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IoT-Lösungen ohne Vendor Lock-in

Was heißt Offenheit im IoT?

Viele Unternehmen setzen auf offene IoT-Plattformen, um freie Bahn bei der Wahl der Cloudinfrastrukturen, der unterstützten Standards und Hardware zu haben. Doch ab wann eine IoT-Plattform als offen gelten kann, ist in keinem Standard geregelt.

Die offene IoT-Plattform (Bild: Record Evolution GmbH)

Die offene IoT-Plattform (Bild: Record Evolution GmbH)

Eine IoT-Plattform ist die Middleware und die Infrastruktur, die es den Endbenutzern ermöglicht, mit vernetzten Dingen zu interagieren. Sie fungiert als Software-Brücke zwischen den Hardware- und Anwendungsschichten eines IoT-Ökosystems. Die IoT-Plattform orchestriert die Bewegung von Daten zwischen Geräten und Anwendungen und bietet Funktionen auf Anwendungsebene für die Interaktion zwischen Menschen und IoT-Systemen. IoT-Plattformen erleichtern die Kommunikation, den Datenfluss, die Geräteverwaltung sowie die Anpassung von Systemen und Diensten. Im Wesentlichen hat eine IoT-Plattform den Zweck, das volle Potenzial einer IoT-Infrastruktur zu entfalten.

Die offene IoT-Plattform

Heute umfasst das IoT vertikal integrierte Systeme, die oft geschlossen und fragmentiert sind. Benutzer müssen durch verschiedene Marken und Anbieter über die gesamte Wertschöpfungskette navigieren und verstehen, welche Geräte mit ihren Plattformen kompatibel sind. Viele kommerzielle oder proprietäre IoT-Plattformen fördern den Vendor-Lock-In. Da sich die IoT-Landschaft ständig verändert, gelingt es den Anbietern von IoT-Plattformen oft nicht, neue Protokolle, Tools und Datenformate zeitnah in ihrem Angebot aufzunehmen. Offenheit ist vor diesem Hintergrund einer der aufkommenden Trends im IoT. Die offene IoT-Plattform ist zum Synonym für Unabhängigkeit und ein besseres Ökosystem geworden. Als Vorteile winken Transparenz, Komfort und schnelle Entwicklung, was zu Kosteneinsparungen führt. Aber was bedeutet es für eine IoT-Plattform, offen zu sein? Offenheit drückt sich in unterschiedlichen Formen aus, etwa Open-Source, offener Zugang, offenen Standards, offenen APIs, Open Data Control. Darüber hinaus haben die sozialen Anforderungen an IoT-Plattformen – sofort einsetzbar zu sein, kollaborative Funktionen anzubieten und eine aktive Nutzergemeinschaft zu haben – an Bedeutung gewonnen. Sie sind zu einem weiteren Kriterium für eine offene Plattform geworden. Was die einzelnen Kriterien bedeuten:

Open Source

Die Open-Source-Initiative (OSI) gibt eine klare Definition und Anforderungen für Open Source vor. Der Hauptgrund ist die freie Weitergabe vom Source Code. Jede Entwicklerin und jeder Entwickler kann den Code ansehen, modifizieren und verbessern. Im Bezug auf IoT-Plattformen ist hier vor allem wesentlich, dass Nutzerinnen und Nutzer innerhalb der Plattform Open-Source einsetzten, erstellen und anderen Nutzern anbieten können.

Offener Zugang

Bei IoT-Projekten kommt es nicht selten zu teamübergreifenden Arbeitsprozessen innerhalb einer Organisation. Eine offene IoT-Plattform muss daher auch einen offenen Ansatz zum Verwalten von Zugriffen auf Profile, Geräte und Daten verfolgen. Nutzer sollen die Möglichkeit haben, dezentral Projekt-Umgebungen innerhalb der Plattform zu erstellen und mit anderen zu teilen.

Offene Standards

Wo Gerätekompatibilität ein Anliegen ist, sollten Anwender offene Standards in Betracht ziehen. Offene Standards bieten Unterstützung für heterogene Geräte und ermöglichen meist eine bessere Interoperabilität. Sie fördern Flexibilität, Transparenz und Benutzerfreundlichkeit. Aufgrund der Vielzahl von offenen und nicht offenen Standards und deren kontinuierlicher Weiterentwicklung, sollte eine offene IoT-Plattform den Nutzern die Möglichkeit bieten, beliebige Standards einzusetzen.

Offene Schnittstellen

Hierbei handelt es sich um öffentlich zugängliche ­Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces), die Entwicklern den Zugang zu einer Softwareanwendung oder zu einem Webdienst ermöglichen. Offene APIs werden typischerweise von Dritt­entwicklern genutzt, um Funktionen einer Plattform aus den dritten Anwendungen heraus integrieren und steuern zu können. Eine offene IoT-Plattform sollte ihre API offen dokumentieren und idealerweise auch außerhalb der Plattform zur Verwendung bereitstellen.

Open Data Control

Eine offene Plattform ermöglicht Nutzerinnen und Nutzer die Wahl, mit welchen Mitteln die Daten verarbeitet, und wo die Daten gespeichert werden sollen. Das spielt gerade im IoT-Kontext eine Rolle, da der Einsatz von IoT-Plattformen fast immer mit der Verwaltung großer Datenmengen verknüpft ist. Ob die Daten im Sinne von öffentlicher Daten für jeden frei verfügbar sein sollen, muss allein im Ermessen des Nutzers liegen.

Integration in die Systemlandschaft

Systemintegratoren befassen sich mit komplexen IoT-Angeboten, die Elemente über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg umfassen, wie z.B. Sensoren, IoT-Geräte, Konnektivität, Plattformlösungen und Endbenutzer-Anwendungen. In diesem Sinne haben Systemintegratoren eine einzigartige Rolle in der Welt des IoT, da sie verschiedene Elemente der Wertschöpfungskette zusammen mit bestehenden Systemlandschaften integrieren, um End-to-End-IoT-Lösungen zu liefern. Eine offene IoT Plattform soll es Systemintegratoren leicht machen, Geräte und Sensoren in die Plattform zu integrieren und verschiedene Konnektivitätslösungen in der Plattform zu realisieren. Gleichzeitig muss der Anschluss an die bestehende Systemlandschaft in der Organisation sichergestellt sein.

 


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