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31Mrd.US$ seit 2001

Investitionen in Quantentechnologien wachsen

Die Summe der seit 2001 angekündigten Quanten-Investitionen steigt laut einer Marktanalyse von McKinsey auf 31 Milliarden US-Dollar. Die Managementberatung geht davon aus, dass bis 2035 vier Branchen rund 700Mrd.US$ Wertpotenziale über Quanten-Anwendungen erzielen könnten.

Bild: ©Bartek Wróblewski/stock.adobe.com

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Die öffentliche und private Finanzierung in Quantentechnologien (QT) steigt weiter an. Wie aus einer Marktanalyse der Managementberatung McKinsey hervorgeht, hat sich die Finanzierung von Quanten-Start-ups von 700Mio.US$ im Jahr 2020 auf über 1,4Mrd.US$ im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Demnach verzeichneten Quantensensorik und Quantenkommunikation unter den drei Quantentechnologien im zweiten Halbjahr 2021 die höchsten Finanzierungszuwächse. Im Bereich Quantencomputing wurden laut McKinsey mit insgesamt 3Mrd.US$ seit 2011 jedoch nach wie vor die meisten finanziellen Mittel investiert. Darüber hinaus sind in diesem Bereich mit 228 Akteuren die meisten Unternehmen aktiv.

Die ersten Profiteure der Entwicklung der QT werden voraussichtlich die Pharma-, Chemie-, Automobil- und Finanzindustrie sein, so die Managementberatung. Im Jahr 2035 könnten diese Branchen Wertschöpfungspotenziale in Höhe von fast 700Mrd.US$ erzielen. Laut McKinsey werden langfristig Quantentechnologien für Finanzdienstleistungen und Biowissenschaften die wertvollsten Anwendungsfälle entwickeln.

Dies sind Ergebnisse des Quantum Technology Monitors der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Die turnusmäßig veröffentlichte Marktanalyse liefert einen Überblick über den Reifegrad der Quantenindustrien, ihrer Akteure und Investitionen. Sie basiert u.a. auf proprietären Daten, externen Datenbanken, Experteninterviews und Umfragen unter mehr als 300 Branchenführern.

Die Analysen zeigen eine Verlagerung der Finanzierung in Richtung etablierter Start-ups. Mittlerweile gehen 90 Prozent des externen Kapitals an Unternehmen in den Finanzierungsrunden Serie A, B, C und D. Der Anteil der Investitionen in Quanten-Start-ups, die von Risikokapitalgebern und anderen privaten Kapitalgebern stammen, ist in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 noch einmal gestiegen – auf mehr als 70 Prozent (gegenüber 50 Prozent im September 2021).

Weltweit entfällt der größte Anteil dieser privaten Investitionen (49 Prozent ) nach wie vor auf US-Unternehmen, gefolgt von Großbritannien (17 Prozent) und Kanada (14 Prozent). Etwa 6 Prozent der bisherigen privaten Investitionen in diesem Bereich entfallen auf China. Mit den für das zweite Halbjahr 2021 angekündigten zusätzlichen öffentlichen Mitteln in Höhe von 1,9 Milliarden US-Dollar beläuft sich die Gesamtsumme der seit 2001 angekündigten Mittel für Quantentechnologien nun auf rund 31Mrd.US$.

Gründungsdynamik nimmt ab

In der zweiten Hälfte 2021 entstanden weltweit 15 neuen Unternehmen – allerdings geht die Gründungsdynamik mittlerweile zurück. Betrug das Wachstum von 2015 bis 2018 jährlich noch rund 40 Prozent, ging das jährliche Wachstum in den Jahren 2018 bis 2021 auf 13 Prozent zurück. Mit knapp zwei Dritteln der Investitionen in Quantentechnologie sei der Hardwaremarkt inzwischen gesättigt, was die Eintrittsbarriere für neue Unternehmen erhöhe, so die Analysten. „Trotz der hohen Investitionen ist die Hardware noch zu unausgereift, um eine signifikante Anzahl von Anwendungsfällen zu ermöglichen, was die Möglichkeiten für junge Softwareunternehmen einschränkt. Die Bevorzugung etablierterer Start-ups durch die Investoren könnte die Aktivitäten weiter eindämmen“, sagt Henning Soller, Partner aus dem Frankfurter Büro von McKinsey und Leiter für Quanten-Research.

Eine neuer Aspekt der Analyse ist ein Blick auf Chinas Investitionspolitik. Im Rahmen des aktuellen Fünfjahresplans (2016-2020) hat China bisher die meisten öffentlichen Mittel aller Länder angekündigt, mehr als das Doppelte der Investitionen der Regierungen der Europäischen Union (15,3 Milliarden US-Dollar gegenüber 7,2 Milliarden US-Dollar) und achtmal mehr als die Investitionen der US-Regierung (1,9 Milliarden US-Dollar. Innerhalb der EU entfällt der größte Teil der angekündigten öffentlichen Mittel für die Entwicklung von Quantentechnologien auf Deutschland (41 Prozent), gefolgt von Frankreich (29 Prozent).

Talentmangel droht

Die Marktanalyse zeigt zudem eine Talentlücke. So entsprechen die universitären Kapazitäten lau McKinsey etwa einem Drittel der derzeitigen Nachfrage. Im Dezember 2021 gab es weltweit 851 offene Stellen für Quanten-Jobs. Demgegenüber stehen jedoch nur rund 290 jährliche Hochschulabsolventen, die für diese Stellen infrage kommen. Die EU verfügt im globalen Vergleich noch über die höchste Konzentration von QT-Talenten. Hier kommen 231 Talente auf eine Millionen Einwohner. In Großbritannien liegt der Wert bei 169, in den Vereinigten Staaten bei 126 und in China bei 33. Weiterbildungsprogramme könnten lau McKinsey die Talentlücke potenziell schließen – etwa in den Studiengängen Biochemie, Chemie, Elektronik und Chemieingenieurwesen, Informations- und Kommunikationstechnologie, Mathematik, Statistik oder Physik.


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