Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

BSI warnt Unternehmen

Citrix-Schwachstelle unbedingt schließen!

Nutzer von Citrix-Systemen sollten unbedingt die aktuell bekannt gewordene Sicherheitslücke per Workaround schließen. Das meldet das BSI erneut, nachdem sich die Zahl der bekannt gewordenen Cyberangriffe über diese Schwachstelle häufen.

(Bild: ©Andrei Adobestock.com)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat gemeldet, dass zahlreiche erfolgreiche Angriffe auf Citrix-Systeme erfolgt sind. Das Bundesamt ruft Anwender dringend auf, die vom Hersteller Citrix bereitgestellten Workaround-Maßnahmen zum Schließen des Angriffsvektors umgehend auszuführen und nicht auf die Sicherheitsupdates zu warten. Anwender, die die Workaround-Maßnahmen bislang nicht umgesetzt haben, sollten zudem ihre direkt mit dem Internet verbundenen Citrix-Systeme auf eine wahrscheinliche Kompromittierung prüfen. Angaben des Herstellers zufolge sollen Sicherheitsupdates je nach Versionszweig der betroffenen Produkte erst Ende Januar 2020 verfügbar sein. Diese sollten dann schnellstmöglich eingespielt werden.

Internen Zugriff aus dem Web möglich

Der US-Softwarehersteller Citrix hat am 17. Dezember 2019 über eine Schwachstelle (CVE-2019-19781) in den Produkten Citrix Gateway und Citrix Application Delivery Controller (ADC), am 16. Januar 2020 auch in der Citrix SD-WAN Wanop Appliance informiert. Die Produkte kommen für den Fernzugriff auf organisationsinterne Anwendungen mit einem Web-Frontend bzw. zur Standortkopplung zum Einsatz. Die Schwachstelle ermöglicht es einem Angreifer, mithilfe von präparierten HTTP-/HTTPS-Anfragen aus den öffentlich zugänglichen Verzeichnissen der Webanwendung auszubrechen und auf interne Verzeichnisse zuzugreifen. Dies kann in der Folge dazu führen, dass der Angreifer Konfigurationsdateien ausliest, Dateien ablegt oder manipuliert oder eigenen Code ausführt.

Noch 1.500 Systeme verwundbar

„In den vergangenen Tagen haben wir knapp 5.000 aus dem Internet erreichbare, verwundbare Citrix-Systeme an deutsche Netzbetreiber gemeldet. Derzeit sind davon immer noch rund 1.500 für Angreifer verwundbar. Leider reagieren die betroffenen Unternehmen oft nur langsam, Workarounds und Patches werden häufig nicht schnell genug umgesetzt. Wenn wir allein an WannaCry denken, so entstanden hier Schäden in Milliardenhöhe. Ich kann nur mit Nachdruck an die Wirtschaft appellieren, solche Warnungen nicht auf die lange Bank zu schieben. Wer Digitales nutzt, um Wert zu schaffen, muss seine Informationssicherheit hochhalten“, erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Exploits öffentlich zugänglich

Bereits seit 7. Januar 2020 informiert das BSI deutsche Netzbetreiber über verwundbare Citrix-Systeme. Auch die Bundesverwaltung, Betreiber Kritischer Infrastrukturen und andere IT-Nutzergruppen wurden vom BSI informiert, insbesondere nach dem seit 10. Januar 2020 verstärkt Exploit-Code zur Ausnutzung der Schwachstelle veröffentlicht wurde.

Mit Veröffentlichung der Schwachstellenmeldung hat die Firma Citrix Workaround-Maßnahmen zur Filterung präparierter HTTP-/HTTPS-Anfragen empfohlen. Um die Wirksamkeit des Workarounds sicherzustellen, sollte zumindest in dem Citrix ADC Release 12.1 eine Build-Version mindestens ab 51.16/51.19 und 50.31 zum Einsatz kommen, da der Workaround ansonsten nicht greift.

 

Weitere Informationen zur Schwachstelle und Workaround stehen im Internet zur Verfügung:

Vulnerability in Citrix Application Delivery Controller and Citrix Gateway: https://support.citrix.com/article/CTX267027

Mitigation steps for CVE-2019-19781: https://support.citrix.com/article/CTX267679

Checklist for Citrix ADC CVE-2019-19781: http://deyda.net/index.php/en/2020/01/15/checklist-for-citrix-adc-cve-2019-19781


Das könnte Sie auch interessieren:

Fast 80 Prozent der Maschinenbauer sehen die Notwendigkeit, bei digitalen Geschäftsmodellen zu kooperieren. Das hat der VDMA in einer Befragung mit McKinsey ermittelt. Auf großes Wachtumspotenzial deutet dabei hin, dass erst 0,7 Prozent der Umsätze in Europa mit digitalen Plattformen und Services erzielt werden.‣ weiterlesen

Verschlüsselungssoftware spielt auf dem Weg zu mehr Datenschutz eine wichtige Rolle, doch können Computersysteme auch auf physikalischem Wege angegriffen werden. Durch das Abfangen von Stromschwankungen oder das Auslösen von Fehlern durch elektromagnetische Impulse werden Geräte wie Smartphones und Schlüsselkarten angreifbar.‣ weiterlesen

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA haben in Zusammenarbeit mit der Isoloc Schwingungstechnik GmbH eine Sensormatte für Steharbeitsplätze entwickelt. Sie erfasst die Fußposition eines Mitarbeiters und erkennt Gewichtsverlagerungen.‣ weiterlesen

Die Technologieinitiative SmartFactory KL feiert ihr 15-jähriges Bestehen. Heute beteiligen sich mehr als 50 Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen an der Initiative.‣ weiterlesen

ERP-Lösungen spielen eine zentrale Rolle in den Unternehmen und das tun sie gut. So die Erfahrungen von 2.089 Anwenderunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum, die im Zuge der aktuellen Studie ‘ERP in der Praxis‘ durch die Analysten der Trovarit mittlerweile zum 10. Mal befragt wurden. Die Studie weist Zufriedenheitsbewertungen von mehr als 40 ERP-Lösungen aus.‣ weiterlesen

Die Anforderungen an die Produktionsplanung von Fertigungsbetrieben steigen stetig. Jetzt hat MPDV, Hersteller von Fertigungs-IT, eine Feinplanungslösung für das eigene MIP-Ökosystem vorgestellt. Die APS-Software baut auf langjährigen Erfahrungen mit der bewährten MES-Lösung Hydra auf und kann von einfachen Arbeitsgängen bis hin zu komplexen Fertigungsaufträgen planen und optimieren. Im Interview erläutern Thorsten Strebel, Vice President Products, und Jürgen Petzel, Vice President Sales, warum der Softwarehersteller gerade jetzt mit einer APS-Lösung an den Markt geht - und was Fedra zu bieten hat.‣ weiterlesen

Wird weniger Energie verbraucht, sinken Betriebskosten ohne Produktivitätsverlust. Gerade im Verteilzentrum könnte viel Sparpotenzial brach liegen. Denn dort haben technische Fortschritte die Leistung, aber auch den Energiebedarf, in die Höhe getrieben. Daher sind zuletzt viele Materialflusshersteller an ihre Reißbretter zurückgekehrt, um energiesparende Varianten ihrer Fahrzeuge, Kräne und Managementsysteme herzustellen.‣ weiterlesen

Hat das ERP-System einmal den Anschluss verpasst, muss nicht immer gleich etwas Neues her. Sasse Elektronik gelang mit seinem IT-Partner Cosmo Consult das Re-Engineering der Business-Anwendung. Der Lohn bestand in deutlich kürzeren Prozessen bei erheblich weniger Papier im Büro.‣ weiterlesen

Insbesondere Unternehmen der Fahrzeugbau- und Elektroindustrie besitzen großes Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs in ihrer Produktion. Daher haben die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) und Limtronik als Mitglieder des SEF Smart Electronic Factory e.V. einen Use-Case entwickelt, in dem Wartungsintervalle eines energieintensiven Reflow-Ofen sensorgestützt optimiert werden.‣ weiterlesen

Edge Computing ist für die industrielle IT grundsätzlich nichts Neues. Seit Jahrzehnten werden Geräte und Monitore in der Produktion weit entfernt von zentralen Rechenzentren betrieben. Das aktuelle Revival des Begriffes ist auch technologischen Innovationen geschuldet, die Latenzen auf wenige Millisekunden senken.‣ weiterlesen

Auch durch Bewegungen wie Fridays for Future und extreme Wetterphänomene befassen sich Unternehmen intensiver mit dem ökologischen Wandel. Doch während Energieeffizienzprojekte bereits häufig betrieben werden, stehen die Möglichkeiten zum Materialsparen eher selten im Fokus. Dieser Artikel liefert Impulse entlang der Wertschöpfungskette, Ressourcen erst gar nicht zu verbrauchen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige