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Keine Entwarnung

Zwei Jahre nach WannaCry

Mai 2017: Der Kryptotrojaner WannaCry verschafft sich weltweit Zugang zu Computern mit Microsoft-Windows-Betriebssystemen und verschlüsselt Dateien. Um wieder an die Daten zu kommen, sind Lösegeldzahlungen in der Kryptowährung Bitcoin fällig.

(Bild: ©drx/Fotolia.com)

Das gefährliche Potenzial von WannaCry: Seine unglaublich schnelle Fortpflanzungsfähigkeit. Innerhalb weniger Stunden befällt die Ransomware ganze Unternehmen über den gesamten Globus hinweg. Da immer wieder neue Bedrohungen mit ähnlichen Charakteristiken für Aufregung sorgen, kann es jederzeit wieder zu einem Angriff vergleichbaren Ausmaßes kommen. Allein im letzten Jahr wies Windows 32 Schwachstellen auf, die dem von WannaCry stark ähnelten. Berichte über tendenziell rückläufige Ransomware-Angriffe sind tückisch und können CTOs in falscher Sicherheit wiegen.

Einige Unternehmen, die das Thema Cybersecurity bisher nicht so ernst nahmen, mussten diese Lektion erst kürzlich auf die härteste Weise lernen. Die Ransomware ‚Sodinokibi‘, die eine Oracle Weblogic Zero-Day-Schwachstelle ausgenutzt hat, verursachte erst kürzlich teils erhebliche Schäden. Mit der Implementierung entsprechender Werkzeuge hätten diese angegriffenen Schwachstellen identifiziert und – noch wichtiger – priorisiert und letztlich eliminiert werden können. Am 14. Mai veröffentlichte Microsoft die als kritisch eingestufte Schwachstelle BlueKeep. Diese ist besonders gefährlich, weil sie keine Benutzerinteraktion erfordert. Das heißt, jeder anfällige Windows-Server der Versionen Windows 7, Windows Server 2008 R2, Windows XP und Windows Server 2003 ist gefährdet, sobald er mit dem Internet verbunden ist. Diese älteren Versionen von Windows sind vor allem in OT-Umgebungen noch weit verbreitet. Ein nicht authentifizierter Remote-Angreifer kann das Netzwerk hacken, indem er sich per RDP mit einem Windows Server verbindet und einen beliebigen Code auf diesem ausführt. Bisher wurde BlueKeep glücklicherweise weder automatisiert noch gezielt ausgenutzt. Das Gefährliche ist, dass über diese Schwachstelle ins OT-Netzwerk eingedrungen werden kann und sich die Schadsoftware dann sehr schnell in der gesamten Umgebung fortpflanzt.

Doch wie können sich Unternehmen schützen? Zunächst ist es essenziell, sich einen Gesamtüberblick über die komplette Infrastruktur zu verschaffen. Am besten gelingt dies in Form eines visualisierten Netzwerkmodells, in dem Schwachstellen quasi in Echtzeit identifiziert und im Kontext priorisiert werden. So können Maßnahmen in die Wege geleitet werden, um diese Schwachstellen abzuschwächen oder ganz zu beseitigen. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, Angriffe von außen und innen in diesem Modell simulieren zu können, sodass man eine mögliche Ausbreitung von Malware und die damit verknüpften Auswirkungen realistisch abschätzen kann. Nur auf der Basis eines Modells, das sowohl IT als auch OT und cloudbasierte Netzwerke beinhaltet, können Maßnahmen definiert werden, um die kritischsten Schwachstellen zu identifizieren, entsprechend ihres tatsächlichen Risikos im Kontext der Unternehmensinfrastruktur zu priorisieren und somit auch als erste zu beseitigen.


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