Anzeige
Beitrag drucken

Produkt- und Prozesshistorie von Bordnetzen

Track and Trace in jede Richtung

Bordnetzhersteller im Automobilbau müssen mit den Anforderungen Schritt halten, die sich aus dem autonomen Fahren und der Elektromobilität ableiten. Digitale Zwillinge helfen dabei, indem sie Bordnetze detailliert abbilden und so eine horizontale sowie vertikale Rückverfolgbarkeit erlauben.

(Bild: Kuhn und Jost, 2018 / DiIT GmbH)

(Bild: Kuhn und Jost, 2018 / DiIT GmbH)

Elektromobilität und autonomes Fahren stellen hohe Anforderungen an die Bordnetze eines Fahrzeuges. Sie nehmen eine signifikante Rolle als sicherheitskritische Komponente ein und tragen in hohem Maße zum Schutz der Insassen sowie anderer Verkehrsteilnehmer bei. Wenn sie ausfallen, kann das enorme Schäden zur Folge haben. Neben dem Sicherheitsaspekt dürfen wirtschaftliche Gesichtspunkte nicht außer Acht gelassen werden. Rückrufe aufgrund fehlerhafter Komponenten können Herstellern teuer zu stehen kommen. Der Rückruf defekter Takata-Airbags verursachte beispielsweise Schäden in Höhe mehrerer Milliarden US-Dollar. Dass sich die Anzahl der Rückrufe in der Automobilindustrie in den letzten Jahren verdreifacht hat, verdeutlicht die Relevanz dieses Themas.

Bordnetze digital abbilden

Bordnetze lassen sich über ihren gesamten Lebenszyklus mit Hilfe von sogenannten digitalen Zwillingen rückverfolgen. Sie bilden digitale Repräsentanzen der Bordnetze und enthalten konsistente Datensätze, die miteinander verbunden sind. Dabei decken sie sowohl die Produkt- als auch die Prozesshistorie ab. Mit der Produkthistorie lässt sich die Konstruktion eines Bordnetzes darstellen und somit eine vertikale Rückverfolgbarkeit sicherstellen. Die Prozesshistorie ermöglicht, den Wertschöpfungsprozess nachzuvollziehen und stellt so eine horizontale Rückverfolgbarkeit sicher. Die daraus gewonnenen Informationen können im Zusammenhang mit Predictive Analytics zu einer Verbesserung der Bordnetzqualität führen.

Auf MES-Ebene erstellt

Manufacturing Execution Systems (MES) sind für die Implementierung der Digitalen Zwillinge zuständig und kommunizieren sowohl mit eingebundenen ERP-Systemen, als auch mit Mitarbeitern und Maschinen. Wie dabei der Prozess, der das MES mit Input beliefert, sich gestaltet, schlägt sich in weiten Teilen die Qualität eines digitalen Zwillings nieder. Er kann allerdings aktuell noch nicht die relevanten Daten für eine umfassende Rückverfolgung bereitstellen.

In verteilten Netzwerken

In der Regel findet die Herstellung von Bordnetzen in verstreuten Netzwerken statt, die sich über internationale Standorte, Produktionsstätten und Unternehmen erstrecken. An den Standorten herrschen dabei teilweise unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Qualität und der Prozesse. Die Produktion kundenspezifischer Kabelbäume (KSK) erfolgt in drei Schritten – oder drei Produktionsbereichen P1, P2, P3 -, bestehend aus Zuschneiden, Vormontage und Endmontage.


Das könnte Sie auch interessieren:

Seit gut eineinhalb Jahren betreibt Simus Systems eine Online-Plattform, auf der Auftraggeber und Auftragnehmer die Metallbearbeitung von Bauteilen kalkulieren - und das Interesse am Tool ist rege. Anwender laden ihr CAD-Modell hoch und erhalten eine valide Vorkalkulation des geplanten Bauteils.‣ weiterlesen

Erst die Interoperabilität von Maschinen und Anlagen ermöglicht Unternehmen die Teilhabe an neuen digitalen Strukturen und ist Grundvoraussetzung für neue digitale Geschäftsmodelle. Durch interoperable Schnittstellen können neue Maschinen effizienter integriert werden. Die VDMA-Studie ‘Interoperabilität im Maschinen- und Anlagenbau‘ zeigt die Relevanz von interoperablen Schnittstellen und dazugehörigen Standards in den Unternehmen.‣ weiterlesen

Im Gewerbebau gehört ein differenziertes Zutrittsmanagement zum Standard der meisten Ausschreibungen. Für Betriebe lohnt es, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn die Infrastruktur sollte später neue Anforderungen im Besuchermanagement ohne hohe Mehrkosten abbilden können.‣ weiterlesen

Die Vor- und Nachteile von SQL-, NoSQL- und Cloud-Datenbanken in Produktionsumgebungen werden noch immer diskutiert. Es wird höchste Zeit für ein Datenbankmanagement-System, das die Stärken aller drei miteinander verbindet.‣ weiterlesen

Predictive Maintenance, oder auch vorausschauende Instandhaltung, bildet einen der primären Anwendungsfälle im Spektrum der Industrie 4.0. Doch noch sind viele Unternehmen von den Ergebnissen enttäuscht, nachdem ihnen die technische Umsetzung gelungen ist. Eine planvolle Roadmap beugt dem vor, indem ein vorteilhafter Rahmen um das Werkzeug gezogen wird.‣ weiterlesen

Das Systemhaus Solid System Team wird von einer Doppelspitze geleitet. Neben Werner Heckl ist seit 1. April auch Torsten Hartinger mit der Geschäftsführung betraut.‣ weiterlesen

Materialise erwirbt Kaufoption von MES-Anbieter Link3D. Mögliche Übernahme könnte den Weg zum cloudbasierten Zugriff auf die 3D-Druck-Software-Plattform von Materialise ebnen.‣ weiterlesen

Ist die IoT-Infrastruktur in der Fertigung erst einmal installiert, müssen die erfassten Daten analysiert und in Nutzen überführt werden. Dabei kommt Event-Streaming-Technologie vor allem dann in Frage, wenn Anwender ihre Daten echtzeitnah verarbeiten wollen.‣ weiterlesen

Frank Possel-Dölken (Phoenix Contact) ist neuer Vorsitzender des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0. Er übernimmt das Amt von Frank Melzer (Festo).‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige