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Varianten im Software-Baukasten konfigurieren

Mehr Varianten, weniger Komplexität

Varianten im Software-Baukasten konfigurieren

Verbraucher können Massenprodukte wie Schuhe und Autos längst nach individuellen Wünschen gestalten. Auch im Industriebereich erwarten Kunden immer individuellere Lösungen zum Preis von Serienprodukten – obwohl Komplexität und Kosten beim Hersteller steigen. Softwaregestützte Variantenkonfiguration adressiert diese Effekte.

Bild: ©Tiko/stock.adobe.com [1]

Bild: ©Tiko/stock.adobe.com

Aus dem Endkundensegment sind individuelle Produkte bereits seit vielen Jahren nicht mehr wegzudenken. Angefangen von Küchen und Kraftfahrzeugen bis hin zum E-Bike. Dieser Trend erreicht zunehmend auch im B2B-Umfeld. Industriekunden fordern individueller gefertigte Komponenten, Maschinen und Produktionsanlagen. Variantenreiche Produkte mit besonderer Ausstattung sind in vielen Segmenten der Wirtschaft gefragt.

Teurer und komplexer

Viele Produktvarianten lassen jedoch die internen Kosten der Produzenten ansteigen. Denn durch die größere Anzahl an Varianten wird der Wertschöpfungsprozess komplexer. So müssen Baubarkeiten überprüft, Bauteile und Baugruppen angepasst oder gar ganze Komponenten neu entwickelt werden. Schlussendlich müssen die individuellen Produkte dann auch reibungslos neben standardisierten Produkten in die Fertigung und Montage eingesteuert werden. All das bedingt Aufwand in der Auftragsabwicklung. Nicht selten kommt es zu Verzögerungen in der Auslieferung. Mit softwaregestützter Variantenkonfiguration können individuelle Kundenwünsche schneller und zuverlässiger, automatisiert und kosteneffizient erfüllt werden.

Framework zur Konfiguration

Die Adesso Manufacturing Industry Solutions adressiert diesen Ansatz mit einem Framework für die Variantenkonfiguration. Der Softwarebaukasten unterstützt die gesamte Wertschöpfungskette in der Fertigungsindustrie: Vom Vertrieb und der Anforderungsermittlung beim Kunden, über die Entwicklung und Arbeitsvorbereitung, Produktionsplanung und -steuerung bis hin zu Inbetriebnahme und Service. Das Ergebnis ist ein digitalisierter Auftragsabwicklungsprozess, der kurze Durchlaufzeiten und niedrigere Herstellungskosten verspricht. Die Lösung ist ein integriertes System zur Komplexitätsbeherrschung bei der Fabrikation variantenreicher Produkte, Systeme und Lösungen – auch bei Losgröße 1. Technisch beruht die Adesso-Plattform auf einem modularen IT-Konzept für die Variantenkonfiguration. Sie lässt sich schrittweise implementieren und ausbauen.

In SAP-Software integrierbar

Die Lösung dockt an die oftmals genutzten SAP-Systemlandschaften an. Für die Baubarkeitsanalyse, eine parametrische Objektstruktur und einen durchgängigen Workflow mit eindeutiger Konfigurations-ID und Konfigurations-Lebenszyklus steht ein Engineering-Modul zur Verfügung. Zudem können Daten für die Produktion wie etwa 3D-Modelle und Zeichnungen, Stücklisten und Arbeitspläne, Service-Dokumente und Visualisierungen automatisiert erstellt werden. Zur Modellierung nutzt die Lösung das XML-Dateiformat (Extensible Markup Language) und eine Integrierte Entwicklungsumgebung (IDE). Dies ermöglicht die Erstellung und Pflege der Konfiguratoren durch IT-Spezialisten sowie durch Fachexperten aus technischen Bereichen in Teamarbeit. Das System beherrscht alle Komplexitätsstufen in einem durchgängigen Konfigurationssystem: Baukastenprodukte (ATO: Assemble to Order), Produktkonfiguration (CTO: Configure to Order) und Variantenkonstruktion (ETO: Engineer to Order).

Weiterentwicklung geplant

Das Framework für die Variantenkonfiguration soll in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden. Beispielsweise ist geplant, plattformbasierte Konfiguratoren von einzelnen Herstellern in einer Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden, um unternehmensübergreifende Systemkonfigurationen von komplexen technischen Produkten zu ermöglichen.