Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer

„Die Produktion kam nie zum Erliegen“

Das Corona-Virus war 2020 das bestimmende Thema, auch für den Maschinenbau. Hartmut Rauen ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim VDMA und schildert, wie die Maschinenbauer durch die Krise kommen.

(Bild: VDMA e.V.)

(Bild: VDMA e.V.)

Wirtschaftlich betrachtet waren und sind die Auswirkungen der Corona-Krise sehr deutlich zu sehen: In den ersten neun Monaten des Jahres, also Januar bis September 2020, zeigte sich ein reales Minus von 15 Prozent in den Auftragsbüchern des Maschinen- und Anlagenbaus. Darin spiegeln sich sowohl der gute Start ins Jahr als auch die anschließenden heftigen Corona-Verwerfungen klar wider. Anfangs waren es insbesondere angebotsseitige Störungen im Betriebsablauf, die den Maschinen- und Anlagenbauern zu schaffen machten, darunter gestörte Lieferketten, dann kamen deutliche Einbußen auf der Nachfrageseite hinzu. Besonders kräftig fielen die Rückschläge im April und Mai aus. So berichteten Ende Mai 98 Prozent der vom VDMA befragten Mitgliedsunternehmen von teils massiven Beeinträchtigungen ihrer Geschäftstätigkeit. Mittlerweile hat sich die Situation etwas erholt, es mehren sich die Signale, dass sich die Wirtschaft nach ihrem tiefen Einbruch im weiteren Jahresverlauf 2020 – wenngleich mühsam – stabilisiert, hier und da sogar belebt. Das spüren auch die Maschinenbau-Unternehmen. Hoffen wir, dass sich diese Tendenz verstetigt.

Durchgehend produziert

Die Unternehmen unserer Branche haben in dieser Zeit insgesamt sehr besonnen reagiert. Natürlich gab es viele Fragen und Ungewissheiten, doch Panik war nicht angesagt und die Maschinenbauer haben ihre betrieblichen Abläufe professionell auf die außergewöhnliche Situation angepasst. Viele Bürotätigkeiten wurden ins Homeoffice verlegt und für die Produktion wurden Hygienekonzepte erstellt und umgesetzt. Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau ist daher zu keinem Zeitpunkt zum Erliegen gekommen.

Schlüsselrolle Digitalisierung

Die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wer seine Büro-Teams bereits vor der Corona-Krise mit Laptops und digitalen Tools ausgestattet hatte, der konnte relativ schnell umstellen. Andere haben in kurzer Zeit eine steile Lernkurve zum Thema digitale Tools hingelegt, das hat auch nicht geschadet. Zugleich ist das Bewusstsein für die Bedeutung von digitalisierten Produktionsprozessen und digitalen Geschäftsmodellen enorm gewachsen. Viele Unternehmen haben die Digitalisierung nun nach ganz oben auf die Agenda genommen. So gesehen ist die Corona-Krise ein Change-Beschleuniger. Digitalisierung ist zugleich ein wichtiges Stichwort und ein Baustein im Kontext der derzeit vielbesprochenen Resilienz. Denn digitale Plattformen, virtuelle Inbetriebnahmen und Simulationen, datengetriebene prädiktive Wartungslösungen sowie ein generell höherer Automatisierungsgrad helfen dem Maschinenbau aus Deutschland, seine Pole-Position im internationalen Wettbewerb auch in Zukunft zu halten. Im Kern geht es dabei um die Vernetzung und Digitalisierung der industriellen Produktion hin zu einer intelligent vernetzten Produktion. Dafür braucht es Konnektivität, Interoperabilität zwischen Komponenten, Maschinen und Anlagen und letztendlich einen digitalen Zwilling jener realen Assets. Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile – erst das Zusammenspiel ergibt das ‚Big Picture Industrie 4.0‘, mit dem wir zusätzliche, datenbasierte Wertschöpfungspotenziale heben können. Es bleibt dabei: der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland produziert Zukunft – jeden Tag.


Das könnte Sie auch interessieren:

177 Ökonomen haben Ifo und FAZ im Rahmen des Ökonomenpanel zur aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik der Bundesregierung befragt. Kurz vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz zeigt sich ein Großteil der Teilnehmer unzufrieden.‣ weiterlesen

Roland Bent hat sein Amt als CTO bei Phoenix Contact niedergelegt und sein Berufsleben beendet. Sein Nachfolger wird Frank Possel-Dölken.‣ weiterlesen

Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen wird mehr und mehr zum Standard. Die Vernetzung mit der Unternehmens-IT und dem Internet erzeugt allerdings auch Herausforderungen – vor allem beim Thema Sicherheit.‣ weiterlesen

Kontron erweitert seine Industriehardware um die Switch-Familie KSwitch. Die Fast- und Gigabit-Ethernet-fähigen Modelle sollen über das Jahr verteilt auf den Markt kommen. Die ersten 23 Varianten bereits im ersten Quartal, teile das Unternehmen auf einer Pressekonferenz mit.‣ weiterlesen

Babtec hat bekanntgegeben, dass Peter Hönle, Dagmar Henkel und Lutz Krämer die Führungsebene des Wuppertaler Softwareherstellers erweitern. Zudem gibt es ein neues Leitbild sowie eine Stammkapitalerhöhung zu vermelden.‣ weiterlesen

Für einen besseren Austausch mit der Telekommunikationsindustrie hat der VDMA die Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines ins Leben gerufen.‣ weiterlesen

Die Unternehmen der Automobilindustrie schätzen ihre aktuelle Lage wieder besser ein als noch Januar und auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist laut der Ifo-Konjunkturumfrage positiver.‣ weiterlesen

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML entwickelt mit dem LoadRunner eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge. Das System kann sich dank künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren und selbstständig Aufträge annehmen.‣ weiterlesen

Aluminiumboote sind die Arbeitspferde auf dem Wasser. Bei Polizei, Küstenwachen, Fischern und allen, die unter rauen Bedingungen aufs Meer müssen, sind Aluboote sehr beliebt, weil der Werkstoff auch harte Schläge verkraftet, ohne zu brechen wie GFK. Ophardt Maritim ist ein Spezialist für sehr schnelle Aluminiumboote im Längenbereich 9-17 Meter. Die Boote werden mit PTC Creo und Windchill konstruiert, Inneo unterstützt beim Betrieb der hocheffizienten Entwicklungsumgebung bei Ophardt.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige