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Fraunhofer-Studie

Vorteile von Standards und Normen nutzen

Für die Verbreitung von Innovationen sind Normen und Standards ein wichtiger Katalysator. Sie definieren die Meilensteine der Technik und ebnen innovativen Ideen den Weg zum Erfolg auf dem Markt. Auch Unternehmen und Forschungsorganisationen können davon profitieren. Eine Fraunhofer-Studie hat untersucht, wie Organisationen die Vorteile von Normen und Standards optimal nutzen.

(Bild: Fraunhofer-Gesellschaft)

Standards und Normen tragen dazu bei, dass aus technologischen Innovationen erfolgreiche Produkte oder Dienstleistungen werden. Sie ermöglichen darüber hinaus die Systemfähigkeit der Technik und die Entwicklung kompatibler Produkte. Zudem definieren Standards und Normen Mindestanforderungen an Qualität und Sicherheit und ermöglichen Interoperabilität.

Oft sind Unternehmen und Forschungseinrichtungen jedoch zurückhaltend, wenn es darum geht, sich an den zugrundeliegenden Standardisierungs- und Normungsprozessen zu beteiligen oder entsprechenden Gremien beizutreten. Warum dies so ist und wie dies geändert werden kann, zeigt die aktuelle Studie der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI aus Karlsruhe sowie das Fraunhofer-Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie IMW aus Leipzig haben für die Studie Erkenntnisse aus Recherchen sowie Interviews mit ausgewählten Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Verbänden und Normungsorganisationen gewonnen. Zusätzlich zur Analyse der aktuellen Situation haben die Forscher Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Fehlendes Wissen

Eine Hauptursache, warum sich Unternehmen zurückhaltend zeigen, sei fehlendes Normungs- und Standardisierungswissen in den Organisationen, sagt Prof. Knut Blind vom Fraunhofer ISI. „Sowohl Unternehmen als auch Forschungseinrichtungen sind sich gar nicht bewusst, welchen enormen Mehrwert eine Beteiligung bietet.“ Hinzu kommt, dass dieser Mehrwert häufig immateriell und schwer zu quantifizieren sei, obwohl er zum Erfolg des Unternehmens bzw. der Forschungsorganisation beitragen könne. Viele befürchten auch, so die Autoren, dass die eigene Beteiligung am Gemeinschaftsbeitrag für Außenstehende schwer erkennbar sei.

Organisationen, die aktiv an Standardisierungsprozessen oder in Normungsgremien mitwirken, berichten in der Studie von positiven Erfahrungen. „Für die Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft ist die Zusammenarbeit mit Experten aus anderen Organisationen extrem spannend. Unternehmen beispielsweise bekommen hier Kontakt zu künftigen Geschäftspartnern oder Kunden“, so Philipp Herrmann vom Fraunhofer IMW. Die Mitarbeit in einer entsprechenden Arbeitsgruppe können Unternehmen überdies dazu nutzen, die Spezifikationen des jeweiligen Standards an ihre Geschäftsinteressen und die bereits im Unternehmen vorhandenen Technologien anzupassen. Auch Forschungsorganisationen können profitieren „Wir Forscherinnen und Forscher erleben immer wieder, dass unsere Erkenntnisse erst dann als Produkt realisiert werden, wenn es gelungen ist, diese als Standard zu definieren“, erklärt Blind.

Handlungsempfehlungen

Die Fraunhofer Studie gibt schließlich Handlungsempfehlungen für Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Eine Empfehlung lautet, zunächst eine grundlegende Strategie für Normung und Standardisierung zu entwickeln. Ebenso wichtig ist die Sensibilisierung und Qualifikation von Mitarbeitern und Forschern für die Bedeutung von Normung und Standardisierung. Sinnvoll wäre auch, so die Autoren, dass Prozesse zur regelmäßigen Prüfung der hauseigenen Technologien auf ihre Eignung als Standard und die Benennung von Verantwortlichkeiten etabliert werden. Daneben empfiehlt die Studie ggf. Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Forschergruppen in Betracht zu ziehen.


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