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Vendor Lock-in und Co.

Augen auf bei der Partnerwahl

Der Anlagen- und Maschinenbau hat das Internet of Things ins Zentrum seiner branchenweiten digitalen Transformation gerückt. Firmen auf Partnersuche sollten jedoch beachten, dass sich die Herausforderungen von KMU und großen Unternehmen deutlich unterscheiden – und dies bei der Lösungswahl berücksichtigen.

 (Bild: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com)

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Der Mittelstand steht vor der Herausforderung, seine Kernkompetenzen zu bewahren und gleichzeitig neue Wege zu gehen, um in einer sich schnell ändernden Welt zu bestehen. Die Notwendigkeit, interne Prozesse zu digitalisieren und Produkte durch digitale Zusatzservices attraktiver zu machen, ist beinahe allgegenwärtig. Das Industrial Internet of Things (IIoT) spielt dabei eine große Rolle. Laut einer Befragung von der Marktforscher von IDC aus 2019 unter 258 deutschen IT- und Fachentscheidern, haben knapp 28 Prozent der Unternehmen aus Industrie und industrienahen Branchen bereits erste IoT-Projekte umgesetzt und 47 Prozent prüfen die Umsetzung neuer IoT-Projekte. Als Hindernisse zeigen sich in der Studie, neben Sicherheitsbedenken, die komplexe Implementierung entsprechender Projekte. Für 30 Prozent der Befragten ist das Monitoring sowie das Management der IoT-Lösung ein Problem. Diese Situation wird durch den Fachkräftemangel noch intensiviert. Mehr als die Hälfte der Befragten gaben an, dass sie bereits durch das Fehlen von entsprechend ausgebildeten Fachkräften bei IoT-Projekten Verzögerungen und Ausfälle verzeichnet haben.

Nicht abhängig machen

Gerade aufgrund oft fehlenden internen Wissens dürfte für die meisten Mittelständler eine ‚Buy-and-Create‘-Strategie sinnvoll sein. Statt eine Lösung selbst zu entwickeln, wird dabei die benötigte Software und Infrastruktur eingekauft und im Anschluss an die eigenen Anforderungen, oder die der Kunden, angepasst. Von einer solchen Whitelabel-Lösung versprechen sich Maschinen- und Anlagenbauer die oben beschriebenen Vorteile mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit. Auf der Suche nach dem entsprechenden Software-Provider werden Unternehmen jedoch mit einer großen Bandbreite an Architekturen, Konfigurationen und Tools konfrontiert. Das kann dazu führen, dass sich Entscheider an Systemintegratoren wenden, die ein Komplettpaket anbieten, das alle Aufgaben abzudecken verspricht. In der Praxis stellt sich dann jedoch oft heraus, dass lediglich die Basisarchitektur zur Verfügung gestellt wird. Diese zieht eine Bindung an bestimmte Cloud-Infrastrukturen des entsprechenden Anbieters nach sich und ist in der Regel auf große Unternehmen zugeschnitten, die im Umgang mit Serviceverträgen sehr erfahren sind. Für mittelständische Firmen, die flexibel auf Marktveränderungen und Kundenwünsche reagieren müssen, kann ein ‚Vendor Lock-in‘, also die Abhängigkeit von einem Anbieter, sogar existenziell bedrohliche Folgen haben.

Reibungsloser Wechsel

Somit sollte bei Bedarf ein reibungsloser Wechsel des Service-Providers bzw. die Migration in eine neue Infrastruktur sichergestellt werden. Häufiger sind indes Anpassungen und Erweiterungen des Systems notwendig. Beispielsweise müssen regelmäßig Lösungen von Drittanbietern, etwa ERP- und CRM-Systeme sowie Werkzeuge etwa für Monitoring und Analyse angebunden werden. Außerdem sollten eine Vielzahl von Schnittstellen und Protokollen unterstützt werden. Fehlt branchenspezifische Interoperationalität, könnte die Lösung in der Praxis nur bedingt einsetzbar sein und durch mangelnde Flexibilität reizlos.

Möglichst flexibel

Diese Flexibilität sollte sich nicht nur auf die Konnektivität der Plattform beschränken. Auch Prozesse innerhalb der Plattform sollten möglichst flexibel gestaltet sein – insbesondere bei der Verwaltung der Daten eines IoT-Netzwerks. Diese liefern erst einen Mehrwert, wenn sie aggregiert, geordnet und entsprechend verarbeitet werden. Viele Anbieter setzen dafür auf cloudbasierte Lösungen. Das kann jedoch bei der Menge an zu verarbeitenden Daten schnell teuer werden, zumal nicht alle Daten in die Cloud gehören. Oft ist es sinnvoller, Daten nah am Entstehungsort zu sammeln und zu verarbeiten. Mit der zunehmenden Performance von Micro-Controllern wird Edge-Computing deshalb in Zukunft deutlich interessanter. Damit die Technologie zum Einsatz kommen kann, muss die IoT-Lösung allerdings entsprechendes Data-Routing unterstützen, also die gezielte Steuerung von Datenströmen zwischen der Edge-Hardware und der Cloud.

Nicht nur Out-of-the-Box

Bei allem Potenzial von IoT-Lösungen spielt die Wirtschaftlichkeit der gewählten Lösung eine entscheidende Rolle. Das gilt nicht nur für die Kosten der Implementierung, sondern auch für Folgekosten. Vor allem die Verwaltung, aber auch die Anpassung und regelmäßige Aktualisierung der Plattform bindet die IT-Abteilungen zusätzlich ein. Was für große Unternehmen kein Problem darstellt, ist dem Mittelstand oft unmöglich. Geeignete IoT-Plattformen sollten daher so konzipiert sein, dass sie auch ohne massives IT-Investment unterhalten werden können. Mittlerweile gibt es dafür erste Lösungen, die auf Low-Code und Plug&Play setzen. Mittels grafischer Oberflächen sowie Drag&Drop lassen sich etwa eigene Dashboards und Apps erstellen, ohne auf Programmierkenntnisse angewiesen zu sein.


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