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Gerüstet für die Zukunft

Kommentar zur digitalen Transformation

Gerüstet für die Zukunft

Der IT-Dienstleister Cognizant erfährt bei seinem weltweiten Engagement aus erster Hand, wie die digitale Transformation die Fertigungsindustrie verändert. Prasad Satyavolu, Chief Digital Officer für Manufacturing & Logistics bei Cognizant, hat einige Entwicklungen beobachtet, mit den sich die Branche künftig stärker auseinandersetzen dürfte.

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Prasad Satyavolu, Chief Digital Officer für Manufacturing & Logistics bei Cognizant (Bild: Cognizant)

Aufgrund der hohen Abhängigkeit der Geschäftsmodelle vieler Unternehmen von global integrierten Lieferketten werden Hersteller mit Blick auf die sich verändernde geopolitische und wirtschaftliche Lage sowie die starken Nachfrageschwankungen bei Konsumenten flexibler und agiler handeln müssen als je zuvor. Darum wird die Entwicklung neuer Fertigungsökosysteme [2] mit einer richtigen Mischung aus Technologien, Menschen und Kultur 2019 eine zentrale Rolle spielen. Ein wichtiger Teil davon wird sein, Menschen zum Entwerfen, Entwickeln und Implementieren effektiver Änderungsstrategien zu motivieren.

Das Problem der Aufwärtsskalierung

Um mit den weltweiten Investitionen von Fertigungsunternehmen Schritt zu halten, sollte auch das Potenzial von Technologien wie 3D-Druck, Blockchain und Drohnen ausgelotet werden. Letztere werden beispielsweise nicht mehr nur für Lieferungen eingesetzt, sondern auch für die Automatisierung interner Prozesse. Ein Beispiel dafür wäre der minutenschnelle Materialtransport.

Leider gelingt es vielen Unternehmen aufgrund eines fehlenden Geschäftsmodells nicht, Innovationen [3]über mehrere Standorte hinweg nahtlos zu implementieren. Zwar sind viele Prozesse inzwischen automatisiert, doch verändert sich gleichzeitig das Ökosystem, da digitale Technologien eine Einbeziehung vieler neuer Partner in die verschiedenen Prozesse erfordern. Häufig verfügen Fertigungsunternehmen über vielversprechende Konzeptnachweise.

Gleichzeitig fehlt es an diversifizierten Investitionen in ihre Aufwärtsskalierung. Um Änderungen in größerem Umfang vorzubereiten und umzusetzen, gehören die Implementierung neuer Prozesse, die Motivierung von Personal, Schulungen sowie die allgemeine Förderung des Innovationsgeists.

Wissensmanagement verbessern

Im Fertigungsumfeld ist es durchaus möglich, dass ein älterer Mitarbeiter die Gründe für einen Maschinenausfall in der Hälfte der Zeit diagnostizieren kann, die ein jüngerer Mitarbeiter benötigt. Wenn der erfahrene Mitarbeiter die Anlage etwa genau kennt, der jüngere Experte hingegen vorher die alte Dokumentationen durchlesen müsste, um den Ausfall einordnen zu können. Durch einen systematischen Wissenstransfer ließe sich dieses Problem vermeiden. Es gibt vielerorts bereits ein Qualifikationsdefizit, das damit zusammenhängt, wie jüngere Generationen lernen und mit Maschinen arbeiten, die sie noch nicht kennen.

Viele jüngere Arbeitnehmer sind an intuitive und digitalgestützte Tätigkeiten gewöhnt. Diesen Umstand sollten sich die Unternehmen zunutze machen. Etwa indem Maschinendaten mit modernen Technologien erfasst und ausgewertet werden, z.B. mit Augmented Reality, Mixed Reality und Ansätzen der Gamification.

Nachhaltigkeit wird wichtiger

Zukünftig dürfte sich die Fertigungsindustrie deutlich mehr mit dem Klimawandel befassen müssen. Beispielsweise hat die Europäische Kommission ehrgeizige Ziele gesetzt [4], [4]um die Kohlendioxidemissionen in der EU bis 2030 um bis zu 40 Prozent zu reduzieren [4]. Hersteller könnten dementsprechen ihre IoT-Systeme weitreichender einsetzen, um den Energieverbrauch ihrer Betriebsabläufe zu messen und zu optimieren.

Umweltschonende Strategien zu implementieren, bietet in verschiedener Hinsicht Vorteile. Erstens können Unternehmen mit nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen einen Umsatzschub erzielen. Zweitens machen Unternehmen, die sich ehrlich für das Klima einsetzen, ihre Marken für Kunden und den Nachwuchs attraktiver.

Der Autor Prasad Satyavolu ist Chief Digital Officer für Manufacturing & Logistics bei Cognizant.