Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Ifo-Ökonomenpanel

Unzufriedenheit mit der Corona-Wirtschaftspolitik

177 Ökonomen haben Ifo und FAZ im Rahmen des Ökonomenpanel zur aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik der Bundesregierung befragt. Kurz vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz zeigt sich ein Großteil der Teilnehmer unzufrieden.

Bild: ©APchanel/stock.adobe.com

Bild: ©APchanel/stock.adobe.com

Fast die Hälfte der Volkswirte sind ‘eher unzufrieden‘ (27 Prozent) oder ‘sehr unzufrieden‘ (20 Prozent) mit der aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik. Das geht aus dem aktuellen Ökonomenpanel hervor, bei dem das Ifo Institut und die Frankfurter Allgemeine Zeitung Wirtschaftsprofessoren- und Professorinnen an deutschen Universitäten befragt haben. 30 Prozent antworteten mit ‘teils-teils‘. Rund 20 Prozent sagten, sie seien ‘eher zufrieden‘ mit der Corona-Wirtschaftspolitik, 2 Prozent sind sogar ‘sehr zufrieden‘. An der Umfrage nahmen insgesamt 177 Ökonomen teil.

„Die Ergebnisse des neuen Ökonomenpanels legen nahe, dass bei der Corona-Wirtschaftspolitik noch deutlich Luft nach oben ist“, sagt Niklas Potrafke, Leiter des Ifo-Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie. Die Teilnehmer sagten, die Politik sei zu langsam und reagiere unflexibel, es würden keine (Öffnungs-)Perspektiven entwickelt. Die Hilfen für die Unternehmen seien zu bürokratisch, die Impfstrategie habe bisher weitgehend versagt. „Prämien für Hersteller, die Impfstoff zusätzlich produzieren und schnell liefern, sind nach Ansicht der Befragten eine besonders geeignete Maßnahme“, sagt Potrafke.

Prämienvorschlag positiv bewertet

Den Prämienvorschlag sahen 45 Prozent der Befragten ‘sehr positiv‘ und 21 Prozent ‘eher positiv‘. 16 Prozent nannten ihn ‘neutral‘, 9 Prozent antworteten ‘eher negativ‘ und 5 Prozent ‘sehr negativ‘. Die Befürworter begründeten ihre Meinung unter anderem damit, dass die gesellschaftlichen Kosten der Pandemie alles andere in den Schatten stellten und die Preisaufschläge im Vergleich dazu gering seien.

Kritisch sehen die Ökonomen eine Vergemeinschaftung von Patenten mit Ausgleichszahlungen an die Inhaber. 32 Prozent sehen das ‘eher negativ‘, 25 Prozent ‘sehr negativ‘. Als neutral bezeichnen das 12 Prozent, als ‘eher positiv‘ 13 Prozent und als ‘sehr positiv‘ 12 Prozent. Bei den Ablehnenden heißt es, der Mehrwert einer Vergemeinschaftung sei nicht klar, denn Lizenzvergabe sei auch jetzt schon möglich. Die Hersteller hätten selbst ein Interesse daran, möglichst viel Impfstoff zu liefern. Anreiz zu forschen dürfe nicht geschmälert werden. Dafür sei ein Schutz des geistigen Eigentums notwendig.

Zustimmung für Ausweitung der Tests

Große Zustimmung findet die angekündigte Ausweitung der Tests. 52 Prozent der Teilnehmer sehen sie ‘sehr positiv‘, 27 Prozent ‘eher positiv‘. Als ‘eher negativ‘ bezeichnen dies 4 Prozent, ‘sehr negativ‘ 3 Prozent. Die Befürworter sagten, damit würden Öffnungen möglich, ohne dass die Ansteckungen stiegen.

Die Schwelle der wöchentlichen Ansteckungszahl von 50 auf 35 pro 100.000 Einwohner herunterzusetzen, beurteilen die Ökonomen als ‘sehr positiv‘ (20 Prozent) und ‘eher positiv‘ (29 Prozent). ‘Neutral‘ bezeichnen das 9 Prozent, ‘eher negativ‘ finden es 22 Prozent, ‘sehr negativ‘ 19 Prozent. Zur Begründung heißt es, die neue Zahl sei angemessen, da die Mutationen des Virus ansteckender seien als die bisherige Version. Die Kritiker beklagen unter anderem ‘Willkür‘ bei der Festsetzung.

Lockdown ja oder nein?

Bei der Frage, ob eine sofortige und völlige Aufhebung des Lockdowns die Zahl von Insolvenzen verringern würde, zeigen sich die befragten Volkswirte gespalten. ‘Nein‘ antworteten 43 Prozent, ‘ja‘ 35 Prozent, ‘weiß nicht‘ 22 Prozent. Die Befragten mit ‘Nein‘-Antworten verwiesen insbesondere darauf, dass eine sofortige Öffnung eine dritte Welle der Krankheit auslösen würde – mit entsprechend schlechten Auswirkungen auf die Wirtschaft.


Das könnte Sie auch interessieren:

Erfolgreiche KI-Projekte kombinieren das Domänenwissen von Prozessbeteiligten mit der Expertise von Datenanalysten und IT-Spezialistinnen. Da nicht jedes Maschinenbauunternehmen über diese drei wichtigen Kompetenzfelder verfügt, sind Kooperationen wichtige Bestandteile von KI-Projekten.‣ weiterlesen

Extreme Networks hat die Verfügbarkeit des Wi-Fi 6E Access Point bekanntgegeben. Als Wireless-Plattform erweitert der Zugangspunkt den Einsatzbereich auf das 6GHz-Frequenzband. Das Gerät wurde für Umgebungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und Nutzerdichte entwickelt und zeichnet sich Anbieterangaben zufolge durch seine Perfomance, Funktionalität und Sicherheit aus.‣ weiterlesen

Die Ersatzteilversorgung in der Automobilindustrie besitzt einen sehr kurzfristigen Charakter. Anwendungen zum Abbilden solcher Prozesse sind S/4Hana Supply Chain Management sowie S/4Hana-Automotive-Ersatzteilmanagement. Die wichtigen Zielgrößen für die Versorgungsqualität sind Lieferservicegrad und Time-to-Delivery.‣ weiterlesen

Im Cloud-Projekt Gaia-X entstehen Infrastruktur-Angebote, mit denen Hersteller digitale und vernetzte Produkte entwickeln können, ohne in Abhängigkeit zu Technologiekonzernen zu geraten. Die Strukturen dafür sind bereits etabliert. Jetzt ist es an den Produzenten, durch ihre Mitwirkung aus dem Projekt eine europäische Erfolgsgeschichte zu machen.‣ weiterlesen

Werma bietet ein neues Ruf- und Meldesystem zur Prozessoptimierung in Fertigung, Logistik und an manuellen Arbeitsplätzen an. Mit dem Andon WirelessSet lassen sich Probleme bei der Produktion per Knopfdruck melden, um die Behebung zu beschleunigen.‣ weiterlesen

Alle Werte einer Lieferkette im Blick zu behalten, ist eine Mammutaufgabe - können diese doch schnell in die Millionen gehen. Behälter mit benötigten Materialien müssen nicht mal verschwinden, schon der falsche Lagerplatz im Werk kann die Produktion ausbremsen. Tracker können dafür sorgen, dass nichts Wichtiges aus dem Blick gerät.‣ weiterlesen

Siemens und Zscaler arbeiten zusammen, um Kunden den sicheren Zugriff vom Arbeitsplatz im Büro oder mobil auf Operational-Technology(OT)-Systeme und -Anwendungen im Produktionsnetzwerk zu ermöglichen.‣ weiterlesen

Der österreichische Ableger von Bechtle hat Open Networks erworben. Die neuen Spezialisten bringen insbesondere Erfahrung in den Bereichen Application Services, Datacenter, Security und Netzwerk mit. Die Firma betreut rund 250 Kunden im Alpenstaat.‣ weiterlesen

Viele Konzepte etwa für Modern Workplaces und Digitalisierung hinterfragen Unternehmenskonzepte, die auf traditionelle Strukturen und Hierarchien setzen. Robert Lindner, Senior Regional Director & Country Manager Germany bei Red Hat, hat vier zentrale Grundsätze herausgearbeitet, wie sich Innovation befördern lässt, insbesondere als ein Unternehmen im Open-Sorce-Softwaremarkt.‣ weiterlesen

Panasonic hat sämtliche Unternehmensanteile des IT-Plattformanbieters Blue Yonder erworben. Der Kauf ist Teil der Konzern-Strategie, einzelne Geschäftsfelder zu stärken. Blue Yonder bewertet die Investition mit 8,5 Milliarden US-Dollar.‣ weiterlesen

Die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau füllen sich, aber immer mehr Firmen verzeichnen Engpässe in ihren Lieferketten. Auch der Fachkräftemangel wird vermehrt zum Problem. Zu diesen Erkenntnissen kommt der VDMA nach einer seiner sogenannten Blitz-Umfragen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige