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ERP-Fundament für eine disruptive Zeit

Oxaion Automotive 5.1 für Zulieferbetriebe

ERP-Fundament für eine disruptive Zeit

Das ERP-System Oxaion Automotive zielt genau auf die Bedürfnisse mittelständischer Automobilzulieferer. Die im ersten Quartal 2020 erschienene Version 5.1 soll Anwenderfirmen helfen, im rasanten Umbruch der Branche nicht den Anschluss zu verlieren – die neuen VDA-Standards wurden ebenfalls integriert.

Optimierungen gab es außerdem bei den Bestellanforderungen für außerdispositive Beschaffungsvorgänge. In Verbindung mit den Planabrufen können Anwender nun genau berechnen, was sie im Zeitraum eines Jahres alles beschaffen müssen. (Bild: Oxaion GmbH) [1]

Optimierungen gab es außerdem bei den Bestellanforderungen für außerdispositive Beschaffungsvorgänge. In Verbindung mit den Planabrufen können Anwender nun genau berechnen, was sie im Zeitraum eines Jahres alles beschaffen müssen. (Bild: Oxaion GmbH)

Die Wertschöpfungsstrukturen deutscher Automobilindustrie stehen vor einem tiefgreifenden Wandel. Als Treiber gelten Internationalisierung, digitale Prozessketten im Kontext einer Industrie 4.0 sowie Innovationen in den Bereichen E-Mobilität und autonomes Fahren. Vor allem die Zukunftsfähigkeit vieler Zulieferer ist hier die Herausforderung. Denn während sich die OEMs verstärkt auf ihr Downstream-Geschäft konzentrieren, also ihre Aktivitäten gegenüber den Endkunden, müssen die Hersteller von Kraftfahrzeugteilen vermehrt komplexe Entwicklungs-, Produktions- und Logistikumfänge ihrer Abnehmer schultern. Für den Aufbau und die Steuerung eines solchen Netzwerks ist viel Energie notwendig. Nicht wenige Zulieferer werden ihr bisheriges Geschäftsmodell überdenken und gegebenenfalls umsteuern müssen. Handlungsbedarf zeigt sich einerseits im organisatorischen Bereich, also im Netzwerkmanagement, sowie bei der Steuerung überbetrieblicher Abläufe. Gleichsam existieren nach wie vor Schwachstellen bei der Realisierung digitaler Prozesse sowie bei der Geschäftskunden-Integration über Portale und EDI.

Auf digitale Standards bringen

Der ERP-Anbieter Oxaion will besonders mittelständischen Zulieferern helfen, die softwareseitigen Voraussetzungen für neue Wertschöpfungsgefüge zu schaffen. „Die Automobilhersteller wie auch ihre Zulieferer fordern eine immer komplexer werdende Übermittlung von Mengen, Terminen und elektronischen Belegen – also alles, was relevant ist, um möglichst ohne Verluste produzieren und liefern zu können“, schildert Holger Bänsch, Branchen Manager Automotive bei Oxaion. „In den Zuliefererbetrieben haben wir es fast ausschließlich mit EDI-gestützten Prozessketten zu tun. Somit bleibt der elektronische Datenaustausch auch künftig der Treiber für sämtliche Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen.“ Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) greift aktuelle Anforderungen auf und definiert Standards, an die sich alle Stufen des Wertschöpfungsprozesses halten können. „Mit Oxaion Automotive 5.1 unterstützen wir natürlich die neuen VDA-Standards.“ So erlaubt die Lösung eine reibungslose Abwicklung von Lieferabrufen, Entnahme- und Kommissioniervorgängen, Versand sowie Lieferdokumentation und Fakturierung, sagt Bänsch.

Prozesse abgesichert

Release 5.1 kann EDI-Daten aus unterschiedlichen Verzeichnissen abholen, unabhängig von der Ablagenstruktur des Unternehmens. Neue Funktionalitäten gibt es im Bereich Kommissionierung: Ab sofort unterstützt das Feld ‚Kommission‘ die Positionierung von Material in der Auftragsdokumentation. Auch für eingehende Lieferabrufe gemäß VDA4984 und ausgehende Lieferavise nach VDA 4987 hält das ERP-System neue Features bereit. Verantwortliche werden nun automatisch benachrichtigt, wenn sich bspw. Änderungen bei den Packmittelvorschriften ergeben. Die Packmittel selbst sind entweder über die Lieferabrufe, Feinabrufe oder über die Stammdaten abbildbar. So soll auch bei JIT/JIS-Anlieferung das korrekte Warengestell ans Band gehen, damit keine fehlerhafte Verpackung zum Bandstopper wird, erläutert Holger Bänsch.

Oxaion Automotive 5.1 für Zulieferbetriebe

ERP-Fundament für eine disruptive Zeit

Lieferabrufe vorausplanen

Wie eine Produktion ausgerichtet wird und wie viele Teile im Monat ausgeliefert werden müssen, ändert sich teilweise täglich. Abweichungen von Planabrufvorgaben lassen sich mit dem Oxaion-ERP jetzt detailliert überwachen. Die Lösung dokumentiert dazu Änderungen und bietet eine bessere Unterstützung bei der Planabrufentwicklung. „Mit Oxaion lässt sich die Produktion mit einem Zeitfenster von bis zu einem Jahr effektiv vorausplanen“, führt Holger Bänsch aus. Auch haben Anwender nun die Möglichkeit, über die neue Transportmittelverwaltung eine mehrstufige Ladungsträger-Stückliste abzubilden. Darüber hinaus bietet die neue Automotive-Version Möglichkeiten zur Tourenoptimierung sowie eine automatisierte Entnahmeschein-Erzeugung.

Lieferabrufe ändern

Im Tagesgeschäft eines Automobilzulieferers ändern sich auch häufig die Daten der Lieferabrufe: Ein Lieferabruf gelangt in Form einer EDI-Nachricht ins System, wird von da aus weiterverarbeitet und erzeugt letztlich einen Verkaufsauftrag, der zur Auslieferung führt. Wenn sich Daten auf den Lieferabrufen ändern, weil etwa an ein neues Werk geliefert werden soll, können Anwender diese Änderungen nun ohne Eingriff in die Stammdaten selbst durchführen.

Übersicht im Versandmonitor

Mit Version 5.1 wurde auch die Funktonalität Oxaion-Versandmonitor überarbeitet, mit der sich die Logistik eines Unternehmens steuern lässt. Dashboards zeigen dabei Kennzahlen für Vertrieb, Versand, Fertigung und Disposition. Filter und ein- und ausblendbare Felder sollen für eine übersichtliche Darstellung sorgen. Über Feinabrufe erhält der Lieferant Informationen zu den endgültigen Warenmengen und bindenden Lieferterminen nach Datum und Uhrzeit. Erweitert wurde dabei auch die Unterstützung von JIT-und JIS-Abrufen. Lieferscheine und Rechnungen erstellt der Versandmonitor automatisch nach den gängigen VDA-Normen und EDI-konform. Dazu zählen auch die neuen VDA-Global Nachrichtentypen DELFOR, DELJIT, DESADV, INVOIC für Tier1- und Tier2 Lieferanten, die sich nun mit dem System abbilden lassen.

Feinschliff am System

Weitere Änderungen der Software betreffen etwa die Verwaltung der Speditionsaufträge, die übersichtlicher gestaltet wurde. Auf der Crossfeed-Oberfläche gibt es zudem viele neue Möglichkeiten, das Tagesgeschäft individuell zu strukturieren. Ein- und ausgehende Rechnungen sowie Gutschriften behandelt das System nun nach den geltenden Standards VDA4906/4938, VDA4908/4938 und den entsprechenden EDI-Standards. Zur Funktionalität Grafische Belegkette sagt Holger Bänsch: „Anwender erhalten Einsicht in die komplette Historie eines Lieferabrufs, von der Liefereinteilung bis hinunter zum Lieferschein und Rechnung. Der erleichtere die Recherche, wenn es etwa Kundenanfragen zu beantworten gelte.