Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Studie zeigt regionale Unterschiede bei digitaler Infrastruktur

Digitalisierung der zwei Geschwindigkeiten

Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst&Young spielen digitale Technologien für zwei von drei deutschen Mittelständlern eine wichtige Rolle. Bei der digitalen Infrastruktur ergeben sich aus der Studie jedoch große regionale Unterschiede.

Bild: Ernst & Young GmbH

Der deutsche Mittelstand setzt auf die Digitalisierung: Laut einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst&Young spielen bei zwei von drei mittelständischen Unternehmen digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell inzwischen eine mittelgroße bis sehr große Rolle. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 60 Prozent. Sechs Prozent der Unternehmen sagen in der aktuellen Studie, dass digitale Technologien für sie gar keine Rolle spielen – im Vorjahr war der Anteil mehr als doppelt so hoch. Dabei setzen vor allem große Mittelständler auf digitale Technologien: Bei 77 Prozent der befragten Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100Mio.€ spielen sie eine mittelgroße bis sehr große Rolle. Bei kleineren Unternehmen mit einem Umsatz von unter 30Mio.€ beträgt der Anteil dagegen nur 54%.

Allerdings stoßen die deutschen Mittelständler bei den Bemühungen, ihre Geschäftsmodelle stärker zu digitalisieren, offenbar von Bundesland zu Bundesland auf sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen: In den ostdeutschen Bundesländern bewerten 53 Prozent der Unternehmen die Bedingungen vor Ort als positiv. In den westdeutschen Bundesländern liegt der Anteil hingegen bei 67 Prozent – in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg sogar bei 80 Prozent. Insgesamt hat die Beratungsgesellschaft 1.500 mittelständische Unternehmen in Deutschland befragt.

Michael Marbler, Partner bei EY kommentiert: „Die Digitalisierung steht ganz oben auf der Agenda des deutschen Mittelstandes. Es gibt fast kein Unternehmen mehr, bei dem digitale Technologien für das eigene Geschäftsmodell bedeutungslos sind. Dennoch beobachten wir weiterhin zwei Geschwindigkeiten: Während vor allem die großen und wachstumsstarken Mittelständler auf die Digitalisierung setzen, gehen andere langsamer vor, wobei sie teils auch von den nicht immer optimalen Rahmenbedingungen vor Ort ausgebremst werden.“

Schicksalsfrage Netzausbau

„Während zahlreiche Mittelständler ihre Produkte und Maschinen vernetzen und die Kundennachfrage dank schneller Datenübertragung in Echtzeit bedienen, werden andere durch schlechtere Rahmenbedingungen ausgebremst“, so Marbler weiter. Dies werde zu einem Wettbewerbsnachteil. „Der flächendeckende Netzausbau kann deshalb für einige Mittelständler – insbesondere auf dem Land – zur Schicksalsfrage werden. Die großen Städte wie Berlin oder Hamburg geben dagegen den Takt vor: Sie ziehen junge Gründer an, die mit neuen, digitalen Geschäftsmodellen zu Vorreitern werden und von der erheblich besseren digitalen Infrastruktur profitieren.“

Elektrotechnik durch Kundennachfrage getrieben

Für 62 Prozent der Unternehmen aus der Elektrotechnik spielen digitale Technologien bereits eine sehr große Rolle für das eigen Geschäftsmodell. Die Entwicklung werde laut EY unter anderem durch die Digitalisierung der Geschäftsprozesse, aber auch durch die verstärkte Kundennachfrage im Bereich Smart Products getrieben.

Chancen durch neue Technologien

Für Marbler ergeben sich durch die neuen Technologien neue Chancen für die Mittelständler: „Die Digitalisierung verändert die Art, wie wir konsumieren, leben und arbeiten. Das hat auch Konsequenzen für die deutschen Mittelständler: In der Produktion können sie schneller und effizienter arbeiten, fehlende Teile in Echtzeit ordern oder Maschinen aus der Ferne warten. Bei den Produkten und Dienstleistungen können sie von den Erfolgen der großen Technologiefirmen lernen: Der Aufbau von digitalen Plattformen wird immer wichtiger. Darüber können sie die Kundenbindung erhöhen, die verschiedenen Anwendungen besser miteinander verknüpfen und im Idealfall zusätzliche Services verkaufen.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Die Parametrierung von Anlagen ist zeitintensiv und erfordert Fachwissen - und findet demnach nur statt, wenn es nicht anders geht. Doch Datenanalyse und Algorithmen können künftig helfen, Produktionsanlagen und eingesetzten Ressourcen stets das Bestmögliche zu entlocken.‣ weiterlesen

Verbraucher können Massenprodukte wie Schuhe und Autos längst nach individuellen Wünschen gestalten. Auch im Industriebereich erwarten Kunden immer individuellere Lösungen zum Preis von Serienprodukten - obwohl Komplexität und Kosten beim Hersteller steigen. Softwaregestützte Variantenkonfiguration adressiert diese Effekte.‣ weiterlesen

PSI Automotive & Industry hat Details zum neuen Release 9.4 des ERP-Systems Psipenta bekanntgegeben. Überarbeitet wurden demnach zum Beispiel die Unterstützung bei der Exportabwicklung, die Textverwaltung, die Standardberichte im Client sowie Mehrsprachenbelege.‣ weiterlesen

Viele Unternehmen rollen Funktionalität im IIoT als Microservice aus. Dazu erstellen IT-Teams kleine Software-Container, die oft mit Kubernetes verwaltet werden. Das könnte künftig häufiger mit Bare Metal Kubernetes erfolgen.‣ weiterlesen

Angesichts komplexer werdender Prozesse und dem Wunsch nach niedrigen Durchlaufzeiten parallelisieren Unternehmen Entwicklungsabäufe per virtuellen Inbetriebnahme.‣ weiterlesen

Wollen Hersteller mehrere Werke mit einer vergleichbaren MOM/MES-Infrastruktur versorgen, steigen die Projektrisiken deutlich. Klare Zielvorgaben, offene Kommunikation und ein Exzellenzzentrum helfen, die Risiken zu bewältigen - und instanziierbare MOM-Templates zu entwickeln, die trotzdem individuelle Anforderungen berücksichtigen.‣ weiterlesen

Die Stimmung in den Unternehmen hat sich im Mai etwas aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 93 Punkte. Trotz Inflationssorgen, Materialengpässen und Ukraine-Krieg erweise sich die deutsche Wirtschaft als robust, so Ifo-Präsident Clemens Fuest.‣ weiterlesen

Aptean DACH hat zwei neue Partner im Boot: den KI-Spezialisten Prodaso sowie das IT-Systemhaus Acomm.‣ weiterlesen

Im Gegensatz zur klassischen Produktions-IT bieten Cloud-Systeme höhere Rechen- und Speicherkapazitäten. Für Anwendungen mit deterministischen Anforderungen gelten diese Infrastrukturen aber als ungeeignet. Dabei können viele Hürden mit der richtigen Konfiguration und der Nutzung von TSN überwunden werden.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige