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ERP-Rollout bei der Rekuplast GmbH

Was gab es zum Jubiläum?
Bessere Abläufe!

Zum Firmenjubiläum zog der Kunststofffertiger Rekuplast in ein neues Firmengebäude um. Der damit verknüpfte Rollout einer ERP-Branchensoftware sorgt nun für rundere Abläufe im ganzen Unternehmen – von der Produktion bis zum Lager.

DCIM100MEDIADJI_0027.JPG (Bild: Rekuplast GmbH)

(Bild: Rekuplast GmbH)

R ekuplast aus Wertheim im Norden Baden-Württembergs ist auf die Herstellung technischer Kunststoffspritzteile spezialisiert und feierte im Jahr 2018 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass beschenkte sich der 1968 gegründete Betrieb selbst mit einem neuen Firmengebäude südlich von Wertheim. Mit dem Umzug waren die Modernisierung der Produktionsinfrastruktur und die Implementierung eines neuen ERP-Systems verbunden.

 (Bild: Rekuplast GmbH)

Der Portalförderer mit Waage ist an das ERP-System angebunden. (Bild: Rekuplast GmbH)

Gestiegene Anforderungen

Eine der Hauptzielgruppen des Fertigers sind neben dem Maschinenbau- und Medizintechniksektor insbesondere Automobilhersteller. Insgesamt hat der Betrieb rund 500 verschiedene Artikel in seinem Portfolio. Das Spektrum der Fertigungsmengen pro Jahr reicht dabei von Kleinserien ab 200 Teilen bis hin zu Massenprodukten mit Losgrößen bis zu 30 Millionen. Beispiele hierfür sind Bauteile mit hoher Geometriekomplexität und Toleranzanforderung wie Zahnräder, oder Artikel, die in der Herstellung prozesstechnisch besonders anspruchsvoll sind, wie vakuolenfreie Lichtleiter für die Automobilproduktion. Die Qualitätsansprüche der Kunden sind vor diesem Hintergrund natürlich besonders hoch, schildert Alexander Schraag, Geschäftsführer von Rekuplast: „Bei diesen Produktionsvolumina und gleichzeitig hochspezialisierten Artikeln haben unsere Kunden natürlich eine besondere Erwartungshaltung. Um diese konstant zu erfüllen, erneuern wir unsere Betriebsinfrastruktur auch in regelmäßigen Abständen. Die Steigerung des Automatisierungsgrades unserer Betriebsabläufe ist hierbei immer ein wichtiges Kriterium.“ Ein entscheidender Meilenstein in diesem Zusammenhang war die Installation eines neuen Portalförderers mit angebundenem Wiegesystem und die Implementierung eines neuen ERP-Systems.

Erprobte Branchenlösung

Bei der Auswahl der Software haben sich die Verantwortlichen bei Rekuplast für Sage Wincarat entschieden. Die Lösung wurde speziell für die Kunststoffindustrie und damit auch für die Abbildung produktionsbezogener Spezifika wie Kavitäten, Wechseleinsätze, Schussgewicht und Anguss entwickelt. Ein weiteres Auswahlkriterium war die hohe Marktdurchdringung des Systems im Kunststoffsektor und die damit gegebene breite Erprobung und Bewährung im Anwendungsfall. Ein drittes Argument für Sage Wincarat war die Vielzahl der möglichen Schnittstellen, über die Komponenten, Module und Funktionen in das System integriert werden können. Hier plant Schraag bereits für die Zukunft und denkt in diesem Zusammenhang an die Einbindung weiterer Systemkomponenten, wie einem Produktionsleitsystem (MES), einer rechnerunterstützten Qualitätssicherung (CAQ) sowie einem System zur Materialflusssteuerung.

ERP-gestützt automatisieren

Bei der Automatisierung der Fertiger leistet der neue Portalförderer mit angeschlossenem Wiegesystem zwar den entscheidenden Beitrag. Doch das ERP-System leistet einen Beitrag, weiteres Effizienzpotential zu erschließen. Im Vergleich zu früher werden die Artikelbehälter nicht nur vom Portalförderer abtransportiert, sondern dort auch gleich gewogen und das Wiegeergebnis automatisch an das ERP-System übermittelt. Die Waage errechnet dabei die Anzahl der produzierten Teile und bucht die Zahl ins Warensystem ein. „Vorher erfolgte das Wiegen und die Verbuchung der produzierten Artikel in unser System händisch – verbunden mit der entsprechenden Fehleranfälligkeit“, erläutert Schraag. Wichtig für die Automatisierung der Produktionsabläufe im Betrieb ist die Kopplung des Portalförderers und der Waage an die Datenbank mit den Warenbeständen, die mit dem neuen ERP-System nun problemlos möglich ist.

Zuverlässige Kennzahlen

Zudem verfügen die Verantwortlichen im Betrieb mit dem neuen System nun auch über verlässlichere Kennzahlen zur Leistungsmessung der produktiven und logistischen Prozesse. Dies ist vor allem im Austausch mit den Geschäftspartnern aus dem Automobilsektor von besonderer Bedeutung, wo die Erhebung entsprechender Daten eine wichtige Rolle spielt. Aber auch für das Unternehmen selbst wird damit eine spürbar zuverlässigere Feinplanung der Produktion im Vergleich zu dem alten ERP-System möglich, was die Effizienz der Betriebsabläufe zusätzlich steigert.

Weniger als sechs Monate

Die Implementierung von Sage Wincarat startete im Frühjahr 2017 und dauerte ein knappes halbes Jahr. Hierbei arbeiteten die Verantwortlichen bei Rekuplast eng mit den Beratern von Sage zusammen, die insbesondere für die Systemmigration – inklusive Datenmigration und die Mitarbeiterschulungen verantwortlich waren. Schraag zeigt sich im Rückblick sehr zufrieden: „Bei der Implementierung des Produktionsplanungs- und Steuerungssystems (PPS), also unserer gesamten Fertigungssteuerung war es uns wichtig, die Arbeitspläne und die Betriebsmittel im Lichte einer punktgenauen Kapazitätssteuerung so passgenau wie möglich zu disponieren. Bei der Definition der für die Kapazitätsplanung zugrundeliegenden Datensätze hat uns Sage im Vorfeld sehr gut beraten.“ Neben allen PPS-bezogenen Prozessen erfasst das ERP-System auch sämtliche Vorgänge in den Bereichen Stammdatenverwaltung, Auftragsbearbeitung, Arbeitsplanung, Beschaffung, Qualitätssicherung, Formenbau und Logistik.

Produktionshalle (Bilder: Rekuplast GmbH)

Produktionshalle (Bilder: Rekuplast GmbH)

Sanfter Einstieg im Lager

Die Inventur als ein Teilbereich der Lagerlogistik war es auch, mit der bei Rekuplast die Einführung begann, ehe das System sukzessive auf weitere Bereiche – bis hin zu PPS – ausgerollt wurde. Dabei haben die Verantwortlichen bei Rekuplast mit dem neuen ERP-System auch gleich eine Herausforderung behoben, die es im Bereich Inventur schon länger gab: Die Erfassung und Bewertung der Lagerbestände war mit der alten Software relativ aufwändig. So musste beispielsweise für jedes Bauteil ein eigener Inventurwert identifiziert und zugeordnet werden. Folgende Fragen standen hierbei im Fokus: Wie lange ist Artikel X schon nicht mehr verkauft worden? Oder: Wo liegt der Einkaufspreis für Artikel Y? Das heißt die Inventur erfolgte in Handarbeit, was nicht nur viel Zeit kostete, sondern auch sehr fehleranfällig war und zu steigenden Ungenauigkeiten von einer Inventur zur anderen führte.

Inventur auf Knopfdruck

Mit der neuen ERP-Lösung gehört dies der Vergangenheit an. Schraag berichtet: „Sage Wincarat bietet von vornherein verschiedene Optionen an, mit denen wir unsere Artikel pauschal bewerten können. Im Ergebnis führt dies zu einer Inventur auf Knopfdruck, bei der die Bewertungssystematik der ERP-Lösung genutzt wird, die automatisch nach einer bestimmten Logik und Routine abläuft. Das System errechnet also automatisch, wie ein Artikel, der schon länger nicht mehr verkauft wurde, neu zu bewerten und gegebenenfalls vom Preis her anzupassen ist. Dies mussten wir früher komplett von Hand machen – verbunden mit der entsprechenden Fehlerquote.“

Mitarbeiter und Zukunftspläne

Insgesamt hat die Einführung von Sage Wincarat bei Rekuplast zu einer spürbaren Vereinfachung der Betriebsabläufe und zu mehr Effizienz im Produktionsprozess geführt. Diese Arbeitserleichterungen wirken sich auch auf die Akzeptanz des neuen Systems in der Belegschaft aus. „Mitarbeiter, die täglich mit der ERP-Software arbeiten, können ihre Arbeit mit dem neuen Programm definitiv einfacher und schneller erledigen“, berichtet Schraag und fügt schmunzelnd hinzu: „Als nur sporadischer Nutzer des Programms benötige ich aber nach wie vor meinen persönlichen Spickzettel, aber das wird sich in Zukunft sicherlich auch noch bessern.“ A propos Zukunft: In die blickt Schraag sehr optimistisch und ist sich sicher: „Wenn wir wachsen, wird uns Wincarat begleiten.“


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