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CISOs im Corona-Jahr 2020

Remote-Zugriff ging vor IT-Sicherheit

85 Prozent der CISOs gaben in einer Umfrage von Netwrix an, die Cybersicherheit hintangestellt zu haben, damit Beschäftigte schnell remote arbeiten könnten. Der 2020 Cyber Threats Report zeigte auch, dass sich jedes vierte Unternehmen nach der Pandemie einem höheren IT-Sicherheitsrisiko ausgesetzt sieht als zuvor.

Bild: ©momius/stock.adobe.com

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Der Anbieter von IT-Sicherheitslösungen Netwrix hat am 22. September seinen 2020 Cyber Threats Report veröffentlicht. Für den Bericht haben sich 937 IT-Experten weltweit zu den Cyber-Bedrohungen geäußert, denen sie ausgesetzt waren und wie ihre Gegenmaßnahmen aussahen. Netwrix wollte in der Online-Umfrage im Juni 2020 nach eigenen Angaben besser verstehen, wie die Pandemie und die darauffolgende Heimarbeit vieler Beschäftigten die IT-Risikolandschaft verändert haben.

Klare Prioritäten in der Krise

Die Umfrage ergab, dass jede vierte Organisation meint, mehr Risiken ausgesetzt zu sein als vor der Pandemie. Von ihnen gaben 63 % eine Zunahme der Häufigkeit von Cyberangriffen an, und 60 % fanden neue Sicherheitslücken infolge der Umstellung auf Remote-Arbeit. 85 % der CISOs gaben an, die Cybersicherheit geopfert zu haben, um schnell Remote-Arbeit zu ermöglichen. Die Unternehmen wurden gefragt, die Vorfälle aufzulisten, die sie seit der Umstellung auf Remote-Arbeit erlebt haben. Die häufigsten Bedrohungsmuster hingen vom Faktor Mensch ab: Phishing (48 %), Admin-Fehler (27 %) und unsachgemäßer Datenaustausch durch Mitarbeiter (26 %).

Weitere Ergebnisse der Umfrage

25 % gaben an, in den ersten drei Monaten der Pandemie einen Ransomware- oder anderen Malware-Angriff erlitten zu haben. 47 % waren in der Lage, ihn innerhalb von Minuten zu erkennen. Obwohl nur 14 % der Unternehmen Datendiebstahl durch Mitarbeiter erlebten, sorgen sich 66 % davor. Vor der Pandemie waren es etwas mehr als die Hälfte. Am längsten dauerte es, Kompromittierungen in der Lieferkette zu erkennen: 55 % benötigten Tage, Wochen oder sogar Monate, um diese Vorfälle zu kennzeichnen. 54 % der CISOs geben zu, dass ihnen die für einen angemessenen Datenschutz erforderliche Transparenz fehlt. 66 % der befragten IT-Experten berichten ihrer Geschäftsleitung regelmäßig über den Stand der Cybersicherheit. Die am häufigsten ergriffene Maßnahme ist die Ereignisstatistik. Weniger als ein Viertel der Befragten berechnet Finanzkennzahlen für ihre Sicherheitsprojekte.

Sorgen deutscher Unternehmen

Die Ergebnisse der 105 deutschen Befragten zeigten, dass ein Drittel der Unternehmen in der Region (34 %) der Ansicht ist, dass sie derzeit einem höheren Cybersicherheitsrisiko ausgesetzt sind als vor der Pandemie. Entsprechend dem globalen Trend basierten die häufigsten Vorfallarten, die deutsche Unternehmen nach der Umstellung auf Remote Working erlebten, auf dem menschlichen Faktor. Tatsächlich erlitt jedes dritte deutsche Unternehmen (35 %) einen Phishing-Angriff, und jedes vierte (25 %) meldete Vorfälle beim unsicheren Datenaustausch. Letztere waren schwierig zu erkennen, da 88 % der Unternehmen Tage, Wochen oder Monate damit verbrachten, diese Vorfälle zu kennzeichnen.


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