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Wie man zum eigenen Onlineshop gelangt

E-Commerce

Wie man zum eigenen
Onlineshop gelangt

Früher oder später wird sich fast jeder Hersteller fragen, wie er seine Produkte über einen eigenen Onlineshop vertreiben kann. Der Artikel erläutert, wie Design und Projektierung die anfallenden Kosten beeinflussen und warum es oft auch einfach geht.

 (Bild: © relief / Fotolia.com / TreoLabs GmbH) [1]

(Bild: © relief / Fotolia.com / TreoLabs GmbH)

Anders als bei dem Verkauf der eigenen Produkte über eine Plattform stellt sich bei einem eigenen Onlineshop die Frage nach der Kundenschnittstelle nicht. Es gibt keinen Intermediär und Feedback der Kunden und Marge erreicht die Firma unmittelbar. Immer öfter ist also nicht die Frage ob, sondern wie produzierende Unternehmen einen eigenen Onlineshop aufsetzen und betreiben sollten. Mit einem planvollen Vorgehen lassen sich dabei viele Risiken vermeiden und die Erfolgschancen deutlich verbessern.

Wer soll dort einkaufen?

Die erste wichtigste Frage ist zu entscheiden, welche Zielgruppe im Fokus steht. Der Aufbau bei einem B2B-Shop sollte ganz anders sein, als bei einem B2C-Shop. Ein B2C-System will den Besucher zum Kauf zunächst inspirieren, für einen B2B-Kunden ist der Kauf ein Tagesgeschäft, für B2B-Kunden spielt die Flexibilität der Preise eine weit bedeutendere Rolle als für B2C-Kunden und vieles mehr. Die notwendigen Funktionen können sich somit deutlich unterscheiden.

Der Kostenfaktor

Natürlich zählen die Kosten zu den wichtigsten Faktoren bei einem Onlineshop. Diese bestehen aus:

Entwicklungskosten – diese fallen für die Entwicklung der Konzeption, des Designs und für die Umsetzung eines Onlineshops an. Normalerweise sollte man mit einem Preis ab 6.000 Euro rechnen.

Laufende Kosten – diese bestehen aus Hostingkosten (ab 30 Euro für einen kleinen Onlineshop) und der Kosten für Wartung, Support und Weiterentwicklung. Die Letzen hängen vom tatsächlichen Bedarf ab, realistisch sollte man mit einem Preis ab 100 Euro pro Monat rechnen.

Auswahl des Shopsystems

Die Programmierung eines Onlineshops von Grund auf ist sehr aufwendig und kann über 10.000 Stunden in Anspruch nehmen. Zu Hilfe kommen die zahlreichen Onlineshop- Software-Systeme, die viele typische Funktionen direkt aus der Box anbieten. Darauf kann man aufbauen. Eine noch günstigere Alternative bieten die zahlreichen Cloud-Lösungen an, die man für eine monatliche Gebühr mieten kann. Diese sind weniger flexibel, als eine B2B-Lösung kaum einsetzbar, dafür aber günstiger als eine eigenständige Onlineshop-Software.

Auswahl der Agentur

Auch wenn man sich bei der Erstellung eines Onlineshops erst einmal eigene Besonderheiten berücksichtigen will, ist diese Aufgabe schwer genug. Die erzielten Ergebnisse hängen sehr stark von der Auswahl der beauftragten E-Commerce-Agentur ab. Denn auch wenn der Hersteller und der Dienstleister scheinbar über dasselbe reden, kann das Ergebnis von den Erwartungen sehr stark abweichen. Eine Agentur kann die Planung, Umsetzung und Betreuung eines Onlineshops auch komplett übernehmen. Alternativ könnten Freelancer beauftragt werden, um Entwicklungskosten zu sparen. Dies wird aber seltener zu einem guten Ergebnis führen. Ein guter Designer wird fast niemals ein guter Programmierer sein und umgekehrt. Deshalb sollte man mehr als einen Freelancer finden und deren Arbeit selbst koordinieren. Für Unternehmen mit wenig eigener Expertise und hohen Erwartungen ist das eine schwierige Aufgabe.

Bild: TreoLabs GmbH [2]

Bild: TreoLabs GmbH

Konzeption

Um zu einem guten Ergebnis zu gelangen, sollten Projekte in drei Phasen ablaufen:

  1. Konzept erstellen und abstimmen,
  2. Design erstellen und abstimmen,
  3. den Onlineshop umsetzen.

Die Konzeption ist genauso wichtig wie das Fundament beim Bau eines Hauses – auf einem schlechten Fundament kann man keinen guten Onlineshop aufbauen. Das Konzept muss nicht unbedingt gewisse Standards und Regeln erfüllen. Viel wichtiger ist, dass die wichtigsten Anforderungen schriftlich formuliert werden, z.B. als strukturierte Liste, die Beschreibung von typischen Funktionen eines Onlineshops kann dabei weggelassen werden. Diese Liste kann etwa nach Seitenarten strukturiert werden – Startseite, Kategorieseite, Produktdetailseite, Warenkorb, Bestellabwicklung usw. Für uns Menschen gibt es nichts Besseres als die visuelle Wahrnehmung, daher sollte man unbedingt Skizzen der notwendigen Seiten erstellen und gemeinsam abstimmen. Diese können auch mit einem Bleistift auf Papier aufbereitet sein, die Tools sind hierfür unwichtig.

Design

Erst wenn die Mockups abgestimmt sind, lohnt sich die Erstellung des Designs. Wenn dieses direkt auf die vorher erstellen Skizzen angelehnt ist, spart das viel Zeit für Änderungen, denn Skizzen sind schneller als Designs erstellt. Die Rolle des Designs wird öfter überschätzt und Kunden konzentrieren sich oft auf Kleinigkeiten, die eigentlich wenig von Bedeutung scheinen. Hierzu können E-Commerce-Agentur beraten. Ein Tipp: Nicht alle Wünsche des Herstellers müssen umgesetzt werden, denn der Shop muss den Kunden gefallen und nicht dem Betreiber. Das Design und dessen Umsetzung ist ein wesentlicher Kostenfaktor. Die modernen Shopsysteme bieten ein gutes Design und anspruchsvolle Layouts direkt aus der Box an, und die Erstellung von einem meist teuren Individualdesign lohnt sich seltener. In den meisten Fällen wird die Anpassung der Standard-Templates voll und ganz ausreichen. Auf diese Weise kann man bis zu 50 Prozent der Kosten einsparen. Umgekehrt gilt: Möchte ein Unternehmen etwas ganz Besonderes und ist bereit, dafür zu zahlen, sollte das Design auch gleich für Smartphones separat erstellt und abgestimmt werden. Auch hier ist es wichtig, dass die Abstimmung pro Seitenart erfolgt. Es gilt auch hier, dass Änderungen in dieser Projektphase viel günstiger als bei der Programmierung sind.

Umsetzung

Jede Shop- Software hat eigene Richtlinien und Vorschriften für die Programmierung. Diese sind strikt und unbedingt einzuhalten, um spätere Probleme zu vermeiden, etwa den Verlust der Updatefähigkeit. Änderungen während der Umsetzungsphase sind teuer. Vielleicht ist eine gewünschte Veränderung es nicht wert. Expertise von außen und ein Kostenvoranschlag für jede gewünschte Änderung helfen, böse Überraschungen später zu vermeiden.

Optimierung und Support

Auch wenn der Onlineshop gelauncht ist, ist die Arbeit nicht zu Ende, denn dieser braucht einen professionellen Support und Weiterentwicklung. Die Anforderungen der Kunden können sich schnell ändern. Auch die Themen Suchmaschinenoptimierung und Online-Werbung sollten nun bearbeitet werden. Dabei spielt die Qualität der Produktinformationen eine besondere Rolle – ein Produkt ohne Beschreibung wird niemals gefunden. Ist bereits ein PIM-System im Einsatz, sollte es unbedingt mit dem neuen Shop integriert werden.

Schlussfolgerung

Die Erstellung eines Onlineshops ist keine einfache Angelegenheit. Es kommt auf den richtigen Dienstleister an und auf die Projektierung. Dabei kann die Auswahl der Software und des Designs die Entwicklungskosten sehr stark beeinflussen.