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Entwicklerboards statt Industriecomputer

Studie von Reichelt Elektronik

Entwicklerboards statt Industriecomputer

Ursprünglich für den privaten Gebrauch konzipiert, finden Entwicklerboards vermehrt im industriellen Umfeld ihren Einsatz. Wo ihre Einsatzfelder dort liegen, hat Reichelt Elektronik anhand einer Studie unter 1.500 Unternehmen – darunter 500 in Deutschland – ermittelt.

 (Bild: Reichelt Elektronik GmbH & Co. KG) [1]

(Bild: Reichelt Elektronik GmbH & Co. KG)

Entwicklerboards erhalten auch in der deutschen Industrie immer mehr Zuspruch: So werden diese laut einer Umfrage von Reichelt Elektronik von 74 Prozent der befragten Unternehmen eingesetzt. 11 Prozent geben an, nicht mit Entwicklerboards zu planen. Während Befürworter vor allem die Vielzahl an Anwendungsmöglichkeiten (41 Prozent) und die große Produktauswahl (38 Prozent) anpreisen, steht für die Gegner die geringere Lebenszeit in der Kritik. 25 Prozent geben an, auf den Einsatz von Entwicklerboards zu verzichten, weil sie nicht für den Dauereinsatz geeignet seien. Zudem sind die Zusatzkosten für Hats und Shields ein häufig genannter Grund (23 Prozent), keine Entwicklerboards einzusetzen.

Funktionen erweitern

Gerade Shields und Hats werden oft verwendet, um Entwicklerboards für den industriellen Einsatz aufzurüsten. 73 Prozent der Unternehmen erweitern die Boards um folgende Funktionen:

70 Prozent – Robusteres Design für das industrielle Umfeld

38 Prozent – Erweiterung der Anschlüsse und möglicher Übertragungsprotokolle

36 Prozent – Schnellere Datenübertragung

9 Prozent – Spezielle Funktionen wie etwa Mikrofone, 3D Motion Tracking oder Power Management

35 Prozent geben an, dass sie sich für die Zukunft widerstandsfähigere Einplatinen-Computer und -Microcontroller wünschen. Durchaus mehr Potenzial sehen die Befragten aus Deutschland in einem noch größeren Anwendungsspektrum (38 Prozent) und mehr Individualisierungsmöglichkeiten durch weitere Hats und Shields (36 Prozent).

Deutsche Unternehmen nutzen ihre Entwicklerboards vor allem, um industrielle Anwendungen zu bedienen (41 Prozent). 36 Prozent geben an, die Boards für die Entwicklung von Prototypen zu nutzen. Auf den weiteren Plätzen folgen KI-Anwendungen oder Datenverarbeitung am Edge (32 Prozent). Zudem nutzt beinahe jedes dritte Unternehmen seine Boards für Robotik-Anwendungen (32 Pozent).

Dafür greifen die meisten entweder auf Entwicklerboards von Google (27 Prozent), Nvidia (24 Prozent) oder auf Raspberry Pis (23 Prozent) zurück. Die Vormachtstellung von Google sehen aber viele der befragten Unternehmen wanken: Auf die Frage, welcher Hersteller in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich den größten Marktanteil haben wird, nannten 26 Prozent der Befragten Nvidia – mit Google rechnen 24 Prozent.

Selbst die absolute Wachablösung von Industriecomputern scheint nicht mehr ganz so weit entfernt. Nahezu drei Viertel (71%) der befragten Entscheider sehen in Entwicklerboards einen ernstzunehmenden Konkurrenten für die bislang weit verbreiteten Industriecomputer.

Unternehmensgröße bestimmt Verwendung

Im Größenvergleich der Unternehmen zeigt sich, dass vor allem kleine Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern (83 Prozent) und besonders große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern (86 Prozent) auf Entwicklerboards setzen. Bei mittelgroßen Unternehmen finden sie durchschnittlich bei 72 Prozent Anwendung.

Gerade kleine Unternehmen nutzen ihre Boards für Robotik-Anwendungen. Sie haben mit 43 Prozent in diesem Segment den höchsten Anteil. Die größten Unternehmen setzen die Boards laut Umfrage vorrangig für industrielle Anwendungen (46 Prozent) und die Entwicklung von Prototypen (42 Prozent).