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Predictive Process Control

Autos als rollende Datencenter

Das Auto wird zunehmend zum rollenden Datencenter. Wollen die klassischen Automobilhersteller mit den neuen aufstrebenden Playern mithalten, müssen sie schnell handlungs-, wandlungs- und innovationsfähig sein. Große Bedeutung fällt dabei der automatisierten Vorhersage und Steuerung in den Fertigungs- und Logistikprozessketten zu.

Bild: BMW Group

Bild: BMW Group

Die deutsche Automobilindustrie zeigt sich immer wieder als Impuls- und Taktgeber für viele weitere produzierende Segmente. Die Industrie 4.0 bringt nicht nur die digitale Produktion, sondern völlig neue digitale Geschäftsmodelle. Besonders in der Automotive-Branche stehen tiefgreifende Umwälzungen an. Neue, eigentlich branchenfremde, Player wie Tesla, Apple oder Google treten in den Markt, entwickeln eigene Fahrzeuge und machen den klassischen Automobilherstellern Konkurrenz. Nicht mehr die Komplexität von Verbrennungsmotor und Getriebe ist gefragt, sondern das Knowhow hinsichtlich elektronischem Antrieb, Vernetzung im Fahrzeug und autonomem Fahren. Durch digitale Services, auch während der Fahrt, tritt auch das klassische Service-Geschäftsmodell in den Hintergrund: Over-the-Air-Updates versorgen den Kunden beispielswesie automatisch mit neuen Software-Versionen, die zur Verbesserung der Performance des Fahrzeuges beitragen und neue Funktionalitäten bieten. Somit könnten mittelfristig regelmäßige Werkstattbesuche entfallen. Zugleich geht ein nicht unerheblicher Teil des einträglichen Ersatzteilgeschäfts verloren.

Immer online

Neue Fahrzeuge werden zukünftig standardmäßig permanent online sein, wodurch neue Möglichkeiten entstehen: Das Fahrzeug wird zum mobilen Büro und zur Entertainment-Zone. Etablierte Automobilunternehmen müssen bereits jetzt mit den Tech-Riesen kooperieren und so notgedrungen ihre künftigen Mitbewerber in den angestammten Markt einführen.

Investitionen in autonomes Fahren

Große Technologiekonzerne haben zudem das Potenzial erkannt, dass im autonomen Fahren liegt. Google, Amazon oder IBM arbeiten massiv daran, die jüngsten Durchbrüche in der KI-Forschung in alltägliche Anwendungen zu überführen. Sensorik, Aktorik und Bildverarbeitung übernehmen im autonomen Fahrzeug die Aufgabe der Sinne – ihre Bedeutung wächst. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das autonome Fahren in Deutschland Realität wird. Dies stellt die Automobilhersteller vor große Herausforderungen und es werden bereits Milliarden in die Entwicklung investiert.

Produktkonzepte umsetzen

All diese Einflussfaktoren führen dazu, dass der Markt für neue Player attraktiver wird und die Eintrittsbarrieren für innovationsstarke Anbieter sinken. Es mangelt nicht an innovativen Produktkonzepten – ein Schlüsselfaktor wird es daher die Fähigkeit sein, diese Produkte schnell und effizient in hoher Qualität und Stückzahl zu produzieren. Etablierte Hersteller müssen sich also mit der Zukunft der Produktion intensiv beschäftigen: Soll die Fahrzeugproduktion auch weiterhin Kerngeschäft sein, muss konsequent und zeitnah in die digitale Transformation der bestehenden Werke investiert werden. Auch bisherige Zulieferer verfügen über das Potenzial, unter den neuen digitalen Gegebenheiten selbst zum Hersteller zu werden. Auch die Internationalisierung und das Wachstum der Modellvielfalt mit einer entsprechend gestiegenen Teilekomplexität sowie immer kürzere Innovationszyklen gehören zu den Herausforderungen.

Schnellere Taktraten

Innovationen kommen heute mit erheblich schnelleren Taktraten daher. In der Consumer-Elektronik liegt die Zeitspanne bis zur nächsten Produktgeneration bereits unter einem Jahr. Tesla liefert beispielsweise bereits im Monatsrhythmus mit Software-Updates neue, wesentliche Kundenfunktionen. Für die etablierten Hersteller ist dies ein ernstzunehmender Fingerzeig, wohin die Entwicklung geht. Für sie gilt es, das Rad in Bezug auf Innovations- und Produktionsentwicklungszyklen schneller zu drehen und im Wettlauf mit der Zeit eine effektive ‚Produktion 4.0‘ aufzubauen – ein neues IoT-basiertes Gesamtkonzept wird erforderlich.

Vorausschauend Warten

Bereits heute werden immense Datenmengen erhoben, um verlässliche Vorhersagen über den Zustand von Maschinen und Anlagen sowie eventuell zu erwartende Störungen zu treffen. ‚Predictive Maintenance‘, also die vorausschauende Wartung, ist eine der Kernkomponenten von Industrie 4.0. Ziel ist es, Maschinen und Anlagen proaktiv zu warten und Ausfallzeiten zu minimieren, indem Störungen erkannt werden, bevor diese auftreten. Das Verfahren nutzt dafür von Sensoren erfasste Messwerte und Daten. Der Fertigungs- und Instandhaltungsprozess werden intelligent miteinander verknüpft, die Effizienz und die Qualität im Ablauf werden gesteigert.


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