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81 Prozent der Firmen von Lieferengpässen betroffen

Maschinenbauern gehen Komponenten aus

Die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau füllen sich, aber immer mehr Firmen verzeichnen Engpässe in ihren Lieferketten. Auch der Fachkräftemangel wird vermehrt zum Problem. Zu diesen Erkenntnissen kommt der VDMA nach einer seiner sogenannten Blitz-Umfragen.

(Bild: VDMA e.V.)

Während sich die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau in den vergangenen Monaten trotz Corona-Pandemie eher füllen, kämpfen viele Unternehmen mit zunehmenden Material- und Lieferengpässen. „Laut unserer aktuellen VDMA-Blitzumfrage von Anfang September haben inzwischen 81 Prozent der Maschinenbaufirmen merkliche oder gravierende Beeinträchtigungen in ihren Lieferketten. Drastisch zugenommen haben insbesondere Knappheiten von elektrotechnischen und Elektronikkomponenten. Darüber hinaus leiden knapp zwei Drittel der Befragten unter Beeinträchtigungen in der Logistik- und Transportabwicklung. Das ist jeweils deutlich mehr als selbst zu Spitzenzeiten der Pandemie Mitte April 2020“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers.

Keine Besserung auf nahe Sicht

Eine Entspannung speziell bei der Zulieferung von Vorprodukten ist zumindest für die kommenden drei Monate nicht zu erwarten. „40 Prozent der befragten Maschinenbaufirmen rechnen sogar mit zunehmenden Problemen, 52 Prozent mit gleichbleibenden Herausforderungen“, erläutert Wiechers. Daher sei trotz der guten Auftragslage auch mit Blick auf das kommende Jahr noch Vorsicht geboten. „Die Dynamik in einigen Ländern lässt zudem bereits deutlich nach, und die Delta-Variante sowie mangelnde Impffortschritte belasten in vielen Ländern das Wirtschaftsgeschehen. Daher gehen wir für 2022 von einem etwas schwächeren Produktionszuwachs von real 5 Prozent aus. Insgesamt dürfte der Aufschwung aber intakt bleiben. Außerdem wird all das, was aus Knappheitsgründen in diesem Jahr nicht mehr gefertigt werden kann, im nächsten Jahr umgesetzt”, prognostiziert Wiechers.

Bestellzuwachs im laufenden Jahr

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2021 verzeichnete der Maschinen- und Anlagenbau ein reales Produktionsplus von 7,1 Prozent zum Vorjahr. Noch kräftiger legten die Auftragseingänge von Januar bis einschließlich Juli zu, sie stiegen um 30 Prozent zum Vorjahr. Das wird in den kommenden Monaten nach Einschätzung der VDMA-Volkswirte für eine weiterhin hohe Kapazitätsauslastung sowie Produktionszuwächse sorgen. Für das Gesamtjahr 2021 bleiben die VDMA-Volkswirte bei ihrer Einschätzung eines Wachstums von zehn Prozent. Damit würde die Branche ihrem Produktionswert von 2019 zwar ein gutes Stück nähergekommen. Zwischenzeitliche Hoffnungen auf ein noch höheres Wachstum werden sich aller Voraussicht nach aber nicht erfüllen. In einigen Fachzweigen, speziell bei den Herstellern von Teilen und Komponenten, sowie in Asien gibt es erste Anzeichen für ein geringeres Expansionstempo. „Andere kommen jetzt erst richtig in Schwung, müssen aber wegen der zahlreichen Engpässe Abstriche bei ihren Produktionsplänen machen“, schildert Wiechers.

Umsatzerwartungen bleiben positiv

An der Blitzumfrage des VDMA beteiligten sich knapp 600 Unternehmen. Demnach können derzeit neun von zehn Firmen in Folge von Produktionsbehinderungen weniger umsetzen, als unter anderen Bedingungen möglich wäre. Das dämpft auch die Umsatzerwartungen für das laufende Jahr: Knapp die Hälfte der Maschinenbauer (44 Prozent) beziffern die Verringerung des Umsatzwachstums 2021 infolge von Materialengpässen auf 1 bis 5 Prozentpunkte, weitere 28 Prozent machen sogar einen Abschlag von 5 bis 10 Prozentpunkten. „Immerhin rechnen etwa 90 Prozent der Unternehmen für das laufende Jahr mit einem Umsatzplus. Doch der überwiegende Teil der Unternehmen wird Konsequenzen aus der schwierigen Versorgungssituation ziehen“, betont Wiechers. Laut der VDMA-Umfrage planen mehr als 70 Prozent der Betriebe nun Änderungen in den Lieferketten vorzunehmen. Dies bedeutet vor allem, das Zulieferernetzwerk – auch geografisch – zu vergrößern, die Lagerhaltung zu erhöhen und alternative Lieferwege zu suchen.

Fachkräftemangel behindert Wachstum

Gebremst werden die Aktivitäten auch durch spürbare Engpässe auf dem Arbeitsmarkt. „Auffällig sind vermehrte Meldungen über einen Fachkräftemangel, 61 Prozent der befragten Betriebe spüren dies merklich oder sogar gravierend. Gut zwei Drittel sehen zudem keine Entspannung und fast 30 Prozent sogar eine Verschärfung der Situation in den nächsten drei Monaten“, erläutert der VDMA-Chefvolkswirt.


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