Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Datendrehscheibe ERP-System

Die wichtigen Daten für alle Abteilungen

FWB hat im Jahr 2017 70 Millionen Spritzgussteile hergestellt – das sind mehr als 190.000 Stück am Tag. Genutzt werden sie für Autoschlüssel, Gaspedale, elektrische Servolenkungen oder Radarsensorik. Bereits seit längerem unterstützt ein ERP-System die verschiedenen Abteilungen der Firma bei der Digitalisierung ihrer Prozesse. Als bei einem der jüngsten Projekte die Maschinen vernetzt wurden, konnte das ERP-System die anfallenden Daten im Sinn einer Informationsdrehscheibe aufnehmen und weiterleiten.

ERP-System im FWB: Die wichtigen Daten für alle Abteilungen

Bild: FWB Kunststofftechnik GmbH

Seit mehr als zehn Jahren erfasst der Automobilzulieferer FWB systematisch Maschinendaten. Seit 2015 kommt im Unternehmen das ERP-Komplettsystem von Proalpha zum Einsatz. Dabei stehen für den Kunststofffertiger besonders das integrierte Dokumentenmanagement-System (DMS), die Business Intelligence-Tools sowie die Vernetzung der Fertigung mit der Konstruktion, der Entwicklung, der Verwaltung sowie dem Vertrieb im Mittelpunkt. Mit Hilfe des Dokumentenmanagements verknüpft der Kunststofffertiger entlang des Auftragsprozesses Belege miteinander. Eingangsrechnungen, Wareneingangspapiere oder Lieferscheine sind mit einem Barcode versehen und werden einmal täglich gescannt und an das ERP-System übermittelt. Dort lassen sich sämtliche Belege einem Geschäftsfall zuordnen und mit diesem archivieren. Darüber hinaus werden die Dokumente automatisch an entsprechende Abteilungen zur Weiterbearbeitung ver-sendet. „Das spart enorm viel Zeit“, sagt Thomas Weiß, ERP-Administration und Einkauf bei FWB. Durch den bereichsübergreifenden Zugriff sind die digitalen Dokumente zudem für alle beteiligten Mitarbeiter verfügbar. Dafür sorgt u.a. eine im DMS integrierte Suchfunktion, durch die sich neben dem Zeitfaktor, auch die Anzahl an Papierbelegen reduziert.

Business Intelligence

Des Weiteren erweist sich die Business Intelligence (BI) des Systems samt dem sogenannten Analyzer für FWB als wichtige Komponente. So nutzt das Unternehmen sowohl frei definierbare Datenexporte als auch Ad-hoc-Abfragen und Standardberichte. Abteilungs- und Bereichsleiter oder Sachbearbeiter in Vertrieb, Einkauf und Controlling beantworten bei FWB damit schnell die typischen Fragestellungen ihres Verantwortungsbereichs. Da sämtliche Auswertungen auf einer zentralen Datenbasis beruhen, sind alle Berichte und Abfragen unternehmensweit aktuell und konsistent. Zudem sind sie mobil aufrufbar. Ein Standardbericht des Vertriebs listet beispielsweise auf, wie viele Angebote in entsprechende Aufträge münden. Auch erwartete Zu- und Abflüsse von Zahlungen werden ermittelt und für Liquiditätsprognosen aufbereitet. Weitere vom Analyzer bereitgestellte Kennzahlen liefern Ausschusszahlen, Produktionsmengen, Nacharbeits- und Ausfallzeiten sowie die Verfügbarkeit der FWB-Produktionsanlagen.

Einsatz im Controlling

Das BI-Tool wird auch vom Controlling genutzt: So vergleicht Controllerin Elisa De Bastiani beispielsweise die per Zeiterfassung dokumentierte Arbeitsleistung der Mitarbeiter mit deren persönlichen Rückmeldungen. So kann sie erkennen, welcher Prozentanteil der Arbeit tatsächlich auf ein Projekt entfällt. Dank eines hinterlegten Stundensatzes behält sie dabei die Kosten im Blick und nennt einen weiteren Vorteil: „Unsere Mitarbeiter verstehen dadurch, warum wir bestimmte Projekte belasten. Das führt wiederum zu einem besseren Rückmeldeverhalten.“

Das Unternehmen FWB hat im Jahr 2017 rund 70 Millionen Spritzgussteile hergestellt.

Bild: FWB Kunststofftechnik GmbH

Daten für die Kostenrechnung

Auf aussagekräftige Daten kommt es auch in der Kostenrechnung an. Diese stellt den BI-Tools valide Zahlen zur Verfügung, denn die Kostenrechnung von Proalpha erfasst sämtliche Mengen und Werte aus allen Bereichen des ERP-Systems. De Bastiani kann direkt auf alle primären Werte zugreifen. Erneute Datenerfassungen und damit typische Fehlerquellen entfallen. „Auch zwischen Kostenstellen-, Kostenträger- und Ergebnisrechnung fließen die Daten nun automatisch“, sagt die Controllerin. Als Beispiel nennt sie die automatisierte Weiterverrechnung von Über-/Unterdeckungen von Kostenstellen und Kostenträgern in die Ergebnisrechnung. „Das hatten wir vorher nicht. Aufgrund von manuell geführten Excel-Listen war eine valide Kostenträgerrechnung nicht möglich“, sagt sie. Die Zuordnungen zu Kostenträgern seien früher sehr ungenau gewesen. Durch das neue System liegt die Aufgabe des Controllings lediglich darin, die Zahlen auf Plausibilität zu prüfen.

Vernetzter Maschinenpark

Auch in Sachen Industrie 4.0 will sich FWB positionieren. Das Unternehmen hat dafür seinen Maschinenpark vernetzt und übermittelt täglich Maschinendaten an das ERP-System. Dort angekommen stehen sie allen Mitarbeitern zur Verfügung. Die Kostenrechnung beispielsweise kann die Daten umgehend verbuchen, da jeder Spritzgussmaschine eine eigene Kostenstelle zugeordnet ist. Die Disponenten können sehen, ob eine Maschine ausgelastet ist und, falls dies nicht der Fall ist, dieser Maschiene weitere Aufträge zuteilen. Darüber hinaus weisen die Maschinenstunden darauf hin, ob die Projekte richtig kalkuliert sind oder ob in Zukunft entweder mehr oder weniger Zeit eingeplant werden muss. Mit dem alten System war dies nicht möglich. Die digitale Datenanalyse und deren Integration sind für De Bastiani unabdingbar, wenn es um Industrie 4.0 geht: „Dafür brauchen Sie ein vollständig integriertes ERP-System. Deshalb wollen wir unser Industrie 4.0-Vorhaben ausbauen und den Vorsprung, den wir uns gegenüber dem Wettbewerb erarbeitet haben, kontinuierlich vergrößern“, sagt sie. Die Datenqualität sei ein zentraler Erfolgsfaktor für Industrie 4.0. Das eingesetzte ERP-System unterstützte FWB dabei, die Informationen zu generieren, zusammenzuführen, aufzubereiten und schließlich zu analysieren. Für FWB ist es nicht nur von Bedeutung, die Fertigung zu digitalisieren und zu vernetzen. Die gleiche Prämisse gilt für die Prozesse in der Verwaltung und im Vertrieb. Denn so können der Verwaltungsaufwand und die Zeitfenster zwischen Bestelleingang, Produktion und Lieferung auf wenige Stunden reduziert werden. „Eine ‚Smart Factory‘ kann nur funktionieren, wenn alle Prozesse digital sind“, sagt Thomas Weiß.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit einem Plus von 1,9 Punkten verzeichnet das Geschäftsklima der Digitalbranche im Januar einen erneuten Anstieg und liegt nun bei 18,5 Punkten. Erstmals seit Sommer 2022 liegen zudem die Geschäftserwartungen im positiven Bereich.‣ weiterlesen

Ob zur Remote-Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort, zur Schulung und technischen Einweisung neuen Personals oder bei der Umplanung von Produktionsstraßen - fotorealistische digitale Zwillinge können Unternehmen vielfältig unterstützen.‣ weiterlesen

Viele ERP-Lösungen wurden einst von Spezialisten entwickelt und danach nur noch angepasst, erweitert und mit Updates versorgt. Doch steigende Digitalisierungsanforderungen, schnellere Produkteinführungen sowie der Fachkräftemangel schrauben die Anforderungen in die Höhe. Könnte Low-Code-Softwareentwicklung die Lösung sein?‣ weiterlesen

Mit einem Anstieg von 1,6 Punkten im Januar liegt das IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,9 Punkten und damit über der neutralen Marke von 100. Für die Arbeitsmarktforscher deutet dies auf positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hin.‣ weiterlesen

Mit ProKI, einem Demonstrations- und Transfernetzwerk für künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion, soll die Anwendung von KI bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter vorangetrieben werden.‣ weiterlesen

Wolfgang Boos hat zum Jahreswechsel die Geschäftsführung des FIR an der RWTH Aachen übernommen. Er tritt die Nachfolge von Volker Stich an.‣ weiterlesen

Mit den Produkten der Marke Smartblick will F&M Werkzeug und Maschinenbau gerade kleineren Unternehmen ermöglichen, Fertigungsprozesse anhand von Maschinendaten zu analysieren und zu optimieren. Jetzt hat die Firma ein Modul vorgestellt, das mit künstlicher Intelligenz 'on Edge' prädiktive Qualitätsanalysen erstellt, also Predictive Quality ermöglicht.‣ weiterlesen

Die GSG Genii Software Gruppe hat die Übernahme der Camos Software und Beratung GmbH bekanntgegeben, einem Software-Spezialisten im Bereich Configure Price Quote (CPQ).‣ weiterlesen

Lichttechnische Messungen gehören bei der Produktion von Displays zum Standard. Während der Entwicklung müssen jedoch auch sehr unterschiedliche Messungen, meist detaillierter als in der Serienfertigung, durchgeführt werden. Das Zusammenspiel von Displayansteuerung, Messequipment und Auswertung der Messwerte ist dabei oft zeitaufwendig und fehlerbehaftet. Eine voll- oder teilautomatisierte Messung kann die Arbeit vereinfachen.‣ weiterlesen

Mit einem Mix aus Liefer- und Projektgeschäft wappnet sich die Firma Unterfurtner aus Österreich gegen Marktschwankungen. Dabei verursachten die unterschiedlichen Prozesse der Geschäftsbereiche früher viel Aufwand, den das alte ERP-System kaum abfederte. Der Rollout von AMS.ERP änderte das, denn die Software ist auf solche Anforderungen zugeschnitten.‣ weiterlesen