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Künstliche Intelligenz

Automobilbranche ist zögerlich bei der KI-Umsetzung

Die Automobilbranche kommt laut einer Studie der Unternehmensberatung Capgemini bei der Umsetzung von Künstlicher Intelligenz nur langsam voran. Demnach ist der Anteil der Unternehmen, die KI unternehmensweit einsetzen, in den letzten beiden Jahren von sieben auf zehn Prozent angestiegen. Gesunken ist hingegen die Zahl der Unternehmen, die KI nur vereinzelt einsetzen oder pilotieren.

Bild: Capgemini Research Institute

Wie aus der Capgemini-Studie ‘Accelerating Automotive’s AI Transformation: How driving AI enterprise-wide can turbo-charge organizational value‘ hervorgeht, gilt es für Unternehmen der Automobilbranche noch einige Hindernisse beim Einsatz von KI-Technologien zu überwinden. Dazu gehören u.a. die Komplexität bestehender IT-Landschaften sowie fehlende Genauigkeit und Verfügbarkeit von Daten. Die größten Herausforderungen aus technologischer Sicht sehen die befragten Unternehmen bei der Integration bestehender Systeme und Tools (38 Prozent), im mangelnden Wissen und Bewusstsein für Next-Generation-KI-Tools (36 Prozent) sowie fehlenden Trainingsdaten (35 Prozent).

Anzahl der Unternehmen, die keine KI einsetzen steigt

Die unternehmensweite Implementierung von KI ist in den vergangenen beiden Jahren laut Studie nur langsam vorangekommen: Die Zahl der Automobilunternehmen weltweit, die die Technologie umfassend und erfolgreich implementiert haben, ist von sieben auf zehn Prozent gestiegen. Auch die Anzahl der Unternehmen, die einzelne KI-Maßnahmen umsetzen, hat sich nicht wesentlich verändert und liegt heute bei 24 Prozent gegenüber 27 Prozent im Jahr 2017. Die Anzahl der Unternehmen, die keine KI-Technologien einsetzen hat sich weltweit allerdings von 26 auf 39 Prozent erhöht. Der Studie zufolge pilotieren zudem nur noch 26 Prozent der Unternehmen KI-Projekte – gegenüber 41 Prozent im Jahr 2017. Auch in Deutschland ist der Anteil der Automobilunternehmen, die keine KI implementieren von 12 auf 32 Prozent gestiegen – gleichzeitig sank der Anteil der Unternehmen, die KI-Piloten aufgesetzt haben von 52 auf 30 Prozent. Die befragten Unternehmen gaben zudem an, das es schwieriger geworden sei, den Nutzen und den gewünschten Return on Investment in der Pilotphase nachzuweisen (45 Prozent) sowie die richtige Auswahl der skalierbaren Anwendungsfälle zu treffen (43 Prozent).

USA bei der Umsetzung führend

Die USA sind bei der Umsetzung von KI -Technologien führend: 25 Prozent der dortigen Automobilunternehmen implementieren KI unternehmensweit, 25 Prozent selektiv. Großbritannien (14 und 39 Prozent) und Deutschland (12 und 25 Prozent) folgen. Das größte Wachstum innerhalb der untersuchten Länder verzeichnet China, das seinen Anteil an unternehmensweiten KI-Implementierungen im Automobilbereich von fünf auf neun Prozent fast verdoppelt hat.

Hersteller kommen besser voran als Zulieferer

Die Studie zeige zudem, so Capgemini, dass die Automobilhersteller im internationalen Vergleich bei der KI-Umsetzung besser vorankommen als ihre Zulieferer und Händler: 14 Prozent der Hersteller implementieren KI umfassend, verglichen mit vier Prozent der Lieferanten und vier Prozent der Händler. In Deutschland liegt zudem der Anteil der Händler, die unternehmensweit KI umsetzen, mit 19 Prozent deutlich höher als im internationalen Vergleich.

Steigerung des Betriebsergebnisses möglich

Automobilunternehmen können ihr Betriebsergebnis um bis zu 16 Prozent steigern, wenn sie umfassende KI-Maßnahmen umsetzen. Die Berechnung basiert auf einem zwei Szenarien — einem konservativem und einem optimistischen — die anhand eines eines typischen Top 50 Original Equipment Manufacturers (OEM) entworfen wurden: Das konservative Szenario geht davon aus, dass für OEMs eine Steigerung des Betriebsergebnisses von bis zu 232Mio.US$ möglich ist. Dies entspricht einem Plus von fünf Prozent gegenüber dem derzeitigen Niveau. Im optimistischen Szenario verdreifacht sich der Gewinn auf 764Mio.US$, was einen Anstieg von 16 Prozent bedeutet.

Alle Unternehmensbereiche profitieren

Laut Studie profitieren alle Unternehmensbereiche vom KI-Einsatz. Im Durchschnitt wurden in der Forschung und Entwicklung (F&E) Produktivitätssteigerungen von 16 Prozent erreicht sowie in den Bereichen Supply Chain und Produktion/Operations operative Effizienzsteigerungen von 15 bzw. 16 Prozent. Bei der Customer Experience führte die Anwendung von KI zu einer Reduzierung der direkten Kosten von 14 und 17 Prozent in der IT sowie zu einer Verkürzung der Markteinführungszeit um 15 Prozent in F&E und 13 Prozent in Marketing/Vertrieb.

Erfolgreiche KI-Unternehmen

Die Studie hat zudem analysiert, was Unternehmen, die KI unternehmensweit umsetzen, erfolgreicher macht als andere Unternehmen und daraus Empfehlungen abgeleitet. Demnach konzentrieren sich die sogenannten Scale Champions auf Anwendungsfälle mit hohem Nutzen über alle Funktionen hinweg (94 vs. 36 Prozent). Zudem investieren 86 Prozent von ihnen mehr als 200 Millionen Dollar pro Jahr in KI, bei den übrigen Unternehmen liegt der Anteil bei 20 Prozent. Die führenden Unternehmen würden sich zudem gezielter auf den Aufbau eines KI-Talentpools konzentrieren, so Capgemini – dies umfasst die Einstellung von KI-Experten (32 vs. 14 Prozent) ebenso wie die Weiterbildung und Umschulung ihrer Mitarbeiter (25 vs. 8 Prozent) sowie die Kooperation mit KI-Unternehmen (27 vs. 12 Prozent). Im Vergleich zu den anderen Unternehmen haben sie zudem häufiger einen klaren Governance-Rahmen geschaffen, um KI-Maßnahmen stärker zu priorisieren und zu fördern. Dazu zählen ein zentrales Organ zur Steuerung von KI-Investitionen und ein funktionsübergreifendes Expertenteam aus den Bereichen Technologie, Business und Operations. Schließlich liegen die Scale Champions auch in punkto Unternehmens-IT und beim Thema Datenmanagement weiter vorne als die übrigen Unternehmen.


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