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Merger und Akquisitions-Index Deutschland

Fusionen und Übernahmen 2019 stabil auf niedrigem Niveau

Deutsche Unternehmen waren im Jahr 2019 an weniger Fusionen und Übernahmen beteiligt als im Vorjahr. Für die zweite Jahreshälfte ermittelte der ZEW-Zephyr M&A-Index sogar den tiefsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005. Wenig überraschend: Die Entwicklung für 2020 lässt sich aufgrund der Corona-Pandemie nur schwer abschätzen.

Bild: ZEW

Bild: ZEW

Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) von und mit deutschen Unternehmen ist 2019 im zweiten Jahr in Folge gesunken. In der zweiten Jahreshälfte fiel der ZEW-Zephyr M&A-Index, der seit 2005 die Anzahl der abgeschlossenen M&A-Transaktionen mit deutscher Beteiligung aufzeichnet, auf ein Rekordtief. Im August 2019 ging der Index auf einen Wert von 59 Punkten zurück.

Leichter Anstieg im aktuellen Jahr

Zu Beginn des Jahres 2020 zeigte der Index allerdings erste Anzeichen der Erholung. Am gleitenden Zwölf-Monats-Durchschnitt lässt sich insgesamt ein Abwärtstrend ablesen, der bereits seit Sommer 2018 anhält. „Ohne die drei Großübernahmen des letzten halben Jahres hätte der M&A-Index einen noch stärkeren Rückgang verzeichnet“, sagt Ilona Tsanko, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich ‘Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik‘. Der Index spiegelt die Anzahl der monatlich getätigten M&A-Transaktionen in Deutschland und wird vom ZEW Mannheim auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk erhoben.

Für rund 37,8 Milliarden Euro über den Ladentisch

Der größte Deal des deutschen Energiesektors fand im September 2019 statt. Im Rahmen der Übernahme des im Jahr 2016 gegründeten RWE-Tochterkonzerns Innogy kaufte der Energieriese E.ON RWE-Anteile in einer geschätzten Höhe von 37,8 Milliarden Euro. Die Übernahme, aus der einer der größten Energieversorger Europas hervorging, wurde bereits 2018 angekündigt und nach der Genehmigung der europäischen Wettbewerbsbehörden durchgeführt.

Platz zwei und drei in der Chemieindustrie

Neben dieser Großübernahme im Energiesektor fanden im vergangenen Halbjahr zwei der größten M&A-Deals in der deutschen Chemieindustrie statt. Die in Darmstadt ansässige Merck KGaA kaufte im zweitgrößten M&A-Deal, der im letzten halben Jahr mit deutscher Beteiligung stattfand, Versum Materials Inc, einen führenden Hersteller elektronischer Materialien mit Sitz in den Vereinigten Staaten, für rund 5,8 Milliarden Euro. Damit ist Merck dem Ziel, Marktführer im Bereich der Herstellung elektronischer Materialien für die Halbleiter- und Displayindustrie zu werden, einen Schritt näher gerückt. Der zweite Mega-Deal in der Chemieindustrie fand im Februar 2020 mit dem Erwerb des Polyamidgeschäfts des belgischen Unternehmens Solvay durch den Chemieriesen BASF für 1,6 Milliarden Euro statt. Damit hat das in Ludwigshafen ansässige Unternehmen seine Polyamidkompetenzen im Bereich der technischen Kunststoffe erweitert.

Entwicklung unklar

Wie sich der Ausbruch der Covid-19-Pandemie auf die Anzahl der Transaktionen auswirken wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststellen. „In Krisenzeiten nimmt die Aktivität auf dem M&A-Markt für gewöhnlich ab“, sagt Ilona Tsanko. „Durch das Coronavirus herrscht momentan Unsicherheit in Bezug auf M&A-Transaktionen. Das betrifft nicht nur die Frage, ob ein Erwerb oder Verkauf derzeit angemessen ist, sondern auch die Folgen des Virus für laufende Transaktionen. Ist die mit Covid-19 verbundene Unsicherheit so ausgeprägt, dass Verhandlungen auf Eis gelegt werden? Oder kann mittelfristig mit steigender M&A-Aktivität gerechnet werden? Noch ist es aber zu früh, um sagen, welche Folgen die Pandemie für den M&A-Index haben wird.“


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