Beitrag drucken

Wenig Zeit, wenig Hilfestellung

Umstellung auf S4/Hana für viele Unternehmen eine Herausforderung

Umstellung auf S/4Hana ja, aber keine Zeit für die Vorbereitung. So sieht es die Mehrheit der befragten Unternehmen in einer Studie des Analystenhauses Techconsult. Bei 90 Prozent der Studienteilnehmer bemängeln zudem fehlende Informationen und Hilfestellung.

Bild: Techconsult GmbH

Bild: Techconsult GmbH

Die Transformation auf S/4Hana ist keine einfache Aufgabe und Unternehmen sehen sich bei der Umstellung großen Herausforderungen ausgesetzt. So ergab eine Techconsult-Untersuchung der Migrationspläne deutscher Unternehmen, dass hohe Erwartungen häufig auf einen Mangel an Informationen und Ressourcen, intern wie extern, treffen, die für die Transformation benötigt werden.

Von 200 befragten Unternehmen planen zwar 85 Prozent eine S/4Hana-Transformation in den nächsten drei Jahren, allerdings gab knapp die Hälfte der Unternehmen an, schon jetzt nicht ausreichend Zeit für die Vorbereitung der Transformation zu haben. Als größte Herausforderung nennen die Befragten die Einbeziehung aller Geschäftsbereiche und Stakeholder. Dies stehe dem Wunsch entgegen, mit der Transformation eine übergreifende Automatisierung von Prozessen, ein Auflösen von Datensilos und eine Performance-Optimierung des Gesamtsystems zu erreichen, so die Studienautoren.

Beratungsengpässe

Neben fehlenden internen Ressourcen, nennen die Unternehmen vor allem eine ungenügende Informationsbasis sowie unzureichende Hilfsleistungen als Herausforderungen für die Migration.

Dies bemängeln 90 Prozent der befragten Unternehmen, zum Beispiel wenn es um Ziel- und Vorgehensmodelle oder die Gesamtkosten geht.

Dabei wünschen sich die Befragten laut Studie mehr Überblick über die Kosten und Best Practices. Angesichts des zu erwartenden Bedarfs an externer Unterstützung durch Beratungs- und Implementierungspartner müssten vor allem mittelständische Unternehmen mit Engpässen auch in diesem Bereich rechnen, schreiben die Studienautoren. „Expertenberatung im Cloud-Umfeld wird aktuell bereits sehr stark nachgefragt. Unsere Prognose: spätestens im Sommer 2022 wird es zu Überhitzungstendenzen kommen “, so Dr. Josef Packowski, CEO der Camelot Consulting Group.

Mit der Cloud zum Standard

Wichtige Grundsatzentscheidungen im Rahmen der Transformation sind die Wahl des passenden Migrationsansatzes und des Deployment-Modells. War dabei vor wenigen Jahren noch der Brownfield-Ansatz das Mittel der Wahl, plant die Mehrzahl der befragten Unternehmen, auf den Greenfield-Ansatz zu setzen. Dies zeige sich auch in der Cloud-first-Strategie vieler Unternehmen, so die Studienautoren. Demnach planen 71 Prozent auf eine Public-, Private- oder Hybrid-Cloud-Strategie zu setzen.

Stolperstein Change Management

Im Rahmen ihrer S/4Hana-Migration haben Unternehmen sehr konkret ausformulierte Wünsche an die Transformation, besonders im Kontext der Geschäftsprozesse in den Fachabteilungen. IT, Fachabteilungen und Unternehmensführung sind gleichermaßen vom Wandel betroffen und sollten sich frühzeitig darauf einstellen können. Dennoch geben 26 Prozent der befragten Unternehmen an, das Thema Change Management nicht in ihrer Planung verankert zu haben und sehen sich insbesondere in den Fachbereichen nicht ausreichend vorbereitet. „Auffällig dabei ist, dass Unternehmen die Entscheidungen zur Transformation zumeist auf Management-Ebene treffen, doch nach der Initiative der Geschäftsführung und der Einbindung der IT die Bedürfnisse sowie Herausforderungen der betroffenen Stakeholder und Entscheidungsträger in den Geschäftsbereichen selten oder viel zu spät berücksichtigen“, so Waldemar Klassen, Analyst bei der Techconsult.


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau gingen im April um 20 Prozent gegenüber Vorjahr zurück, meldet der VDMA. Schon im März lag der Wert sechs Prozent im Minus‣ weiterlesen

Nicht nur EU und Bundesregierung erwarten von der Wirtschaft, auch die Verbraucher fordern einen bewussteren Umgang mit Ressourcen. Mit einer Internet of Things-Applikation lässt sich an den Stellschrauben dazu drehen, meldete das IT-Infrastruktur- und Dienstleistungsunternehmen NTT kürzlich.‣ weiterlesen

Am 24. und 25. Mai stand Dortmund im Zeichen der industriellen Instandhaltung. Mehr als 4.000 Besucher und rund 200 Aussteller zählte der Veranstalter Easyfairs am Ende der diesjährigen Maintenance.‣ weiterlesen

Die Geschäftsbedingungen in der deutschen Industrie wurden im Mai schlechter, meldet das BME im Einkaufsmanagerindex EMI. Vor allem im Ausland ging die Nachfrage kräftiger zurück, teilt der US-amerikanische Finanzdienstleister S&P Global mit, der hinter der Analyse steht.‣ weiterlesen

Die GFOS blickt auf 35 Jahre Unternehmensgeschichte zurück und blickt in diesem Zuge auch in die Zukunft. So will der Softwareanbieter seine Geschäftsaktivitäten international erweitern.‣ weiterlesen

Die 2020 gegründete IDTA wächst und begrüßt mit Mitsubishi Electric Europe ihr 100. Mitglied.‣ weiterlesen

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) wird der 11. Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft und löst Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer nach fast elf Jahren ab.‣ weiterlesen

Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender bei DMG Mori, hat am Donnerstag sein Amt niedergelegt. Sein Vertrag wurde im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung einvernehmlich beendet. Alfred Geißler wurde vom Aufsichtsrat zum Nachfolger bestellt.‣ weiterlesen

Microsoft feiert 40. Geburtstag in Deutschland und eröffnet ein europäisches Experience Center in München. Es ist eines von vier Experience Centern weltweit.‣ weiterlesen

Expertinnen und Experten der Plattform Lernende Systeme beleuchten in einem neuen Whitepaper, wie es um die Entwicklung europäischer bzw. deutscher KI-Sprachmodelle bestellt ist.‣ weiterlesen