Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Maximilian Brandl, CEO von Salt Solutions

„Eine robuste Supply Chain ist wichtiger denn je“

In der aktuellen Wirtschaftskrise rücken die industriellen Lieferketten in den Fokus. Dabei arbeiten die Unternehmen seit Jahren daran, mit Soft- und Hardware Transparenz und Effizienz in der Supply Chain herzustellen. Maximilian Brandl erläutert als neuer CEO des SCM-Spezialisten Salt Solutions, was das SAP Hana-Portfolio dabei leisten kann.

(Bild: Salt Solutions GmbH)

(Bild: Salt Solutions GmbH)

Maximilian Brandl, CEO der Salt Solutions AG. (Bild: Salt Solutions GmbH)

Maximilian Brandl, CEO der Salt Solutions AG. (Bild: Salt Solutions GmbH)

Herr Brandl, wie steht es um die Lieferketten in der aktuellen Krise?

Maximilian Brandl: Man sieht derzeit, wie wichtig, aber auch wie empfindlich die Supply Chains sind. Die Herausforderung zeigt sich zum Beispiel, wenn von heute auf morgen die Produktion von haltbaren Lebensmitteln stark hochgefahren werden soll oder wenn über Nacht ein Lieferant aus Fernost für eine Just-In-Time-Lieferung ersetzt werden muss. Dann beweist sich, wie robust und flexibel meine Supply Chain ist: Bekomme ich genügend Rohstoffe, wenn die Landesgrenze zu meinem Hauptlieferanten plötzlich geschlossen wird? Kann ich schnell genug auf zusätzliche Produktionsdienstleister zugreifen? Derzeit werden Schwachstellen aufgedeckt, die zuvor nicht sichtbar waren. Wir lernen, dass Supply Chains insgesamt viel flexibler und robuster werden müssen. Man spricht von einer resilienten, widerstandsfähigen Supply Chain, die nun in den Mittelpunkt des Interesses rückt.

Ihr Rat als SCM-Spezialist und SAP Gold Partner: Wie können Unternehmen ihre Lieferketten widerstandsfähiger machen?

Brandl: Als Basis für die Digitalisierung und damit für eine robustere Supply Chain sehen wir für viele Unternehmen den Umstieg auf SAP S/4Hana mit den vielen neuen SAP-Lösungen. Eine aktuelle Lünendonkstudie zum Thema S/4Hana-Transformation, die wir als fachlicher Partner begleitet haben, hat gezeigt, dass die meisten Unternehmen das Thema auf dem Schirm haben. Es befindet sich aber über die Hälfte erst in der Phase von Vorstudien und 30 Prozent erst in frühen Projektphasen. Ich denke, dass die derzeitige Situation hier eine Beschleunigung bei der Umsetzung bewirken sollte. Gerade wenn man bedenkt, dass die Transformation zu S/4Hana ein komplexes Unterfangen ist, ist genau jetzt der Zeitpunkt, um mit der Umsetzung zu starten, wenn man dies nicht ohnehin schon getan hat.

Warum auf Hana umsteigen?

Brandl: Ohne eine grundlegende Digitalisierung und die Nutzung der modernen Cloud-Technologien lassen sich die vorher beschriebenen Herausforderungen nicht bewältigen. S/4Hana ist die Basis dafür, um Geschäftsmodelle, Produkte und Kundenbeziehungen flexibler und innovativer zu gestalten und Prozesse zu optimieren und zu automatisieren. Mit den neuen SAP-Lösungen auf dieser Plattform können Unternehmen neue, digitale Geschäftsmodelle und Prozesse schneller realisieren und die End-to-End-Prozesse in der gesamten Supply Chain perfekt orchestrieren. Dabei kommen viele Zukunftstechnologien ins Spiel, etwa die Nutzung von Maschinendaten, die Verknüpfung von IoT-Plattformen mit Prozessdaten, künstliche Intelligenz, Machine Learning oder Robotic Process Automation sowie hybride Cloud-/Edge-Lösungen.

Wie schätzen Sie die Rolle von Cloud und Edge für produzierende Unternehmen ein?

Brandl: Cloud und Edge spielen eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung und Vernetzung sämtlicher Prozesse und sind somit eine wichtige Grundlage für die Smart Factory. Gerade das intelligente Zusammenspiel von Cloud und Edge wird zukünftig einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Einen Teil der Prozesse wird man z.B. auf Edge Devices direkt an den Maschinen IT-seitig unterstützen und synchronisieren, den anderen Teil in der Cloud. Es geht also keinesfalls darum, alle Daten in die Cloud zu verlegen, sondern darum, intelligent zu planen, welche Daten wo verarbeitet werden sollen und wo sie den größten Mehrwert liefern.

Was sagen Sie Skeptikern, die bei Einführung von neuen Cloud-/ Edge-Konzepten in der Produktion zögern?

Brandl: Wir nehmen die Bedenken äußerst ernst und müssen beispielsweise sicherstellen, dass die Sicherheitsfragen geklärt sind, dass die benötigten Übertragungsgeschwindigkeiten gewährleistet sind und dass Prozesse, die nicht für die Cloud geeignet sind, auf der Edge laufen. Wenn solche wichtigen Voraussetzungen abgeklärt sind, dann sehe ich derzeit keine wirkliche Alternative, wenn ein Unternehmen den Begriff Industrie 4.0 mit Leben füllen will. SAP DMC bietet dafür eine gute Rundumlösung, etwa um den Shopfloor zu orchestrieren, um mit Kennzahlen in Echtzeit mehr Transparenz zu schaffen und um alle Prozessbeteiligten zu vernetzen, also z.B. Fertigungsdienstleister, Materialanbieter, Erstausrüster, technische Zertifizierungsunternehmen und auch – last but not least – die Kunden. Dieses Gesamtpaket schafft viele neue Möglichkeiten, die einen hohen Mehrwert für Unternehmen und Kunden bieten.

Welche weiteren Lösungen halten Sie auf dem Weg zur Industrie 4.0 für besonders wichtig?

Brandl: Industrie 4.0 wird immer ein Zusammenspiel zahlreicher Lösungen sein. Neben den bereits genannten, werden sicher auch individuelle Entwicklungen eine große Rolle spielen, etwa um die SAP-Lösungen an die individuellen Unternehmenserfordernisse anzupassen. Grundsätzlich wird sich jede eingesetzte Technologie daran messen lassen müssen, ob sie zur digitalen End-to-End-Optimierung der Supply Chain beiträgt. Zwei cloudbasierte Lösungen aus dem SAP-Kosmos spielen dabei eine immer größere Rolle: SAP IBP, am Anfang des End-to-End-Prozesses, das die Planung und die Simulation von Szenarien ermöglicht und gerade bei unerwarteten Störungen der Supply Chain mögliche Alternativantworten liefert. Und außerdem, am anderen Ende des „End-to-End“-Prozesses im Bereich Operations, das SAP AIN, mit dem Unternehmen einen Mehrwert aus den Betriebsdaten ihrer Maschinen ziehen können. S/4Hana sorgt damit im Zusammenspiel der Vielzahl der SAP-Lösungen und ebenso mit bewährten Salt-Add-Ons oder unseren kundenspezifischen Entwicklungen, für mehr Transparenz und Flexibilität in der Supply Chain und ermöglicht dadurch eine Vielzahl individueller Optimierungen. Damit realisieren wir gemeinsam mit unseren Kunden eine End-to-End digitalisierte Supply Chain, die widerstandsfähiger ist und Unternehmen auch in Krisenzeiten deutlich handlungsfähiger macht. (ppr)


Das könnte Sie auch interessieren:

Wo sich Prozesse verbessern lassen, schlummert Potenzial. Doch wer Abläufe optimieren oder automatisieren will, muss sie genau kennen. Process Mining vermittelt solches Wissen. Doch die Projekte sind durchaus komplex und folgende Untiefen sollten Firmen tunlichst vermeiden.‣ weiterlesen

Eigentlich hätte die Logimat Ende Juni in Stuttgart stattfinden sollen. Nun hat der Veranstalter Euroexpo mitgeteilt, dass die Messe aufgrund der Corona-Lage in diesem Jahr nicht stattfinden wird.‣ weiterlesen

Europäische Unternehmen, die sowohl ihre Digitalisierung als auch einen nachhaltigen Wandel vorantreiben, haben laut einer Accenture-Studie bessere Chancen, sich schneller von den Folgen der Covid-19-Pandemie zu erholen bzw. sogar gestärkt aus der Krise hervorzugehen.‣ weiterlesen

Der Maschinen- und Anlagenbau zieht eine gemischte Bilanz für das abgelaufene Jahr, so das Ergebnis der 9. VDMA-Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, an der 575 Mitgliedsunternehmen teilnahmen. Vier von fünf Unternehmen schließen das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang ab.‣ weiterlesen

Mit der Übernahme durch ATS Global wird aus der Lean Scheduling international die ATS Lean Scheduling International.‣ weiterlesen

Mit der Sphinx Open Online on Pluscloud haben Plusserver und GFT Technologies ihre Kompetenzen im Bereich IoT gebündelt. Einsatzgebiete sind beispielsweise Smart Factories in der Produktion.‣ weiterlesen

Wir erleben den größten Einbruch der Weltwirtschaft seit dem 2. Weltkrieg, wenn nicht den 1930er Jahren, meint Wolfgang Weber. Wie der Vorsitzende der ZVEI-Geschäftsführung berichtet, sanken Produktion, Umsatz und Export der deutschen Elektroindustrie in den ersten neun Monaten 2020 pandemiebedingt je um rund acht Prozent gegenüber Vorjahr. Was er auch beobachtet, ist eine noch stärkere Hinwendung der Branche zur Digitalisierung.‣ weiterlesen

In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt, dass die Resilienz von IT-Lösungen ein grundlegender Faktor für den Erfolg eines Unternehmens ist. Um die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten und gleichzeitig den Betrieb weiterhin erfolgreich aufrecht zu erhalten, waren ERP-Lösungen notwendig, die Flexibilität und Agilität erlauben. Unternehmen, die während der COVID-19-Pandemie noch veraltete Systeme im Einsatz hatten, sahen sich dadurch enormen Nachteilen ausgesetzt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige