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Digital-Gipfel der Bundesregierung:

Plattformen knabbern an der Wertschöpfungskette

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat auf dem Digital-Gipfel im Juni über die Digitale Agenda der Regierung informiert. Neben dem offiziellen Schwerpunkt eHealth standen die Anstrengungen der Politik im Vordergrund, die Digitalisierung der Fertigung gerade im Mittelstand voranzubringen. Bundeskanzlerin Merkel und Bundesministerin Zypries warnten die hiesige Industrie davor, in Abhängigkeit zu den Betreibern internationaler Handelsplattformen zu geraten.

Bild: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Am 12. und 13. Juni 2017 hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie rund 1.100 Teilnehmer zum Digital-Gipfel 2017 eingeladen. Hochrangige Vertreter aus Politik, Forschung und Arbeitswelt sprachen in Ludwigshafen über den Einfluss digitaler Technik auf die Gesellschaft. Die bislang als Nationaler IT-Gipfel jährlich ausgerichtete Veranstaltung trug das Motto ‚Vernetzt besser leben‘ und soll als Teil der Digitalen Agenda der Bundesregierung Leitlinien für die Gestaltung des digitalen Wandels ausgeben. In den Mittelpunkt der Konferenz im Pfalzbau und weiteren Orten in der Metropolregion Rhein-Neckar rückte das BMWi diesmal die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Neben den Chancen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, kamen auch aktuelle Herausforderungen wie den Infrastrukturausbau, Datenschutz, die IT-Sicherheit und der Wandel in der Arbeitswelt zur Sprache. Über den Digitalisierungsstand der fertigenden Industrie informierten Vorträge etwa zur Chemie- und Automobilproduktion, zum autonomen Fahren und zur Investitionsgüterindustrie. Zudem stellte die Plattform Industrie 4.0 – eine Initiative der Bundesregierung – ein Papier mit zehn Handlungsempfehlungen für Produzenten vor.

Volle Auftragsbücher bremsem Innovationen aus

Bild: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Gerade der gegenwärtige Wirtschaftsaufschwung bremse die Verbreitung digitaler Technik aus, sagte Brigitte Zypries (Bild rechts), Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, in ihrer Eröffnungsrede: „Gefüllte Auftragsbücher sind die größte Gefahr für die Digitalisierung.“ Es bleibt vielerorts neben dem Tagesgeschäfts keine Zeit für IT-Projekte. Zypries betonte, der Bund wolle gerade Fertiger mit überschaubaren Ressourcen bei Digitalisierungsvorhaben unterstützen. Dafür soll die Zahl der Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren in Deutschland kurzfristig deutlich angehoben werden. Jedes Zentrum dient Unternehmen als lokale Anlaufstelle, um sich über Industrie 4.0-Themen zu informieren. Die Ministerien warnte in Ihrer Rede auch die Wirtschaft davor, in Sachen Plattform-Ökonomie den Anschluss an internationale IT-Konzerne zu verlieren. Die Plattform-Betreiber könnten sich zwischen Hersteller und ihre Kunden schieben und so erhebliche Marktmacht erlangen, sagte Zypries. Hier müsse ein rechtlicher Rahmen her, der Wettbewerb und Innovation fördere, sagte Zypries.

Nicht den Anschluss verlieren

Bild: Tedo Verlag GmbH

Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bild links) hob in ihrer Keynote hervor, dass die positiven Auswirkungen der digitalen Transformation die Nachteile und Risiken mehr als aufwiegen. Auch sie warnte in ihrer Rede Unternehmen davor, ihr digital-basiertes Geschäft aus den Augen zu verlieren. Sonst könnten etwa internationale Plattform-Betreiber mit ihren Geschäftsmodellen an den Wertschöpfungsketten der Produzenten „knabbern“. In Hinblick auf Big Data sagte Merkel: „Wenn wir von den Möglichkeiten der Digitalisierung in ihrer ganzen Breite Gebrauch machen wollen, dürfen wir nicht nur die bisher bekannten Wertschöpfungsketten digitalisieren, sondern müssen mit der Vielfalt an Daten auch neue Anwendungen und Produkte entwickeln.“


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