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Zulieferer für Yacht-Hersteller

Mit Apps auf Kurs

Seit über 125 Jahren am Markt ist das Hamburger Traditionsunternehmen Reckmann in der Branche bekannt für hochqualitative Segelsportprodukte rund um Rollreffanlagen, Mast-, Rigg- und Hydrauliksysteme – in Serienfertigung bis hin zu Custom-Made-Lösungen im Megayacht-Bereich. Seit einigen Jahren erweitern innovative Verschattungssysteme aus Sonnensegeln und der Rollreff-Technologie das Produktportfolio, so dass das Unternehmen sich auch in der Motoryacht- und Architekturbranche einen Namen gemacht hat. Um die vielfältigen Produktionsprozesse optimal abzubilden und flexibel auf die Anforderungen des internationalen Marktes reagieren zu können, implementierte der Segelspezialist vor kurzem die Filemaker-basierte ERP-Lösung Advanter.



Bild: Reckmann Yacht Equipment GmbH

Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung: Getreu dieser chinesischen Weisheit entschied sich das Hamburger Traditionsunternehmen Reckmann 2012 bewusst für die Filemaker-basierte ERP-Lösung Advanter aus dem Hause Günther Business Solutions GmbH. Selbst das Steuer in den Händen halten und flexibel auf neue Anforderungen und Entwicklungen des Marktes reagieren können, lautete die Devise, als es darum ging, sich für ein geeignetes Warenwirtschaftssystem zu entscheiden. „Wie wohl in jedem hochspezialisierten produzierenden Unternehmen sind auch die Prozesse und Anforderungen ganz individuell. Da hilft keine Software, die einfach so übergestülpt wird“, erläutert Björn Möser, IT-Leiter und Projektmanager bei Reckmann. „Wichtig war uns natürlich auch, dass möglichst alle bestehenden Daten in das neue System übernommen werden konnten“.

Flexible Lösungen

Mit dem Wachstum und der Produktdiversifikation des Unternehmens reichten die bis dato im Einsatz befindlichen, selbst entwickelten Module nicht mehr aus. „Vor Einführung von Advanter organisierten wir uns über viele Insellösungen oder Excel-Dateien für die unterschiedlichen Bereiche vom Vertrieb über die Fertigung bis hin zur Rechnungsstellung – ein großer Datenbestand, der jedoch nicht zentral organisiert war. Wir suchten nach einer möglichst nahtlosen Lösung für das gesamte Unternehmen, um Doppelarbeit und Zettelwirtschaft zu reduzieren. Auch der Aspekt Qualitätssicherung spielte eine große Rolle“, erinnert sich Möser. Mittlerweile deckt die Lösung sämtliche Unternehmensbereiche nahtlos ab. Angefangen vom Vertrieb (Kalkulation, Angebotserstellung, Auftragsbestätigung), über die Produktionssteuerung, Logistik, Buchhaltung, Stundenerfassung und das Personalmanagement (Personen, Produktion, Maschinen) bis hin zum Qualitätsmanagement finden sich alle Informationen in der maßgeschneiderten Lösung, die viele praktische Features der aktuellen Filemaker-Version wie beispielsweise Popover bei Suchabfragen oder Slider zur Vereinfachung von Bildschirmmasken nutzt.

CAD-Schnittstelle

Rund 8.000 Artikel am Lager und mehr als 30.000 Teile im Artikelstamm gilt es bei Reckmann in der Zwischenzeit zu verwalten. Die Palette reicht von Schrauben bis hin zu komplexen hydraulischen Antrieben, wie zum Beispiel der Rollanlage RF90-8.5 für aktuelle Megayachten. Um hier stets auf die richtigen Produktionsdaten und Konstruktionszeichnungen zugreifen zu können und so falsche Material- und Teilebestellungen bei den Zulieferern zu vermeiden, wurde eine eigene Schnittstelle zum Product Data Management PDM DB Works entwickelt, in dem sämtliche CAD-Zeichnungen und -informationen zentral verwaltet und hinterlegt sind. „Diese Schnittstelle ist Gold wert. Früher kam es immer wieder vor, dass versehentlich auf veraltete CAD-Dateien zugegriffen wurde, da es keinen stetigen Austausch zwischen den Konstruktionsarbeitsplätzen und dem Artikelsystem gab. Heute findet die Synchronisation in Echtzeit statt, die Versionsnummern der Produktspezifikation sind einsehbar, neue Produkte automatisch im Artikelstamm angelegt. Wir sparen uns dadurch sehr viel Arbeit und vermeiden Fehler – die Prozesse sind deutlich effizienter“, sagt Möser.




Eines der größten Getriebe, ein RF 90, wird montiert.
Bild: Reckmann Yacht Equipment GmbH

Live-Beobachtung

Doch nicht nur die Produktspezifikationen sind immer aktuell. Auch das Thema Betriebsdatenerfassung hat man bei Reckmann transparent gelöst. Dank der prozessbegleitenden Erfassung von Arbeitszeiten und Betriebsdaten an Terminals in der Werkstatt können sämtliche benötigten Auswertungen auf Knopfdruck erstellt werden. Die verantwortlichen Projektleiter oder die Geschäftsleitung erhalten tagtäglich einen tiefen Einblick in die Daten und finden so jederzeit Antworten auf Fragen nach Projektstatus, zur Maschinenauslastung, der Wirtschaftlichkeit oder dem Verhältnis von Material- und Lohnanteil in der Kalkulation – um nur einige Beispiele zu nennen. „Dank der einfachen Bedienbarkeit und Flexibilität des Systems können wir diese Informationen jederzeit selbst herausziehen, ohne hierzu auf externe Entwickler angewiesen zu sein. So können wir direkt reagieren und steuern. Die Zeiten, in denen Daten zunächst in Excel aufbereitet werden mussten, sind vorbei“, erläutert Marcus Schuldt, Geschäftsführer der Reckmann Yacht Equipment GmbH.

Moderne Lagerverwaltung

Mit der neuen ERP-Lösung hat auch das iPad in Rellingen Einzug gehalten. Waren­ein- und Ausgänge werden per Barcode-Scan bequem am iPad quittiert und direkt in der zentralen Warenwirtschaft gespeichert. Auch für die Warenversand- und Retourenverwaltung findet das iPad unbürokratischen Einsatz. Sämtliche versandte Produkte und eingehende Retouren werden per iPad fotografiert und direkt im System abgelegt. So lässt sich jederzeit belegen und nachvollziehen, wann welcher Artikel das Lager verlassen hat oder eine Retoure ein- oder ausgegangen ist. So kann Reckmann seinen Kunden jederzeit schnell Auskunft geben.

Nächste App ist in Arbeit

Bei Reckmann hat man Gefallen an den Möglichkeiten der Entwicklung eigener Apps gefunden. Gemeinsam mit dem IT-Partner Günther Business Solutions wird im Moment an einer App für die Abwicklung der Werksaufträge gearbeitet. Hierzu werden die Montage-Arbeitsplätze mit Mac Minis und 32-Zoll-Monitoren ausgestattet. Statt durch Produktionslaufzettel erhalten die Mitarbeiter ihre Werksaufträge künftig über Filemaker direkt am Monitor. Dort finden sie die gebündelten Informationen wie CAD-Zeichnungen, Stücklisten oder andere Informationen zum Auftrag und quittieren erledigte Arbeiten direkt bei der Montage. „Dank unserer flexiblen Software sparen wir Turnschuh-Sohle“, sagt Björn Möser grinsend. „Musste früher oft durch die ganze Werks­halle spaziert werden, um Informationen zu erfragen oder Aufträge zu klären, reicht heute meist ein Blick in Filemaker.“


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