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ERP-Systemeinsatz bei Zimmermann

ERP-System als digitaler Begleiter

Frässpezialist Zimmermann setzt auf Langfristigkeit, auch beim ERP-System. Im Jahr 2006 löste der Maschinenbauer eine DOS-basierte Software durch APplus von Asseco ab. Digitaler Wandel kommt eben nicht über Nacht – und das System wächst seitdem mit der Firma mit.

(Bild: Zimmermann)

(Bild: Zimmermann)

Ursprünglich gegründet wurde Zimmermann als Spezialist für das Abtragen und Modifizieren der äußeren Kontur unterschiedlicher Werkstoffe. Heute zählen unter anderem hochspezialisierte Portalfräsmaschinen zum Portfolio des Sondermaschinenherstellers. Während das Unternehmen zum einen über ein Portfolio an standardisierten Maschinentypen verfügt, werden die Zimmermann-Lösungen in der Regel speziell für den jeweiligen Anwendungszweck des Kunden hin entwickelt und konstruiert. Zusätzlich zu den ca. 200 Mitarbeitern in Deutschland beschäftigt das Unternehmen weitere Mitarbeiter an Standorten in den USA sowie China. Bereits 2006 traf das Unternehmen die Entscheidung, die Geschäftsprozesse durch ein zeitgemäßes ERP-System zu unterstützen. Denn bei der bislang genutzten Warenwirtschaftslösung handelte es sich um ein älteres DOS-Programm. „Wir wollten mit der Zeit gehen“, erinnert sich Tobias Hiller, Leiter IT und ERP bei Zimmermann. „Nicht zuletzt, da gerade in dieser Zeit eine gewisse Aufbruchstimmung in der IT herrschte. Trends wie Industrie 4.0, die heutzutage in aller Munde sind, hatten bereits damals ihre Anfänge genommen. Unser Ziel war es, beizeiten eine Lösung einzuführen, die für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet ist – wie auch immer diese aussehen mögen.“ Insgesamt vier Systeme nahm Zimmermann damals in die engere Auswahl und unterzog diese einer umfassenden Analyse. Dabei kristallisierte sich schließlich APplus als die Lösung der Wahl heraus: Auch große Stücklisten von bis zu 3.000 Positionen, wie sie bei Zimmermann üblich sind, stellten für das ERP-System von Asseco Solutions kein Problem dar. Zudem schätzten die Verantwortlichen des Fräsmaschinen-Spezialisten die Anpassbarkeit der Lösung. „Was das betrifft, ­unterstützt Asseco seine Kunden aktiv dabei, die Fähigkeiten zu erlernen, das System selbst anpassen zu ­können“, betont Tobias Hiller. „Das ist nicht selbstver­ständlich. Für uns war es jedoch entscheidend, gerade weil wir in der Vergangenheit stark von einem externen Dienstleister abhängig gewesen waren.“

Hidden Champion

Zunächst bestand für Zimmermann die Priorität darin, mit dem neuen System dieselben Prozesse abzudecken, welche die Mitarbeiter aus dem alten System gewohnt waren. „Wir wollten erst einmal an den Punkt kommen, an dem wir mit der Lösung arbeiten können – ohne unsere eigenen Prozesse dabei zu sehr infrage zu stellen oder abzuändern“, schildert Tobias Hiller. „Im Nachhinein hat sich diese Vorgehensweise ein wenig als Fehler herausgestellt, denn wenn das neue System nur die Prozesse der alten Lösung abdeckt, wird das wahre Potenzial der Lösung für die Mitarbeiter nicht deutlich. Erst nach und nach hat hier ein Umdenken eingesetzt und wir haben immer neue APplus-Funktionen für uns entdeckt, die heute aus der Praxis nicht mehr wegzudenken sind. Mit der Zeit haben wir daher sowohl uns an das System, als auch das System immer besser an uns angepasst, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich mittlerweile alle notwendigen Anpassungen an APplus selbst vornehmen kann – eine Aufgabe, die mir persönlich auch sehr viel Spaß macht.“

Kommissionierung beschleunigt

Ein Meilenstein in der ERP-Nutzung war für Zimmermann der Lagerbereich. Früher war die Bereitstellung von Material für die Montage in einer langen Prozesskette mit manuellen Arbeitsschritten abgebildet. Eine selbstprogrammierte Ansicht schafft heute die Grundlage für eine deutlich effizientere Kommissionierung. Mithilfe der Tablets ist es den Mitarbeitern im Lager nun möglich, mobil Ware zu buchen, Bestände zu prüfen, Etiketten auszudrucken und Artikel entsprechend der Auftragsstückliste zu buchen. Auch der Vertrieb profitiert von den Funktionen der Anwendung, allen voran von der Unterstützung für Vertriebsprojekte. Diese ermöglichen es Zimmermann, die Angebotshistorie eines Kunden akkurater zu erfassen und realitätsnaher für Auswertungen und Kennzahlen zu nutzen. Denn im Arbeitsalltag folgt der Verkaufsabschluss oft erst auf das zweite oder dritte Angebot.

Bis zu zehn Prozent schneller

„Durch all die Automatisierungen und den Wegfall manueller Arbeitsschritte konnten wir bestimmt fünf bis zehn Prozent unseres gesamten Zeitaufwandes einsparen – freie Kapazitäten, welche die Kollegen nun für wertschöpfende Aufgaben nutzen können“, erläutert Hiller. „Zusätzlich zu unseren zentralen Vorteilen durch APplus gibt es auch viele Kleinigkeiten, die in der Praxis eine große positive Wirkung haben. Im kommenden Jahr steht unter anderem das Thema Ressourcenplanung auf der Agenda von Zimmermann. In diesem Bereich kommen bislang zumeist noch Excel-Tabellen zum Einsatz, in denen die Kollegen ­bestimmte Zeiten schraffieren, um etwa die Buchung für einen Kundeneinsatz zu vermerken. Dies erfolgt ­jedoch für jede Abteilung separat, sodass die Konsolidierung der Informationen zeitaufwendig ist. Darüber hinaus gibt es aktuell keine Möglichkeit zu sehen, welche Mitarbeiter zu einem bestimmten Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Nach der Integration dieser Prozesse in das ERP-System stünden solche Informationen ebenfalls zentral zur Verfügung. Die Pläne von Zimmermann belegen, dass die digitale Transformation beileibe keine Erfindung der letzten Jahre ist, sondern als langfristige Entwicklung mit kontinuierlicher Projektarbeit zu verstehen ist. Sie ­zeigen aber aber, wie wichtig die Wahl des passenden ERP-Systems für einen Maschinenbauer produzierendes Unternehmen heute ist.

(Bild: Zimmermann)

(Bild: Zimmermann)


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