Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Energie überwachen und sparen

Mit Effizienzmanagement zur ISO50001-Zertifizierung

Der Automobilzulieferer Borgers mit Hauptsitz im westfälischen Bocholt befindet sich in der fünften Generation in der Leitung der Gründerfamilie. Seit dem Jahr 2013 ist das Energiemanagement des Unternehmens nach ISO50001 zertifiziert. Das Datenmanagement übernimmt eine Software von Wiritec.

Energie: Mit Effizienzmanagement zur ISO50001-Zertifizierung

Bild: Borgers AG

Durch stetiges Wachstum hat sich die Borgers SE & Co. KGaA zu einem gut etablierten Partner der Automobilindustrie entwickelt. In 25 Werken weltweit stellt das Unternehmen akustisch wirksame textile Bauteile her. Außerdem entwickelt der Automobilzulieferer Dämmmaterialien für Großelektrogeräte der Weißen Industrie. Zur Unternehmensgruppe gehören zudem die Maschinenbauer Olbrich und R+S Technik. Insgesamt beschäftigt der Konzern mehr als 7.600 Mitarbeiter.

Zertifiziertes Energiesparen

Im Jahr 2011 hatte sich die Geschäftsleitung des westfälischen Unternehmens dazu entschieden, ein Energiemanagement einzuführen. Mit der Unterstützung eines Beratungsunternehmens wurden die dafür notwendigen strukturellen Vorbereitungen getroffen. Die ISO50001-Zertifizierung wurde im Jahr 2013 abgeschlossen. Ein zertifiziertes Energiemanagement setzt ein professionelles Energiedatenmanagement voraus. Zudem erkannte der Zulieferer, bei einer Unternehmensgröße von 1.400 Beschäftigten in zwei Werken, dass eine leistungsfähige Softwareunterstützung benötigt wird. Daher hat Wolfgang Bölting, verantwortlicher Leiter für Energie und Facility Management, eine erste Marktsichtung vorgenommen. Aufgrund der Vielzahl von Software-Anbietern kam ihm dabei eine Master-Arbeit von Christian Schneider an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen sehr gelegen. Schneider untersuchte und bewertete in seiner Abschlussarbeit Energiedatenmanagementsysteme, die eine bessere Überwachung energiebezogener Daten in der Produktion ermöglichen. Aus dieser Analyse ging eine Bewertungsmatrix hervor, auf der letztendlich die Entscheidung von Borgers für das geeignete Energiedatenmanagement System basierte. Vier Anbieter kamen zunächst in die engere Wahl. Am Ende entschieden sich die Verantwortlichen für die Wiritec GmbH aus dem hessischen Bensheim. „Die Bewertungsmatrix auf Basis unserer konkreten praktischen Anforderungen war eine große Hilfe“, betont Wolfgang Bölting, „denn so konnten wir sicher sein, dass wir das passende System auswählten. Unsere zentralen Entscheidungskriterien waren sowohl das Handling und die Ergonomie der Software, als auch die Benutzerführung sowie die Variabilität in der Umsetzung. Dabei überzeugte uns Wiritec besonders.“

Unterschiedliche Anwender

Da unterschiedliche Anwender mit dem System arbeiten – vom Experten bis zum Casual User – muss die Benutzerführung flexibel zu konfigurieren sein. Weitere wichtige Kriterien bei der Entscheidung waren einerseits die Möglichkeit der Vergleichbarkeit mehrerer Verbrauchszeiträume in einem Chart und andererseits – im Rahmen der Maßnahmenverfolgung – die farbliche Darstellung der Ergebnisse umgesetzter Energieeffizienzmaßnahmen vor und nach deren Durchführung. „Die Wirtschaftlichkeit einer Effizienzmaßnahme und deren Wirkungsgrad ist für uns ein ganz zentraler Punkt“, ergänzt Martin Demming, Energiemanager am Produktions-Standort in Dingden. „Denn ab Ende 2017 ist die Nachverfolgung einzelner Schritte für die Zertifizierung ohnehin unverzichtbar.“ Abschließend wurde auch die Umsetzung der Benutzerrechte im Energiedatenmanagementsystem sowie die Anbindungsmöglichkeiten von Zählern betrachtet. Pro Werk sollen bis zu 250 Zähler ins System integriert werden.

Schritte verfolgen

Um das angestrebte Ziel zu realisieren, ist die Maßnahmenverfolgung ein wichtiger Baustein. Beispiele dafür sind u.a. die Frequenzregelung von Pumpen, die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen sowie die Einsparung von Druckluft. „Wir haben Zähler an den Druckluftkompressoren installiert, deren Werte in die Software einlaufen. Das erlaubt uns jetzt eine proaktive Beseitigung der Leckagen, was uns einen klaren Nutzen bringt“, erläutert Dennis Kolks, Energiemanager im Werk Bocholt. Auch bei der Ermittlung von Stillstandzeiten unterstützt die Software. „Wir sehen jetzt genau, ob die Anlage arbeitet oder sich im Leerlauf befindet.“ „Durch die Kontrolle und gleichzeitige Überwachung auf einer belastbaren Datenbasis sehen wir, ob unsere Energieeinsparprojekte auch die gewünschte Wirkung liefern“, sagt Wolfgang Bölting.

Kein Expertenwissen nötig

Die Darstellung des Systems ist auch für gelegentliche Nutzer verständlich, wie etwa Vorarbeiter in den Lagern als auch Maschinenverantwortliche. Diese sollen künftig mit Dashboards arbeiten, die zeigen, ob man beim Maschinenlauf im grünen oder roten Bereich ist. Zusätzlich ist geplant, dass Monitore in der Produktion den konkreten Energieverbrauch anzeigen. Dadurch können Mitarbeiter sehen, wie ihr persönliches Nutzerverhalten den Verbrauch beeinflusst.

Einführung im neuen Werk

Das Thema der Überwachung wird Borgers auch weiterhin begleiten. Dabei kommt die Watchdog-Funktion im EMS zum Einsatz. „Wir möchten eine noch höhere Granularität der Darstellung erreichen. Darüber hinaus werden wir künftig verstärkt die Dashboards nutzen, die wir als einen weiteren großen Anwendungsvorteil der Software empfinden“, sagt Martin Demming. Im neuen polnischen Standort Zlotoryja soll das Energiedatenmanagementsystem ebenso eingeführt werden. Dort sind von Beginn an gute Zähler-Infrastrukturen vorhanden.

Energie: Mit Effizienzmanagement zur ISO50001-Zertifizierung | Die Betriebsstätte der Johann Borgers GmbH in Dingden.

Die Betriebsstätte der Johann Borgers GmbH in Dingden. (Bild: WiriTec GmbH)


Das könnte Sie auch interessieren:

Individuelle Kundenwünsche beeinflussen zunehmend die Produktion. Mit der Verbindung von Verkaufs- und Produktionskonfiguration lässt sich die Komplexität einer variantenreichen Fertigung in den Griff bekommen.‣ weiterlesen

52 Prozent der Unternehmen wollen ihre Ausgaben bezüglich der digitalen Transformation erhöhen. Dies hat der Business-Software-Anbieter IFS in einer Studie ermittelt für die weltweit mehr als 3.032 Führungskräfte befragt wurden.‣ weiterlesen

Die Bekuplast-Unternehmensgruppe produziert Mehrweg-Transportverpackungen aus Kunststoff. Seit 2019 dient ein Enterprise-Content-Management-System (ECM) von ELO als Grundlage, zentrale Geschäftsprozesse zu automatisieren und mit den IT-Systemen zu verzahnen.‣ weiterlesen

Bosch Rexroth gibt einige Veränderungen in der Geschäftsführung bekannt. Unter anderem tritt Filiz Albrecht die Nachfolge von Christoph Kübel an, der zum Jahresende in den Ruhestand geht.‣ weiterlesen

Der Solution Manager von SAP stand lange im Ruf, nicht das Organisationsgenie unter den Business-Anwendungen zu sein. Doch der Hersteller hat in Version 7.2 viel am Werkzeug verbessert. Der Produzent von Lebensmittelzutaten Döhler hat daher den SolMan von SAP mit dem BPM-Tool Aeneus verknüpft, um die Gestaltung von mehr als 2000 Geschäftsprozessen zentral und nachhaltig zu strukturieren.‣ weiterlesen

In einer weltweiten Studie haben TÜV Rheinland und das Marktforschungsinstitut Ponemon untersucht, wie es um die Cybersicherheit von Industrieanlagen bestellt ist. Demnach ist die Operational Technology besonders gefährdet.‣ weiterlesen

Mit dem stärksten jemals gemessenen Anstieg hat sich der Ifo-Geschäftsklimaindex im Juni im Vergleich zum Vormonat etwas erholt. Er liegt nun bei 86,2 Punkten.‣ weiterlesen

Unternehmenswachstum sorgte bei der Penn GmbH für ein Umdenken in der Unternehmensstrategie. Mit der Implementierung eines Manufacturing Execution Systems wollte man etwa Excel-Listen in der Produktionsplanung ablösen. Mit der MES-Lösung von Proxia gelang es sogar, die Anlagenverfügbarkeit auf fast 100 Prozent zu steigern.‣ weiterlesen

Im vergangenen Jahr haben 76 Prozent der Unternehmen Rechenleistung aus der Cloud in Anspruch genommen. Dies geht aus einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG hervor.‣ weiterlesen

Schneider Electric möchte seine gruppeninternen Kompetenzzentren für Schlüsseltechnologien stärken. Mit einem weiteren Ausbau des Standortes Marktheidenfeld wird dieser Weg nun fortgesetzt.‣ weiterlesen

Die überwiegende Zahl der Maschinenbauer ist zuversichtlich, mittelfristig auf das nominale Umsatzniveau von 2019 zurückzukehren. So lautet die Kernbotschaft der sechsten VDMA-Blitzumfrage zur Corona-Pandemie, an der 658 Unternehmen teilnahmen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige