Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Konstruieren mit Creo und Windchill

Ohne Steigeisen stabil am Hang

Landwirtschaft auf bergigem Gelände und auf Hängen braucht viel Muskelkraft – oder Spezialmaschinen etwa von Rapid Technic. Die Schweizer Firma aus Killwangen nutzt zur Konstruktion ihrer bergtauglichen Fahrzeuge das CAD-System Creo von PTC.

 (Bild: Rapid Technic AG)

(Bild: Rapid Technic AG)

Im Jahr 1926 gründen Dr. Karl Welter und Ing. Arnold Rutishauser die Rapid Motormäher AG, um motorgetriebene Mähmaschinen herzustellen. Rapid ist die nach eigenen Angaben erste Firma der Welt, welche die serienmäßige Produktion eines selbstfahrenden Motormähers mit frontal angetriebenem Mähbalken aufnimmt. Zielgruppe waren damals schon die Bergbauern, die bis dahin mangels geeigneter Maschinen in den Wiesen an den Berghängen mit der Sense mähen mussten – eine mühselige und nicht ungefährliche Arbeit. Mit einem niedrigen Schwerpunkt und breiten Metallrädern konnten die Rapid-Mäher auch in Steillagen eingesetzt werden. 1946 wagte sich das Unternehmen in den Automobilbereich und produzierte sogar eine Vorserie des Schweizer Volkswagens, gab diesen Bereich jedoch aber schnell wieder auf. 1950 erschien der Einachstraktor Spezial, der sich – neben der Mähfunktion – in Kombination mit einem über die Zapfwelle angetrieben Anhänger auch als Transportgerät in der Landwirtschaft einsetzen ließ. Der S war, mit unterschiedlichen Anbaugeräten kombiniert, eines der ersten multifunktionalen Geräte, die die Mechanisierung der Schweizer Landwirtschaft mitprägte. Der S wird bis ins Jahr 1978 gebaut, daneben werden weitere Modelle lanciert, unter anderem 1967 der Rapid 505, der in 33 Jahren 30.000-mal gebaut wird, und 2009 der Rex, damals der leichteste Bergmäher am Markt, der Hangschrägen bis 120 Prozent bezwang. „In solchen Steillagen hat nicht mehr der Mäher Probleme, sich zu halten, sondern der Mensch“, schildert Simon Keller, der bei Rapid Technic in der Konstruktion arbeitet. „Bis heute legen wir jedem Rapid-Rex-Mäher ein Paar Steigeisen bei, um dem Bediener einen festen Stand zu ermöglichen.“ Neben den Mähern entstand zum einen eine riesige Palette an Anbaugeräten, 2015 etwa der Twister, der das geschnittene Heu aufhäufelt.

Differenzierung nach Plan

Neben den Landwirten zählen inzwischen Kommunen, Gärtner, Landschaftsgärtner und andere Berufe zu den Abnehmern der Rapid-Produkte. Die Einsatzpalette der Anbaugeräte ist in die Bereiche Mähen, Futterernte, Mulchtechnik, Bodenbearbeitung, Winter, Reinigung, Transport und Sonderanwendungen gegliedert. 1972 wird das Unternehmen geteilt, die Rapid Schweiz AG befasst sich mit dem Import und Vertrieb von landwirtschaftlichen Fahrzeugen. Die Rapid Technic AG wiederum ist in drei Segmenten tätig, Produktion und Vertrieb von Einachsgeräten, Import und Handel mit Spezialfahrzeugen für die Kommunaltechnik sowie Kundenfertigung für die Maschinenindustrie. Bei der Rapid Technic AG, die heute in Killwangen angesiedelt ist, arbeiten 117 Mitarbeiter, der Umsatz liegt bei 45 Millionen Franken im Jahr. Das Unternehmen exportiert in 20 Länder und vertreibt seine Produkte über den Fachhandel.

Langjährige PTC-Nutzer

PTC Creo wird seit etwa dem Jahr 2000 im Unternehmen genutzt, damals noch unter dem Namen Pro/Engineer. Nach einer relativ kurzen Umstiegsphase arbeiteten die Rapid-Konstrukteure viele Jahre mit Pro/Engineer und dem damaligen Produktdatenmanagement (PDM)-System Pro/Intralink. Im Jahr 2015 stieg Rapid dann auf die Version Creo 4.0 und Windchill 11.0 um. „Wir haben nicht nur eine hohe Fertigungstiefe, sondern konstruieren auch die Einachsgeräte nahezu komplett selbst“, erläutert Keller. „Lediglich die Motoren und einige Hydraulikkomponenten kaufen wir zu. Sogar die Hydraulikpumpe, die die Kraft vom Motor auf Aggregate und Antrieb überträgt, legen wir selbst und genau nach unseren Anforderungen aus.“


Das könnte Sie auch interessieren:

PTC hat das neunte Major Release der CAD-Software Creo vorgestellt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Boston hat in die Weiterentwicklung der Modellierungsumgebung investiert, um die Benutzerfreundlichkeit und Produktivität zu erhöhen.‣ weiterlesen

Mit Robotic Process Automation können standardisierte Prozesse automatisiert werden. Das entlastet Mitarbeiter, kann sie aber auch gänzlich überflüssig machen. Fehlende Akzeptanz für die Technologie kann RPA-Projekte zum Scheitern bringen. Eine Studie der Internationalen Hochschule hat untersucht, welche Kriterien für die Akzeptanz relevant sind.‣ weiterlesen

Ein neues Produkt wird in die Fertigung aufgenommen. Die Folge in vielen Unternehmen: Die Anlagen stehen zwei Wochen still, bis alle SPSen umprogrammiert sind. Dabei ließe sich die Neukonfiguration mit spezieller MES-Software quasi in der Frühstückspause einspielen.‣ weiterlesen

Das Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF) der RWTH Aachen University untersucht im Sonderforschungsbereich 1120 'Präzision aus Schmelze' Einflüsse verschiedener Legierungselemente auf die Eigenspannungsverteilung. Um die Dehnung von Bauteilen zu untersuchen, wird sie mit in situ-Bildkorrelation beobachtet. Das Setup ist anspruchsvoll.‣ weiterlesen

Boston Micro Fabrication hat den 3D-Drucker MicroArch S240 vorgestellt: Bei einem Bauvolumen von 100x100x75mm ist er auf die Serienproduktion von Mikrobauteilen in Endqualität ausgelegt.‣ weiterlesen

Das Vertragsmanagement findet oft noch in Papierform statt. Dabei ermöglichen Lösungen für das Contract Lifecycle Management (CLM) längst eine digitale Abwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.‣ weiterlesen

Die deutschen Industrieunternehmen rechnen noch bis in das nächste Jahr mit Materialmangel. Im Schnitt gehen die Unternehmen laut einer Umfrage des Ifo Instituts von einem Zeitraum von zehn Monaten aus, bis sich die Lage wieder verbessert.‣ weiterlesen

Bordnetzhersteller können ihre spezifischen Anforderungen an Manufacturing-Execution-Systeme mit Branchenlösungen abbilden. Bei der Integration spart das viel Customizing und im Betrieb können Nutzer erwarten, dass Branchentrends besonders schnell im Standard landen.‣ weiterlesen

In einem offenen Brief haben sich IT-Forscher verschiedener Institutionen und Unternehmen an die Politik gewandt und fordern, Lösegeldzahlungen nach Ransomware-Angriffen zu unterbinden.‣ weiterlesen

Der Security-Spezialist Trend Micro gründet mit VicOne eine Tochtergesellschaft, die sich auf die Absicherung von Elektrofahrzeugen und vernetzten Fahrzeugen konzentrieren soll.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige