohne Performanceverluste werden so möglich. Eine Vorhaltung der Daten nach statischen Parametern ist unnötig. Embedded Analytics kann ein dynamisches Real-Time-Reporting ermöglichen, welches Anwender parametrisieren können. Als Werkzeuge für Analysen stehen vorkonfigurierte Fiori-Applikationen zur Verfügung, die über das SAP Fiori Launchpad zusammengestellt und abgerufen werden können. Die einzelnen Kacheln stellen auf dem Startbildschirm Vorgänge und etwa offene Aufgaben dar.

Verlinkt mit SAP-Software

Viele Anwendungen des Embedded Analytics sind interaktiv: Aus den Apps kann in die Werte, Belege, Excel-Tabellen abgesprungen werden. Daten auf der gleichen Ebene werden selektiert, gefiltert und gruppiert, um eigene Auswertungen zu erzeugen. Visuelle Darstellungen sind als Diagramme und Listen konfigurierbar. Embedded Analytics enthält im Standard diverse Library Standard Models, Queries und Kennzahlen, die Analysen in vielen Bereichen und Modulen abdecken. Bei Bedarf lassen sich die Apps durch eigene Parameter erweitern.

Mehrdimensionales Reporting

Als wichtige Funktion im Embedded Analytics stellen Softwareanbieter das sogenannte mehrdimensionale Reporting in den Mittelpunkt. Der Begriff beschreibt die Möglichkeit, im Reporting verschiedene Tabellen und Felder für die Analyse vorgeben zu können. Es lassen sich im Systemstandard die einzelnen Kriterien von Kennzahlen detailliert auswerten. Das mehrdimensionale Reporting ist als eine Art Pivot-Tabelle zu verstehen. Benutzer können ihre selbsterstellten Ansichten als Kacheln auf ihrem Fiori-Launchpad speichern, eine Schulung braucht es dafür nicht. Aufgrund der Fiori-Oberfläche laufen Applikationen auch auf mobilen Endgeräten.

Was sich für Nutzer ändert

Wie lassen sich Anwender in das Embedded-Analytics-Konzept einbinden? Dafür hat sich laut SAP ein dreischichtiges Modell bewährt: Durch Berechtigungen und Funktionen werden die Systembediener in End User, Key User und Developer aufgeteilt. End User sind diejenigen, die die Reports anwenden und Daten analysieren. Sie arbeiten primär mit dem Fiori Launchpad, wo ihnen verschiedene Kacheln zur Verfügung stehen, aus denen sie Anwendungen aufrufen können. Den End Usern werden in der Regel Anzeigeberechtigungen erteilt. Das Bereitstellen, Anpassen und Verwalten von Reports und fachlichen Datenmodellen fällt in den Aufgabenbereich der Key User. Sie haben Möglichkeiten, die Anwendungen zu parametrisieren und an die Bedürfnisse der End User anzupassen. Mit ihren Berechtigungen pflegen sie Parameter, die Reports und KPIs, verwalten die Queries, ordnen diese einzelnen Usern oder Usergruppen zu und pflegen die Datenmodelle. Die Tools für diese Aufgaben sollten gut strukturiert und möglichst intuitiv bedienbar sein, damit die Schlüsselnutzer kein tiefes technisches Verständnis für die Wahrnehmung dieser Aufgaben aufweisen müssen. Die dritte Berechtigungsgruppe bilden Entwickler. Sie verwalten die Datenbanken und technischen Grundlagen der Anwendungen, können neue Apps und Planungsfunktionen entwickeln.

Abgrenzung zu SAP BW/4HANA

Während das Embedded Analytics operationales Reporting in Echtzeit abbildet, liegt der Schwerpunkt von BW/4Hana auf strategischen Analysen. Über Schnittstellen versorgen diverse SAP- und Non-SAP-Systeme das Business Warehouse mit Daten. Der Fokus liegt auf ETL-Prozessen, bei denen Daten aus mehreren unterschiedlichen Quellen in eine Datenbank zusammengeführt werden. So werden Analysen modelliert und vereinigt, um einen Überblick über unternehmerische Daten zu vermitteln. Die Hana-Variante von SAP BW basiert zwar auf einer anderen Technologie, an ihrem strategischen Ziel wurde jedoch nichts verändert.

Was Embedded BW noch kann

Embedded Analytics ist Teil von Embedded BW, das seit SAP NetWeaver 7.0 automatisch in SAP-ERP-Systemen inkludiert ist und ohne zusätzliche Lizenzierung benutzt wird. Das Embedded BW in S/4Hana muss extra aktiviert werden. ETL-Prozesse sind in Embedded BW theoretisch zwar ebenfalls abbildbar. Sie sind jedoch restriktiv zu verwenden, da die Abbildung eines klassischen Data-Warehouse mit Embedded BW nicht vorgesehen ist. Auch sollten die Inhalte im Embedded BW nicht mehr als 20 Prozent des Gesamtdatenvolumens des Systems ausmachen, da sonst Performanceprobleme auftreten können. Embedded Analytics für das operative Reporting steht ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Die Frage, ob ein dezentrales BW-System überhaupt noch benötigt wird, wenn das Embedded BW im Einsatz ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Auch haben das Embedded BW und BW/4Hana unterschiedliche Schwerpunkte und Funktionalitäten. Es ist eine individuelle Entscheidung, die einer Analyse der aktuellen Lösung bedarf und bei der viele verschiedene Faktoren berücksichtig werden müssen. SAP-Partner wie Consilio helfen, die relevanten Aspekte aufzuzeigen und eine passende Reportingstrategie zu implementieren.


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