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Low-Code-Plattformen für das Internet der Dinge

Wenig programmieren, viel Software

 Die Anatomie von IoT-Lösungen. (Bild: Mendix)

Die Anatomie von IoT-Lösungen. (Bild: Mendix)

Praxisbeispiel Kühlkette

Mittels Low-Code können Unternehmen IoT-fähige Anwendungen passgenau für ihre Branche zuschneiden. Das hat zum Beispiel AntTail getan, ein niederländisches Unternehmen, das Produkte und Dienstleistungen rund um pharmazeutische Kühlketten anbietet. AntTail nutzt das IoT, um die kontinuierliche Kühlung von Medikamenten zu überwachen. Um sicherzustellen, dass diese während der Lagerung und Lieferung stets die richtige Temperatur haben, wurden die Verpackungen der Medikamente mit Sensoren bestückt, die kontinuierlich Daten sammeln. Diese Sensoren sind mit einem zentralen Router verbunden, der sich im Lager oder im LKW befindet. Die dazu erstellte App basiert auf der Mendix-Plattform. Sie ruft die Daten von der AWS-Cloud ab, interpretiert diese und fügt ihnen Kontext hinzu, um den Nutzern mehrstufige, umsetzbare Erkenntnisse zu liefern. Beispielsweise wird ein Alarm an die App gesendet, sobald ein Sensor eine Temperatur außerhalb des vorgeschriebenen Bereichs misst. Mit der Anwendung kann AntTail mit einer 55-prozentigen Wahrscheinlichkeit bestimmen, an welcher Stelle der Lieferkette ein bestimmtes Medikament einer zu hohen oder zu niedrigen Temperatur ausgesetzt war, sodass die Schwachstelle direkt ausgebessert und die Verantwortlichen informiert werden können.

Praxisbeispiel Aufzugsservice

Eine weitere IoT-Anwendung hat Liftinzicht, ein niederländischer Softwaredienstleister für die Aufzugsbranche, umgesetzt. Das Unternehmen erkannte die Problematik der papierbasierten Hauptbücher, die für jeden einzelnen Aufzug geführt werden mussten und in denen alle Aktivitäten wie Wartung, Inspektionen und Nutzung manuell erfasst wurden. Problematisch sind diese Bücher, da sie oft unleserlich sind und an Orten aufbewahrt werden, an denen sie für Aufzugsmanager schwer zugänglich sind. Liftinzicht hat daher eine IoT-Lösung entwickelt, die diesen manuellen Dokumentationsprozess in eine digitale Managementplattform umwandelte, in der die Daten eingegeben und auf alle durchgeführten Wartungsaktivitäten zugegriffen werden kann. Das Unternehmen konnte die IoT-App namens Liftmanager in nur drei Wochen mit einem Entwickler und einem Mitarbeiter aus der Fachabteilung erstellen. Dafür wurden die Aufzüge zunächst mit Sensoren versehen, um die Nutzung in Echtzeit zu messen. Nun kann mit der App vorhergesagt werden, wann eine Wartung erforderlich ist. Basierend auf den gesammelten Daten hat Liftinzicht außerdem herausgefunden, dass die Aufzüge weniger oft gewartet werden müssen als bisher. Durch den Einsatz von Sensoren, App und Managementplattform konnte die Leistung der Aufzüge aufrechterhalten, Ausfälle reduziert und die Wartungskosten um 30 Prozent pro Jahr gesenkt werden. Außerdem kann nun durch die Auswertung der Daten der Zeitpunkt für die Wartung errechnet werden, an dem die wenigsten Unannehmlichkeiten für die Nutzer entstehen. Zusätzlich hat sich die Umweltbilanz der Aufzüge verbessert, da die Ersatzteile nun näher an der Verschleißgrenze ausgetauscht werden.

Schneller als der Markt

Die Beispiele zeigen, wie sich schon mit vergleichsweise einfachen IoT-Anwendungen Geschäftsmodelle aufbauen oder ergänzen lassen. Und an Ideen für innovative Produkte und Dienstleistungen mangelt es in Unternehmen meistens nicht. Low-Code-Plattformen können dazu beitragen, diese pfiffigen Ideen auch praktisch umzusetzen – am besten schneller als die Wettbewerber.


Nick Ford ist Chief Technologiy Evangelist bei Mendix.


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