Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Virtual Reality

Arbeiten im Holodeck

Produzierende Unternehmen streben stets danach, Zeit und Rohstoffe in den Produktionsstufen einzusparen. Viele trauen den noch recht jungen Virtual Reality-Technologien zu, künftig erheblich dabei zu helfen. Etwa indem Modelle von Prototypen in einer virtuellen Umgebung in frühen Entwicklungsstadien von allen Beteiligten begutachtet und verbessert werden.

Bild: Lightshape GmbH & Co. KG

Bild: Lightshape GmbH & Co. KG

Es ist ein seltsames Bild, das sich Beobachtern hier bietet: In einem scheinbar leeren Raum sind drei Ingenieure, die mit klobigen Brillen auf dem Kopf um ein scheinbar unsichtbares Objekt herumlaufen und darüber diskutieren, was sie sehen und was verändert werden muss. Gestikulierend bedienen sie Schaltflächen und ändern Dinge an einem Objekt, welches nur vor ihren Augen existiert. Dem Beobachter erschließt sich erst mit dem Blick auf einen Bildschirm nebenan, was die Ingenieure sehen: Den Prototypen der neusten Firmenentwicklung.

Eintauchen in eine andere Welt

Virtual Reality macht das beschriebene Szenario möglich. Die Ingenieure arbeiten im virtuellen Raum in einem realen Labor daran, den Prototypen zu gestalten und zu verbessern. Bisher konnte Virtual Reality im Rahmen von Powerwall und Cave hauptsächlich in großen Unternehmen eingesetzt werden, da die Anschaffungskosten sehr hoch waren. Durch die Entwicklung von Head Mounted Displays (HMDs) hat sich das weitgehend geändert. Die Immersion, das Eintauchen und Erleben der virtuellen Welt, ist größer und die Anschaffungskosten geringer. Die HMDs erschaffen in Verbindung mit einem handelsüblichen Computer eine 3D-Welt nach Anforderungen der Nutzer. In dieser Welt kann der Nutzer sich frei bewegen, mit ihr interagieren und arbeiten. Abstrakte Zusammenhänge können so einfach und verständlich dargestellt werden, komplizierte Abläufe vereinfacht und Änderungen mit wenig Aufwand visualisiert werden.

Holodeck für Konstrukteure

Handelsübliche HMD-basierte Aufbauten werden allgemein als ‘Room Scale VR’ bezeichnet, da sie eine Fläche von bis zu fünf mal fünf Meter abdecken können. Für kleinere Anwendungen reicht das meist völlig. Bei größeren Flächen spricht man dagegen von ‘Large Scale VR’, womit man Flächen von bis zu 30 mal 30 Metern darstellen kann. Hier lassen sich Industrieanlagen, Schiffe, Busse und ähnliches in Lebensgröße abbilden. Die Analogie zum Holodeck in der Science Fiction-Serie Star Trek ist nicht von der Hand zu weisen und so wird dieser Begriff auch in Fachkreisen zuweilen benutzt.

Zusammenarbeit in VR

Eine ebenfalls noch recht junge technische Neuheit könnte das mögliche Anwendungsspektrum noch einmal erweitern. So können Firmen ihre weltweit verteilten VR-Anlagen miteinander verbinden, um von überall auf der Welt miteinander am gleichen Projekt zu arbeiten. Hierbei lassen sich verschiedene Holodecks, also Room Scale VR-Anlagen, Desktop-PCs und sogar Mobilgeräte miteinander verbinden. Der Nutzen besteht darin, Zeit bei der Zusammenarbeit im virtuellen Raum zu sparen und damit Kosten. Fehler können besprochen und behoben werden, während der Reiseaufwand sinkt – und dadurch der CO2-Ausstoß.

Virtual Reality im Marketing

Neben Entwicklungs- und Designanwendungen in Virtual Reality wird die Technik auch im Marketing eingesetzt. Auf Messen und in Geschäften soll VR dazu beitragen, Marken greifbare zu machen und die Kundenbindung zu stärken. Der Einsatz von Virtual Reality zu Marketingzwecken ist vor allem in Branchen mit großer Variantenvielfalt vielversprechend. In der Automobilindustrie wird Virtual Reality eingesetzt, um etwa die Ausstattungsvarianten eines Fahrzeuges abzubilden. Es lassen sich aber auch technische Hintergründe eines Produktes vermitteln, etwa der Blick ins Innere einer Verpackungsmaschine auf einer Messe.

Bild: Lightshape GmbH & Co. KG

Bild: Lightshape GmbH & Co. KG

Ist VR schon massenmarkttauglich?

Durch den Ursprung der VR-Systeme im Unterhaltungsbereich waren die Anschaffungskosten zu Beginn relativ hoch. Doch mit der angelaufenen Massenproduktion sinken diese Ausgaben kontinuierlich. Von einem industriellen Massenmarkt zu sprechen ist dennoch zu früh, da viele Unternehmen den Nutzen dieser Technologie noch nicht untersucht haben. Dabei haben die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten mitunter auch den Nachteil, die Anwendung mit dem jeweils größtem Nutzen zu erkennen. Hier können Beratungsfirmen unterstützen, die sich auf die neuen Technologien spezialisiert haben. Um VR und AR effiziente in bestehende Arbeitsabläufe zu integrieren, sollte der Übergang zur Virtual Reality-Anwendung fließend gestaltet sein. Momentan fehlen noch Langzeiterfahrung und Standards, aber es ist damit zu rechnen, dass die technologische Entwicklung auf diesem Feld noch einen immensen Einfluss auf unser Arbeitsleben haben könnte.

 


Das könnte Sie auch interessieren:

PTC hat das neunte Major Release der CAD-Software Creo vorgestellt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Boston hat in die Weiterentwicklung der Modellierungsumgebung investiert, um die Benutzerfreundlichkeit und Produktivität zu erhöhen.‣ weiterlesen

Mit Robotic Process Automation können standardisierte Prozesse automatisiert werden. Das entlastet Mitarbeiter, kann sie aber auch gänzlich überflüssig machen. Fehlende Akzeptanz für die Technologie kann RPA-Projekte zum Scheitern bringen. Eine Studie der Internationalen Hochschule hat untersucht, welche Kriterien für die Akzeptanz relevant sind.‣ weiterlesen

Ein neues Produkt wird in die Fertigung aufgenommen. Die Folge in vielen Unternehmen: Die Anlagen stehen zwei Wochen still, bis alle SPSen umprogrammiert sind. Dabei ließe sich die Neukonfiguration mit spezieller MES-Software quasi in der Frühstückspause einspielen.‣ weiterlesen

Das Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF) der RWTH Aachen University untersucht im Sonderforschungsbereich 1120 'Präzision aus Schmelze' Einflüsse verschiedener Legierungselemente auf die Eigenspannungsverteilung. Um die Dehnung von Bauteilen zu untersuchen, wird sie mit in situ-Bildkorrelation beobachtet. Das Setup ist anspruchsvoll.‣ weiterlesen

Boston Micro Fabrication hat den 3D-Drucker MicroArch S240 vorgestellt: Bei einem Bauvolumen von 100x100x75mm ist er auf die Serienproduktion von Mikrobauteilen in Endqualität ausgelegt.‣ weiterlesen

Das Vertragsmanagement findet oft noch in Papierform statt. Dabei ermöglichen Lösungen für das Contract Lifecycle Management (CLM) längst eine digitale Abwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.‣ weiterlesen

Die deutschen Industrieunternehmen rechnen noch bis in das nächste Jahr mit Materialmangel. Im Schnitt gehen die Unternehmen laut einer Umfrage des Ifo Instituts von einem Zeitraum von zehn Monaten aus, bis sich die Lage wieder verbessert.‣ weiterlesen

Bordnetzhersteller können ihre spezifischen Anforderungen an Manufacturing-Execution-Systeme mit Branchenlösungen abbilden. Bei der Integration spart das viel Customizing und im Betrieb können Nutzer erwarten, dass Branchentrends besonders schnell im Standard landen.‣ weiterlesen

In einem offenen Brief haben sich IT-Forscher verschiedener Institutionen und Unternehmen an die Politik gewandt und fordern, Lösegeldzahlungen nach Ransomware-Angriffen zu unterbinden.‣ weiterlesen

Der Security-Spezialist Trend Micro gründet mit VicOne eine Tochtergesellschaft, die sich auf die Absicherung von Elektrofahrzeugen und vernetzten Fahrzeugen konzentrieren soll.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige