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Möglichkeiten für die Resourcenplanung

Alles auf einer Plattform

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt die Lieferketten und erhöht somit den Druck auf die Geschwindigkeit von Digitalisierungsprojekten. Für Enterprise-Ressource-Planning(ERP-)Systeme bedeutet das einen Boost. Dabei führt der Weg hin zu einem ‚Best of Platform‘-Ansatz.

 (Bild: ©Tierney/stock.adobe.com)

(Bild: ©Tierney/stock.adobe.com)

Unternehmen, die bereits vor der Pandemie auf die Digitalisierung von Produkten, Vertriebs- und Serviceprozessen gesetzt haben, zählen häufig zu den wirtschaftlichen Gewinnern der Krise, bzw. konnten zumindest deren Folgen mildern. Für die Gestaltung durchgängiger Kundenprozesse sind eine darauf ausgerichtete Digitalisierungsstrategie sowie eine integrierte Anwendungslandschaft mit einheitlicher Datenbasis förderlich. Industrie- und Technologietrends wirken dabei ebenfalls auf die Unternehmensstrategie ein, worauf wiederum oft die IT- und ERP-Gesamtstrategie fußt. Modernisierungstreiber können dabei prozess-, funktions-, daten-, geschäftsmodell- oder kostenbasiert sein. Unabhängig davon ist in der Praxis häufig zu beobachten, dass Unternehmen Daten-Plattformen als Dreh- und Angelpunkt nutzen wollen, was auch auf den ERP-Ansatz übertragbar ist. Vier Aspekte gilt es dabei besonders zu betrachten.

In der Cloud angekommen

Cloud-Technologie hat sich in vielen Unternehmen etabliert, auch im ERP-Umfeld. Viele Unternehmen haben im Rahmen des Transformations- und Migrationsprozesses nach dem ‚Lift and Shift‘-Ansatz ihre Anwendungslandschaft in die Cloud transferiert. Dabei standen oft gewünschte Effekte bei Verfügbarkeit und Sicherheit im Fokus, zudem sollten Betriebskosten gesenkt werden. Jedoch müssen Cloud-Infrastrukturen beständig angepasst und optimiert werden, auch im Umfeld von ERP-Prozessen. Zudem konnten viele Firmen durch die Integration von Cloud-Software ihre Probleme mit der Durchgängigkeit zwischen den Systemen nicht grundlegend verbessern. So sind nicht selten trotz des Cloud-Ansatzes zentrale Anwendungen und Daten auf verschiedene Silos verteilt. Zentrale Leistungsversprechen von Cloud Computing sind damit noch uneingelöst. Doch auch Unternehmen, die diesen Schritt vollzogen haben, können den Cloud-Ansatz fortsetzen und weitere Anwendungen am Value- oder wertorientierten Ansatz ausrichten. Software-Plattformen im Fokus.

Best of Plattform

In der Vergangenheit haben oft die Fachabteilungen in den Unternehmen die Auswahl der Anwendungslandschaft bestimmt, meist anhand eines ‚Best of Breed‘-Ansatzes auf Basis ihrer Anforderungen. Der Datenfluss von der Entwicklungsabteilung in den Produktions- und Serviceprozess wurde entsprechend oft über Schnittstellen gelöst. IoT-basierende Sensoren waren meist noch nicht in den Produkten vorhanden, so dass etwa die Daten aus Service-Einsätzen im besten Fall über Schnittstellen in die Produktion und Entwicklung zurückgeflossen sind. Die Nutzung einer einzigen Cloud-Plattform könnte hingegen sicherstellen, dass alle Anwendungen und Services mit einheitlichem Datenbestand arbeiten. Unternehmen können ihre Prozesse über die verschiedenen Module vom Vertrieb bis zum Field-Service beispielsweise über die Dynamics-365-Cloud abbilden. Der Zugriff kann weltweit mobil über viele verschiedene Endgeräte erfolgen. Durch den Plattform-Ansatz können Unternehmen zudem aus vielen Modulen und Services auswählen und sie zügig in Betrieb nehmen. Änderungen am Geschäftsmodell oder an Vertriebs- und Absatzkanälen lassen sich mit dem Hinzufügen weiterer Module oft einfach umsetzen.

Digital Twins

Über die verschiedenen Absatzkanäle können bereits früh Informationen zu Kunden und Produkten gesammelt werden – plattformbasierte Daten könnten künftig sogar eine noch größere Rolle spielen. Die Daten aus Anfragen und Angeboten lassen sich für die Planungsprozesse verwenden. Kunden können sich Produkte selbst zusammenstellen. Die Informationen werden dann an die Fertigungsmodule übertragen. Im Produktionsprozess werden wiederum Daten für diesen Auftrag und das einzelne Produkt gesammelt. Je nach Produkt gehören dazu auch die Prozess- und Qualitätsdaten des Fertigungsprozesses. Bedienung und Konfiguration des Produkts erfolgt per App. Zudem werden operative Daten gesammelt und und an den Hersteller übermittelt. Auch Service-Einsätze werden dokumentiert und Gerät, Installationsort und Kunden zugeordnet. Anhand der Informationen aus dem Produktionsprozess könnte zukünftig der Vor-Ort-Service durch Augmented-Realitity unterstützt werden. Die gesammelten Daten dienen letztendlich der Weiterentwicklung des Produktes.

Künstliche Intelligenz

Auch die Bedeutung künstlicher Intelligenz wird zunehmen. So werden etwa Prognosen zu Absatz-, Einkaufs- und Produktionsmengen auf Basis der Datenhistorie und Angebotsdaten über Machine Learning (ML) erfolgen können, samt adaptiver Anpassungen des Prognosemodells. Virtual Agents, Bots und Cognitive Services werden insbesondere beim Kundenservice ihren Siegeszug fortsetzen. Customer-, Product- und Finance-Insights werden ebenso von KI profitieren wie Fraud Protection usw. Bei der Robotic Prozess Automation (RPA) werden noch mehr sich wiederholende, manuelle und zeitintensive Prozesse über Plattformen stattfinden können. Ein Beispiel ist die automatische Auftragsanlage auf Basis einer eingehenden E-Mail mit unstrukturierten Daten.

Ein digitaler Kern

Mit Blick auf die genannten Entwicklungen zeigt sich, dass Unternehmensplattformen zum neuen ‚Digitalen Kern‘ für die Unternehmen werden könnten. Ausgehend davon können Unternehmen neue Geschäftsmodelle erschließen und neue Wachstumspfade beschreiten.


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