Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Industrielle Microservices projektieren

Schnittstellen zur IT-Welt

Immer mehr Produzenten entwickeln zur Zeit hochvernetzte Software in Eigenregie. Gerade bei Microservice-Projekten bringen verfügbare APIs die Vorhaben schneller als früher voran. Doch der Umgang mit ihnen erfordert Strategie.

(Bild: ©KANDA EUATHAM / stock.adobe.com)

(Bild: ©KANDA EUATHAM / stock.adobe.com)

APIs sind zwar nicht neu, aber sie bringen nun alle Einzelkomponenten moderner Anwendungen zusammen. Dadurch hat sich auch die Art und Weise der Software-Entwicklung verändert. Per APIs verbundene Microservices ermöglichen einen modulareren Aufbau von Apps. Viele kleine Komponenten sorgen gemeinsam für eine einheitliche User Experience. Dabei ist entscheidend, dass die einzelnen Microservices je nach Roadmap und User-Feedback in ihrem eigenen Tempo weiterentwickelt werden. Dieses Maß an Freiheit geht weit über die Möglichkeiten hinaus, mit denen Software-Entwickler bislang die Funktionalität ihrer Services erweitert haben. Mit APIs können sie sich die Entwicklungsumgebung aussuchen sowie die verwendeten Instrumente und Sprachen frei wählen. Jede Anwendung lässt sich mit vielen unterschiedlichen Sprachen erstellen. Das ermöglicht schnellen Zugriff auf jeweils genau die Werkzeuge, die für eine bestimmte Aufgabe optimal sind.

Systematisch eingesetzt

Die Entscheidung für das auf Microservices basierende Entwicklungsmodell bedeutet jedoch, dass vorab eine Anwendungsstrategie festzulegen ist. Diese verhindert, dass die Lösung bereits in der Anfangsphase der Entwicklung mit Funktionalität überfrachtet wird. APIs ermöglichen vor allem schnelle, inkrementelle Verbesserungen, weil man nach und nach die Bedürfnisse der User besser versteht. Doch mit der Zahl der verwendeten APIs steigt der Bedarf, sie systematisch einzusetzen. Manche Microservices sind Teil der Kernanwendung, aber immer mehr werden Cloud-basiert sein. Damit stellt sich die Vertrauensfrage und es muss sichergestellt werden, dass sich Updates nicht negativ auf die Gesamtstabilität auswirken. API-Gateways können eine wichtige Rolle hierbei spielen, wenn sie als Drehscheibe für Integration, Monitoring und Sicherheit dienen.

Transparenz und Vertrauen

Ein positiver Nebeneffekt von per ’shared by design‘ entwickelten Anwendungen ist, dass die Programmierer oft gewissenhafter auf die Auskommentierung ihres Codes achten. Allen ist jetzt klar, wie wichtig es ist, dass andere nachvollziehen können, wozu einzelne Code-Teile gedacht sind. Derart transparente und kooperative Ansätze sind in traditionellen monolithischen Entwicklungsumgebungen keineswegs an der Tagesordnung. Aus Entwicklerperspektive gibt es jedoch einige neue Herausforderungen sowie eine veränderte Herangehensweise. Hierzu gehört insbesondere das Vertrauen, dass andere APIs stabil sind sowie zuverlässige und schnelle Ergebnisse liefern. Dieses Vertrauen muss man aufbauen. So ist es vielfach bewährte Praxis, die Authentifizierungs- und Zugangskontrolle ins Gateway auszulagern, statt sie in jeder API hart zu codieren. Dadurch wird das Gesamtsystem besser skalierbar: Wenn sich etwas in der Authentifizierungslogik ändert, muss es nicht in allen APIs einzeln nachgebildet werden. Doch diese Vorteile gibt es nicht umsonst. Während ein Funktionsaufruf in einer monolithischen Anwendung normalerweise in puncto Geschwindigkeit und Sicherheit davon profitiert, dass sich alles im Speicher derselben Hardware abspielt, gehen API-Aufrufe an das Netzwerk – meist an entfernte Systeme. Das bedeutet, dass ein neuer Sicherheitsansatz nötig ist, der auch außerhalb eines geschlossenen Systems funktioniert. Außerdem muss das Gateway so schnell wie möglich sein. Selbst geringfügige Latenzprobleme auf Gateway-Ebene steigern sich exponentiell und beeinträchtigen die Performance der Anwendung.


Das könnte Sie auch interessieren:

Nach Analysen des B2B-Netzwerks Tradeshift hat sich das Auftreten der Omicron-Variante im vierten Quartal negativ auf die globalen Lieferketten ausgewirkt, jedoch nicht so stark wie vorherige Infektions-Wellen.‣ weiterlesen

Open Mind übernimmt die Mehrheit am MES-Hersteller Hummingbird Systems. Die CAD/CAM-Lösung von Open Mind wurde bereits im Rahmen einer Zusammenarbeit in das MES von Hummingbird integriert.‣ weiterlesen

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind durch die Corona-Pandemie bisher 350Mrd.€ an Wirtschaftsleistung verloren gegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres gehen die IW-Experten von einem weiteren Verlust von 50Mrd.€ aus. Die Erholung werde Jahre dauern.‣ weiterlesen

Umstellung auf S/4Hana ja, aber keine Zeit für die Vorbereitung. So sieht es die Mehrheit der befragten Unternehmen in einer Studie des Analystenhauses Techconsult. Bei 90 Prozent der Studienteilnehmer bemängeln zudem fehlende Informationen und Hilfestellung.‣ weiterlesen

Angestellte im Einkaufs- und Beschaffungsmanagement erleben gerade turbulente Zeiten. Zu den unerwarteten Ereignissen in den Lieferketten werden 2023 neue Gesetze Dynamik ins Supply Chain Management bringen. Mit einem standardisierten Auditierungsverfahren für Lieferanten kann eine Software von Innolytics viel Arbeitslast abnehmen.‣ weiterlesen

Daten eingeben, verifizieren, vergleichen, ändern und Informationen aus unterschiedlichen Systemen zusammenführen - auch solche Aufgaben müssen erledigt werden. Aber nicht unbedingt von Menschen. Bei Routinearbeiten kann die robotergesteuerte Prozessautomatisierung helfen, Fehlerquoten manueller Arbeit zu verringern und menschliche Ressourcen freizusetzen.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt ’OpenGPT-X’ soll ein KI-Sprachmodell für Europa entstehen. Unter der Leitung der Fraunhofer-Institute für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt ein Konsortium aus zehn Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medienbranche die neue Sprach-KI.‣ weiterlesen

Die Vernetzung von Maschinen in der Produktion ist ein wichtiger Schritt zu ihrer optimalen Auslastung für die Materialbearbeitung und um eine konstant hohe Bearbeitungsqualität sicherzustellen. Die Oberflächenbearbeitungsmaschinen der Marke Peter Wolters, zugehörig zur Markenfamilie der Precision Surfacing Solution Gruppe, bieten das Potenzial, Fertigungsprozesse deutlich effizienter zu gestalten. Softwarespezialisten wie Macio unterstützen bei IIoT und den Prozessverbesserungen.‣ weiterlesen

In einem Acatech Impuls mit dem Titel ’5G in der Industrie’ zeigen die Projektbeteiligten auf, welche Maßnahmen nötig sind, um der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.‣ weiterlesen

SwissDrives hat eine groß dimensionierte Antriebslösung für eine komplexe Käsepflegeanlage in Österreich entwickelt. Einen Bestandteil des Automatisierungskonzepts bilden 40 Frequenzumrichter mit integrierter ProfiNet-Optionskarte von Yaskawa.‣ weiterlesen

Das Umweltbundesamt (UBA) hat seine finalen Berechnungen zum Emissionsausstoß 2020 an die Europäische Kommission übermittelt. Demnach ist der Ausstoß insgesamt zurückgegangen. UBA-Präsident Dirk Messner geht jedoch davon aus, dass der Rückgang nicht von Dauer sein wird.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige