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Wieviel CPQ kann eine E-Commerce-Plattform?

B2B-Onlinehandel automatisieren

Wieviel CPQ kann eine E-Commerce-Plattform?

Configure Price Quote steht für die Fähigkeit, Angebote für individuell konfigurierbare Produkte automatisiert zu erstellen. Mitunter leisten das auch spezialisierte E-Commerce-Plattformen für das B2B-Geschäft.

 (Bild: ©ehrenberg-bilder/stock.adobe.com) [1]

(Bild: ©ehrenberg-bilder/stock.adobe.com)

E-Commerce-Plattformen für den digitalen Handel sind im B2C-Markt längst etabliert und werden von Konsumenten vielfach und gern genutzt. Auch im B2B-Markt bieten sie ein großes Automatisierungspotenzial, von dem das verkaufende Unternehmen ebenso profitieren kann wie das einkaufende. E-Commerce-Plattformen, die speziell für den digitalen Handel in B2B-Märkten konzipiert wurden, können auf beiden Seiten Kommunikationsprozesse rund um Angebotserstellung und Vertrieb, die häufig noch per Fax und Telefon geschehen, digitalisieren und automatisieren.

Durchgängige Prozesse

Der B2B-Internethandel von Standardprodukten ist relativ problemlos möglich. Automatisiertes CPQ kann aber auch für komplexe Produkte funktionieren, die sich in unterschiedlichen Konfigurationen und Ausstattungen erwerben lassen, wenn die E-Commerce-Plattform die passenden Funktionen mitbringt. Neben dem CPQ-Prozess selbst, können auch nachgelagerte ERP-Prozesse von der Bestellung über Produktion bis hin zu Auftragsabwicklung und Auslieferung mit einer Handelsplattform verknüpft werden. Dafür muss die E-Commerce-Plattform eine Reihe von Funktionalitäten unterstützen, die folgend aufgeführt werden.

Kundenspezifische Preisgestaltung

Im B2B-Markt handeln Unternehmen meist individuelle Preise und Konditionen aus, die auf mehrstufigen, komplexen Kalkulationsmodellen basieren und verschiedenste Faktoren einbeziehen. Üblicherweise werden Angebote genau deshalb von Hand erstellt. Digitale Handelsplattformen, die den CPQ-Prozess automatisieren sollen, müssen kundenspezifische Regeln zur Erstellung eines Angebots – etwa mit individuellen Rabatten, mengenbedingten Staffelpreisen, möglichen Produktvarianten, verschiedenen technischen Eigenschaften – abbilden können. Sie sollten für das einkaufende Unternehmen auf der Handelsplattform präzise und rechtssicher hinterlegt und für Kalkulationen und Angebote bereitgestellt werden. Für viele Produkte und Materialien ist dazu beispielsweise auch ein intelligentes Einheiten- und Gebindemanagement nötig, das Preise auf Basis verfügbarer Verpackungseinheiten berechnet und Anschnitt- oder Anbruchzuschläge richtig kalkuliert.

B2B-Onlinehandel automatisieren

Wieviel CPQ kann eine E-Commerce-Plattform?

Boris Krstic ist Vorstands vorsitzender der Actindo AG. (Bild: Actindo AG) [2]

Boris Krstic ist Vorstands vorsitzender der Actindo AG. (Bild: Actindo AG)

Produktkonfiguration

Für einen automatisierten CPQ-Prozess braucht es einen Produktkonfigurator, mit dem einkaufende Unternehmen sich ihre Produkte entsprechend gewünschter und lieferbarer Merkmale und Bestandteile zusammenstellen können – etwa für Leistungsmerkmale elektronischer Geräte und Maschinen oder technische Eigenschaften von Materialien. Für die automatische und verbindliche Angebotserstellung muss die Produktkonfiguration mit den individuellen Kundenpreisen hinterlegt sein, so dass der Einkäufer seinen Angebotspreis direkt sehen und mit anderer Konfiguration neu kalkulieren oder bestellen kann.

Individueller Service für den Kunden

Alle Werkzeuge und Inhalte, die Abnehmer für den Einkauf und CPQ-Prozess braucht, kann ihm der Verkäufer in seinem eigenen Kundenbereich auf der digitalen B2B-Handelsplattform zur Verfügung stellen. Hier laufen alle Fäden der Geschäftsbeziehung zusammen: Gut ausgestaltet kann ein solcher Kundenbereich einem individuellen Service-Center ähneln, in dem gewohnte Produkte regelmäßig und zügig bestellt werden können. Auch lassen sich Dokumente wie Preislisten, Verträge und Rechnungen darstellen. Manche B2B-E-Commerce-Plattformen ermöglichen dabei, den Zugriff rollenbasiert zu steuern, um die Visualisierung von Daten und Bestellmöglichkeiten auf den Anwender zuzuschneiden.

Integrationshub für Daten

Den vollen Nutzen spielt CPQ erst aus, wenn die Abläufe rund um die Angebote mit den ERP-Prozessen eines Unternehmens integriert sind: angefangen von Einkauf und Produktion, Bestandsverwaltung, Lagermanagement und Versand – oder sogar mit Anschluss an Logistik-Dienstleister bis hin zu rechtssicherer Buchhaltung, zu Reporting, Planung und Marketing. Um die Verbindung zwischen ERP-Systemen und E-Commerce-Plattformen herzustellen, können 1:1-Schnittstellen verwendet werden. Oder Unternehmen entscheiden sich den Einsatz eines Datenhubs wie sie der Anbieter Actindo anbietet: Ähnlich einer Datendrehscheibe in der IT-Landschaft speichern sie Daten aus verschiedenen Systemen zentral und wandeln automatisch in gewünschte Zielformate um. Dadurch braucht jedes System nur noch eine Schnittstelle zum Datenhub, der in Echtzeit für den Datenfluss zwischen den Systemen sorgt. Dann können auch die CPQ-Funktionen einer E-Commerce-Plattform ihren ganzen Nutzen entfalten.