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Die Industrie digitalisiert weiter

Die deutsche Industrie setzt verstärkt auf digitale Technologien im Sinn von Industrie 4.0 und 3D-Druck, wie eine aktuelle Untersuchung von Bitkom Research und Autodesk ergeben hat. Die Ergebnisse der Befragung zeigen weiterhin einen engen Zusammenhang zwischen Agilität, Innovationsfähigkeit und dem Digitalisierungsgrad der befragten Unternehmen.

In der deutschen Industrie ist die Durchdringung mit digitalen Technologien bereits weit fortgeschritten. Drei von vier Unternehmen des produzierenden Gewerbes (75 Prozent) setzen Cloud Computing ein, 39 Prozent vernetzen ihre Fertigung mit Industrie 4.0-Anwendungen und 30 Prozent analysieren große Datenmengen mit moderner Software. Etwa jedes vierte Unternehmen verwendet 3D-Druck-Verfahren und jedes fünfte Robotik. Dagegen nutzen im Schnitt erst fünf Prozent Anwendungen mit künstlicher Intelligenz. Das hat eine repräsentative Umfrage von Bitkom Research im Auftrag des Software-Anbieters Autodesk ergeben, für die 505 Unternehmen des produ-zierenden Gewerbes ab 20 Mitarbeitern befragt wurden.

„Die Digitalisierung der Industrie hat Fahrt aufgenommen“, sagte Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, bei Vorstellung der Studienergebnisse. „Die Unternehmen nutzen digitale Technologien, um die Produktentwicklung zu beschleunigen, Fertigungsprozesse zu optimieren oder die Anpassungsfähigkeit ihrer Organisation zu erhöhen.“ So analysieren beispielsweise 19 Prozent der Unternehmen Maschinen- und Sensordaten, um einen Stillstand der Produktion zu vermeiden. Angetrieben werde die Entwicklung von großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Hier setzen beispielsweise 72 Prozent Big Data Analytics ein, 67 Prozent Industrie 4.0-Anwendungen und 23 Prozent künstliche Intelligenz. Zu einem Erfolgsfaktor in der Industrie hat sich die Anpassungsfähigkeit der Unternehmen entwickelt, die oft unter dem Stichwort Agilität diskutiert wird. Laut Umfrage halten fast zwei von drei Unternehmen (64 Prozent) die Agilität ihrer Organisation für wichtig. Und drei von vier Unternehmen (74 Prozent) sagen, dass eine hohe Agilität in der Produktentwicklung wichtig ist.

Agilität messen und bewerten

Bitkom Research hat im Auftrag von Autodesk einen Agilitätsindex entwickelt, der die Anpassungsfähigkeit der deutschen Industrie beschreibt. In den Index sind 13 Indikatoren aus den Kategorien Bedeutung/Strategie, Struktur, Prozesse, Führung und Unternehmenskultur eingeflossen. Mit 66 Punkten von maximal 100 erzielt die deutsche Industrie einen mittleren Indexwert. So geben 54 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihre Ablauforganisation für die Konstruktion und das Design von Produkten stark auf ihre Kunden ausgerichtet ist – ein wichtiges Merkmal agiler Strukturen. 52 Prozent setzen dabei auf cross-funktionale Teams, um frühzeitig unterschiedliche Kompetenzen einzubinden. Darüber hinaus arbeiten bereits 43 Prozent der Unternehmen überwiegend mit so genannten inkrementellen Methoden wie Scrum oder Kanban. Dagegen entwickelt ein Viertel (26 Prozent) noch hauptsächlich nach dem gängigen Wasserfallmodell und ein weiteres Viertel nutzt beide Methoden gleich stark.

Ohne CAD-Programm geht es kaum

„Zentrale Bedeutung haben im produzierenden Gewerbe spezielle Software-Lösungen, mit denen Unternehmen Produkte entwickeln und Fertigungsprozesse steuern können“, sagt Karl Osti, Industry Manager bei Autodesk Deutschland. Der Umfrage nach nutzen 92 Prozent der Unternehmen Software für Computer Aided Design (CAD), um Produkte zu konstruieren. 60 Prozent der Unternehmen setzen Computer Aided Planning (CAP) für die Produktionsplanung ein. Anwendungen für Computer Aided Manufacturing (CAM) verwenden 52 Prozent. CAM-Systeme unterstützen den Fertigungsprozess, indem sie Konstruktionsdaten maschinengerecht umsetzen. Software für das Product Lifecylce Management (PLM) nutzen 41 Prozent der Unternehmen. PLM-Systeme ermöglichen es, Daten während des Lebenszyklus eines Produktes zu sammeln und auszuwerten. Jedes dritte Unternehmen nutzt ERP-Software (Enterprise Ressource Planning), mit der sie betriebliche Ressourcen wie Personal, Material, Transport- und Lagerkapazitäten sowie die erforderlichen Finanzmittel planen können.

 


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