Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Digitaler Zwilling von antiken Instrumenten

Reverse Engineering des Stradivari-Klangs

In der Associazione Liutaria Italiana haben sich Geigenbauer, Wissenschaftler und Musiker zusammengeschlossen, um historische Instrumente zu erhalten und um moderne Nachfolger zu entwickeln. Mit Siemens-Software untersuchen die Experten die Klangqualität antiker Streichinstrumente und geben Herstellern Tipps zur Verbesserung ihrer Produktion.

 (Bild: ALI Associazione Liutaria Italiana)

(Bild: ALI Associazione Liutaria Italiana)

Jede einzelne Geige – von einer unbezahlbaren Stradivari bis zur Anfängergeige – hat eine einzigartige Persönlichkeit. Neben feinen Unterschieden im Instrument selbst, wie Form und Gestalt, Lackierung, Alter, Holzarten und Herstellungsverfahren, werden Streichinstrumente auch durch die individuelle Technik des Musikers beeinflusst. Was ist das Geheimnis, um einen herausragenden Klang zu erzeugen? Was macht unbezahlbare Geigen so außergewöhnlich, dass sich Virtuosen danach sehnen, sie zu spielen? Genua, Italien, ist die Heimat von Il Cannone, einer historischen Violine aus dem Jahr 1743, und eines ungewöhnlichen Teams von Klangforschern.

Technik, Praxis und Produktion

Professor Enrico Ravina und der Ingenieur Paolo Sivestri erforschen seit mehr als einem Jahrzehnt die Akustik von Geigen und Streichinstrumenten. Sie verwenden eine Vielzahl von Simulations- und Testwerkzeugen aus dem Siemens Simcenter-Portfolio, um die Daten hinter dem Klang zu untersuchen. Um die Herstellungsprozesse besser zu verstehen, kamen Geigenbaumeister Pio Montanari und Pier Domenico Sommati, zweiter Sologeiger der Oper von Genua, ins Team. Sie sind keine Forscher, aber Montanari und Sommati bringen wichtige Erfahrungen und fundiertes Fachwissen ein, um diese Arbeiten voranzubringen. Obwohl Sommati normalerweise eine Violine aus dem Jahr 1781 von Vincenzo Carcassi aus Florenz spielt, nimmt er für den Testlauf sehr gerne ein neues Modell von Montanari in die Hand. Mit einem kundenspezifischen Sound-Array, auf dem Simcenter-Scadas-Hardware läuft, sammelte Sivestri akustische Daten von Montanaris handgefertigter Geige sowie historische Daten seiner Violine aus dem Jahr 1781.

Simulationsgestützt sollen sich ungelöste Fragen zu den Herstellungsverfahren alter Instrumente beantworten lassen. (Bild: Siemens AG)

Simulationsgestützt sollen sich ungelöste Fragen zu den Herstellungsverfahren alter Instrumente beantworten lassen. (Bild: Siemens AG)

Geheimnis ergründen

„Das Ziel unseres Projekts besteht nicht unbedingt darin, klassische Geigen zu reproduzieren, sondern vielmehr darin, die Geheimnisse hinter einer bestimmten akustischen Darbietung zu ergründen“, sagt Ravina, ordentlicher Professor an der Polytechnischen Schule der Universität Genua und Mitglied des Regierungsrats der Associazione Liutaria Italiana (ALI – Italienischer Verband der Saiteninstrumentenbauer). „Das kann beispielsweise das Holz sein, die Art der Herstellung und Reparatur, die über die Jahrhunderte angesammelten Lackschichten oder Aufbewahrungs- und Spielweise.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Werkzeugmanagement eröffnet das Kennzeichnen von Assets mit Data Matrix Codes die Möglichkeit, Werkzeuge zu tracken und mit ihren Lebenslaufdaten zu verheiraten.‣ weiterlesen

Google Cloud gab kürzlich die Einführung der beiden Lösungen Manufacturing Data Engine und Manufacturing Connect bekannt. Mit den Tools lassen sich Assets einer Fertigungsumgebung vernetzen, Daten verarbeiten und standardisieren.‣ weiterlesen

Virtuelle multicloudfähige Plattformen können in Fertigungsbetrieben das Fundament bilden, um IT-Infrastruktur und Betriebsabläufe zu modernisieren und effizient zu betreiben. Denn das nahtlose Zusammenspiel von Cloud-Anwendungen, Softwarebereitstellung sowie Remote Work lassen sich mit digitalen Plattformen vergleichsweise einfach und global orchestrieren.‣ weiterlesen

Wibu-Systems ist Anwendungspartner im Projekt KoMiK. Im Mai wurde das Projekt abgeschlossen und der Karlsruher Lizensierungsspezialist hat zusammen mit den Projektpartnern aus Wirtschaft und Wissenschaft Empfehlungen zur Auswahl eines digitalen Kooperationssystems erarbeitet, inklusive eines Screening-Tools.‣ weiterlesen

MES-Lösungen verfügen über unterschiedliche Erweiterungsmodule, etwa für das Qualitätsmanagement. Der Ausbau der Basisfunktionen sorgt jedoch oft für Aufwand. Eine Alternative versprechen Cloudlösungen.‣ weiterlesen

Bei ihrer digitalen Transformation adaptieren Fertigungsunternehmen Technologien wie künstliche Intelligenz, Machine Learning und digitale Zwillinge. Cloud Computung hilft, dafür erforderliche Kapazitäten skaliert bereitzustellen.‣ weiterlesen

Mit mehreren neuen Partnern erweitert der Softwareanbieter ZetVisions sein Partnerangebot. Unter anderem sollen Pikon und People Consolidated das Beratungsangebot des Heidelberger Unternehmens ergänzen.‣ weiterlesen

Viele Deep-Learning- und Machine-Vision-Anwendungen stellen hohe Ansprüche an die eingesetzten Industrie-Rechner. Für den Einsatz in diesem Umfeld hat Hardware-Spezialist Spectra die PowerBox 4000AC C621A ins Programm genommen.‣ weiterlesen

Mit Hybrid Cloud-Lösungen wollen Firmen die Vorteile des privaten und öffentlichen Cloud-Betriebs erschließen. Managed Cloud Service Provider sind darin geschult, Fallstricke bei der Cloud-Nutzung solcher Infrastrukturen zu bewältigen.‣ weiterlesen

Per Low-Code-Tool können Anwender Prozesskonfigurationen selbst umsetzen. Im MES-Bereich ist dieser Ansatz noch selten zu finden, doch einige Lösungen gibt es bereits.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige