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IoT-Mehrwegbehälter für Produktion und Logistik

Vernetzter Materialfluss

IoT-Mehrwegbehälter für Produktion und Logistik

Recalo aus Laatzen ist auf Dienstleistungen im Bereich Asset- und Ladungsträger-Management spezialisiert. Vor allem beim Pooling von Mehrwegladungsträgern richtet sich der Anbieter mit einem sehr individualisierbaren Angebot an Fertigungsunternehmen.

 (Bild: Schreiner Group GmbH & Co. KG) [1]

(Bild: Schreiner Group GmbH & Co. KG)

Mehrwegbehälter für das industrielle Umfeld müssen einerseits robust sein, andererseits die Integration in hochkomplexe Prozesse unterstützen. Da es auf dem Markt in der jungen Vergangenheit quasi nur Mehrwegladungsträger gab, die technologisch betagt waren und viele Eigenschaften vermissen ließen, entwickelte die Firma Recalo gemeinsam mit einem der größten Hersteller von Kunststoff-Mehrwegverpackungen einen eigenen wiederverwendbaren Ladungsträger. Ziel war von Anfang an, einen leicht handzuhabenden Träger zu schaffen, der gleichsam hervorragende logistische und hygienische Eigenschaften mitbringen. Das Ergebnis bietet der Industriedienstleister seit einem Jahr an.

Von Barcode zu RFID

Mit einer eindeutigen, sicheren und dauerhaften Kennzeichnung ist sichergestellt, dass jeder dieser Behälter zuverlässig erfasst werden kann. Die Datenträger auf dem Behälter beinhalten einen standardisierten Longrange UHF RFID-Chip, einen aufgedruckten Barcode sowie eine aufgedruckte Klarschrift der Basisnummer, so dass der gleiche Inhalt mit unterschiedlichen Erfassungsgeräten sowohl optisch, mit konventionellen Barcode-Lesegeräten, als auch mit RFID-Technologie erfasst werden kann. Das Etikett ist sehr robust und auch wasch- und witterungsbeständig. Der Einsatz von RFID-Datenträgern ermöglicht die schnelle, automatische Pulkerfassung im Wareneingang und -ausgang, die Leergutverwaltung in Echtzeit, das schnellere Erfassen in definierten Bereichen innerhalb des Lagers, sowie die Lesbarkeit ohne Sichtkontakt. Außerdem ist die Akzeptanz der industriellen Anwender bezüglich RFID-basierten Behältern sehr hoch. Es besteht ein großes Interesse an der Umsetzung eines RFID-Systems, obwohl in der Praxis einfache Barcode-Systeme noch überwiegen.

Plattform für Ladungsträger

Das Dienstleistungskonzept von Recalo rund um die Mehrwegbehälterlogistik in in Module gegliedert. Über die Qualität des Mehrwegladungsträgers hinaus ist es dem Dienstleister wichtig, alle den Anwender betreffenden Prozesse möglichst einfach zu gestalten. Von der Bestellung bis zur einfachen Abrechnung müssen alle Zwischenschritte transparent dargestellt und korrekt abgerechnet werden. Dafür sorgt bei Recalo die eigene Plattform für Asset- und Ladungsträger-Management. Diese Plattform ermöglicht Individualisierungen und ist Grundlage aller Planungen.

Vernetzter Materialfluss

IoT-Mehrwegbehälter für Produktion und Logistik

Stapel- und ... (Bild: Schreiner Group GmbH & Co. KG) [2]

Stapel- und … (Bild: Schreiner Group GmbH & Co. KG)

IoT-basierte Businessmodelle

Damit die Asset- und Ladungsträger auf der Plattform erfasst werden, überführt RFID-Technologie die Objekte in ein Internet of Things. IoT heißt in diesem Fall, dass jedem Objekt eine eigene Internetadresse zugeordnet werden kann. Die RFID-Technologie ermöglicht es, Materialien nicht nur mit einer eigenen Nummer zu versehen, sondern auch mit einem Chipspeicher zu kombinieren. So kann eine Basis für neue Businessmodelle geschaffen werden. Technologiepartner rund um RFID-Technik ist die Firma Schreiner PrinTrust. Durch RFID-Datenträger an jedem Behälter bekommt der Behälter eine eindeutige ID, die jederzeit weltweit erfasst und in Echtzeit kommuniziert werden kann. Diese ID ist wie eine eigene Webadresse jedes Behälters und entspricht damit dem Ansatz einer IoT-basierten Information.

... individualisierbare Mehrwegbehälter mit IoT-Funktionalität (Bild: Schreiner Group GmbH & Co. KG) [3]

… individualisierbare Mehrwegbehälter mit IoT-Funktionalität (Bild: Schreiner Group GmbH & Co. KG)

Darüber hinaus will Recalo zukünftig seine Mehrwegladungsträger mit Sensorik ausstatten. Informationen wie Standort, Temperatur, Schock oder Feuchtigkeit während des Transports und im Lager sind Informationen, an denen die Anwender interessiert sein und die daher in neue Serviceangebote münden könnten. Auch hier arbeitet die Schreiner Group an Lösungen, um RFID- und Sensorik-Eigenschaften zu kombinieren. Dazu werden klassische RFID-Label mit einem sensorikfähigen Chip bestückt und mit der jeweiligen gewünschten Sensorikfläche kombiniert. So hat die Schreiner Group bereits RFID-Label entwickelt, die Nässe, Temperatur oder eine nicht gewünschte Öffnung erfassen. Durch die RFID-Option kann diese Information auch über unterschiedliche Entfernungen kommuniziert werden. RFID-Labellösungen, die Schock oder Sturz sicher dokumentieren, sind die nächste Stufe dieser Entwicklung und werden weitere Prozesse im Bereich der Mehrweglogistik begleiten.

 

Direkte Kommunikation vor Ort

Wegen des im Label zur Verfügung stehenden RFID-Chipspeichers, der passend beschrieben und gelöscht werden kann, ist der Behälter in einer IoT-basierten Logistik an jedem Punkt, an dem er erfasst werden soll, in der Lage, individuelle Daten an ein IoT-vernetztes Gerät zu kommunizieren. So kann im Chip auf dem Behälter hinterlegt werden, ob dieser Behälter etwa ein Eilauftrag ist, oder welche Bauteile er enthält. Diese Daten können in einer automatisierten Fabrik von jeder Fertigungszelle oder RFID-fähigen Förderweiche am Förderband automatisch erkannt und nach dem dazu vorgegebenen Schema abgearbeitet werden. Die RFID-bestückte Maschine erkennt und verarbeitet die erfassten Informationen aus dem Behälter und bearbeitet das Bauteil nach der dazu hinterlegten Vorgabe. Dies ermöglicht eine flexible Nutzung der Behälter und kann die Steuerung auch ohne den Austausch von Daten mit einem zentralen Netzwerk ermöglichen. So lassen sich Zulieferer oder Logistikdienstleister in Industrie 4.0-Applikationen integrieren.