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IoT- und Mobilgeräte im Griff

Enterprise Mobility Management (EMM):

IoT- und Mobilgeräte im Griff

Enterprise-Mobility-Management- und IoT-Technologien unterstützen Firmen dabei, Kosten zu sparen und Prozesse entlang der Lieferkette sowie beim Kundenmanagement zu optimieren. Stefan Mennecke, Managing Director DACH bei Soti, schildert, wie Mobilitätsprojekte einem Unternehmen Chancen eröffnen – und wie man sie richtig angeht.

Mobilitätsmanagement [1]

Bild: ©Monkey Business Images/Shutterstock.com

Die Vernetzung der ‚Dinge‘ nimmt zu: Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, Internet of Things (IoT) [2], das Industrial Internet of Things (IIoT) und Industrie 4.0 [3] an sich. Unternehmen, die sich dieser technologischen Herausforderung zusammen mit einer zugeschnitten Strategie stellen, können sich Wettbewerbsvorteile sichern. So kann nicht nur ein neues Maß an Mobilität für Mitarbeiter, Partner und Kunden gewonnen werden, was die Kommunikation vereinfacht und neue Services ermöglicht. Das IoT eröffnet auch unerschlossene Potentiale im Rahmen der Smart Factory: Die verknüpften Endpunkte des Business-Ökosystems bilden das Tor zur Fähigkeit, in Echtzeit kontinuierlich wertvolle Daten zu gewinnen und auszuwerten. So optimierte Prozessketten sparen Zeit und Kosten. Die eingesetzten Mobil- und IoT-Geräte sollten sich ebenso wie die verwendete Software rasch und unkompliziert anpassen und aktualisieren lassen, um stetig wandelnden Unternehmensbedürfnissen und Technologien gerecht werden zu können. Diese Fähigkeit setzt jedoch eine hohe Skalierbarkeit der dahinter liegenden Enterprise-Mobility-Management-Systeme (EMM) [4] voraus, während integrierte Lösungen gleichzeitig für Kompatibilität und Sicherheit sorgen können.

Herausforderung und Chance

Nach der Accenture-Studie ‚Technology Vision 2016‘ gehen 86 Prozent der Führungskräfte davon aus, dass sich das Tempo des Technologiewechsels in den nächsten drei Jahren rasch oder mit einer beispiellosen Rate in ihrer Branche erhöhen wird. Dennoch ergab erst kürzlich eine Studie zur Mobilität, dass bei fast einem Drittel der Unternehmen Investitionen in Mobilität zur Wettbewerbsdifferenzierung fehlen. Es ist nicht einfach, für jeden Schritt der Supply Chain den richtigen Ansatz zu finden. Es gibt mehrere Wege und eine Vielzahl an Geräten, die für verschiedene Zwecke eingesetzt werden können. Insbesondere die wachsende Anzahl an Endpunkten in spezialisierten Umgebungen erschwert es Unternehmen zusätzlich, sich für das zu entscheiden, woraus sie tatsächlich Nutzen ziehen. Entscheidend ist jedoch, dass die Geräte an der Prozesskette entlang optimal untereinander kommunizieren und so der gesamte Prozessablauf effektiver wird. Ein Anwendungsszenario könnte folgendermaßen aussehen: Bei einem Außentermin kann der Mitarbeiter mit einem mobilen Gerät das gewünschte Produkt durch Eingabe der verfügbaren Parameter an die Kundenanforderungen anpassen und zu Anschauungszwecken visuell darstellen.

Der Kunde, beispielsweise einer Flaschenfabrik, kann nach Bemusterung direkt beim Termin entscheiden, welche Farbe seine Flasche haben soll und wie das Etikett aussehen soll. Mit Vertragsabschluss werden diese Informationen direkt vom mobilen Endgerät in die Fertigung übertragen. Anschließend können die Maschinen nach Start des Produktionsprozesses vollautomatisiert untereinander kommunizieren; so könnte die Etikettierung einer fertiggestellten Flasche erfolgen, wenn diese – dank im System integrierter Sensoren genau nachvollziehbar – die vorgegebene Temperatur dafür aufweist. Parallel zur Produktion können Rohstoff-Bestände erfasst und geprüft, und weitere Bestellungen bei Bedarf automatisiert ausgelöst werden sowie maschinelle Statusupdates zur Ablaufprüfung und Errechnung von Lieferterminen dienen. Auch im Prozess nachgegliederte Maschinen erhalten relevante Updates, sodass ein nahtloser Produktionsprozess entsteht. Aufgrund der Ablaufinformation wird nach der Fertigstellung auf Basis der Daten ein Rechnungsentwurf für die Buchhaltung und ein Versandticket für die Bestellung in der Versandabteilung ausgegeben. Dieser Einsatz von Unternehmensmobilität und IoT kann Kosten verringern, Produktionsprozesse beschleunigen sowie Qualität und Service verbessern.

Dynamische Strukturen gefragt

Die Basis für solche Workflows bildet eine dynamische IT-Infrastruktur. Viele Unternehmen wissen jedoch nicht, wie sie eine entsprechende mobile Integration erreichen, oder aber haben in Silo-Lösungen investiert, die sich nur schwer erweitern lassen. Einen Ausweg können skalierbare Enterprise-Mobility-Management-Systeme (EMM) bieten: Diese erlauben unter anderem den Austausch veralteter Mobil- und IoT-Geräte auch schrittweise, da sie unterschiedliche Softwareversionen und Betriebssysteme unterstützen, auch ältere Stände wie Android 4.0 oder Windows XP SP3. Gerätetypen lassen sich kombinieren – von robusten Handhelds, bis hin zu Sensoren, AR-Brillen, Smartphones und Desktop-PCs – um neue Anwendungen zu unterstützen. Mit Mobility Management etwa über eine geeignete Konsole der IT-Abteilung, die unabhängig von den Geräteherstellern läuft, lässt sich die Komplexität auch großer mobiler Systemlandschaften reduzieren. Dazu muss sie indes passende Wartungs-und Anpassungsmöglichkeiten bieten. Zugriffsberechtigungen und Verantwortlichkeiten, wie die automatische Einspielung von Updates zu geeigneten Zeiten, helfen den Druck auf die mobile Belegschaft und IT zu verringern. Integrierte Mobilitätstools helfen zusätzlich, das Front- und Back-Office zu vernetzen und die mobilen Mitarbeiter, Partner und Lieferanten zu unterstützen, da die Anwendungen aufeinander abgestimmt sind.

Best-Case-Implementierung

Es gibt viele Gründe, sich für die Einführung einer Verwaltungslösung für Mobilgeräte zu entscheiden. Bei dem Projekt an sich sollten folgende fünf Punkte für eine Best-Case-Implementierung beachtet werden:

1. Analyse und Beratung: Ob Netzwerkanbindung, Compliance, Datenschutz oder Sicherheit – eine Analyse von Bedarf und Voraussetzungen im Unternehmen ist der erste Schritt. Weiterführende Fragen zu Möglichkeiten und Grenzen der Dienste und Tools sollten auch im Test-Einsatz geklärt werden. Mit Mobilität verbundene IT-Themen wie Zertifikatsmanagement sollten berücksichtigt werden.

2. Prozesse und Nutzung: Eine integrierte Plattform bietet für verschiedene Unternehmensbedürfnisse passendende Tools – egal ob beim Anwendungsmanagement, dem Einsatz standortbezogener Dienste mittels „Geo-Fencing“ oder der Fernwartung. Eine Anpassung der funktionellen Struktur sollte ebenso möglich sein wie individuelle Konfigurationen für bestimmte Nutzergruppen. Weitere Einstellungsmöglichkeiten wie Nutzungsszenarien oder Sprache, Farbdarstellung oder Kontrollfunktionen wie Timeouts unterstützen Unternehmen bei der Compliance und erhöhen die Sicherheit.

3. Flexibilität und Zukunftssicherheit: Je höher die Skalierbarkeit der Lösung ist, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich bei der Verwaltung und Sicherung von Endpunkten. Von Inventarisierung über die Supply Chain hin zur Workflow-Optimierung oder Evaluation kann der Bedarf abgestimmt werden. Anpassungen und Erweiterungen sind jederzeit möglich.

4. Datenschutz und Sicherheit: Angesichts der neuen Datenschutzvorgaben und zunehmender Cyberattacken sollte der Anspruch in Bezug auf Sicherheit und Umsetzung der Compliance-Richtlinien in Unternehmen hoch sein. Nutzungsrechte und Pflichten sollten über das Tool gut definiert, angepasst und durchgesetzt werden können.

5. Service und Support: Richtig implementiert, vergrößern Mobilität und IoT-Anwendungen den Nutzen aus bestehenden Assets und reduzieren oft Kosten. So ermöglichen integrierte Lösungen eine schnelle Auslieferung von Unternehmensapps sowie Bereitstellung von Updates; während Business-Intelligence-Lösungen die Erfassung von wertvollen Kunden- und Performance-Daten vereinfachen. Durch umfassende Help-Desk-Lösungen lassen sich Supportzeiten und die Downtime von Geräten reduzieren, was damit auch die Kosten für Ausfälle senkt. Dies verbessert die User Experience, was den Druck auf die Anwender, aber auch auf die IT-Abteilung verringert.